Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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Kopfstand des Wirtschaftssystems

Christian Felber stellt in Hildesheim die Gemeinwohl-Ökonomie vor

Hildesheim. Christian Felber steht Kopf. Mit der Leichtigkeit häufiger Übung macht der Referent während seines Vortrags mal eben einen Kopfstand vor dem Publikum. So macht er anschaulich, wie verdreht seiner Ansicht nach das derzeitige Wirtschaftsprinzip in Deutschland und der Welt funktioniert. In der Ökonomie, so der Politikwissenschaftler, sollte das Geld das Mittel sein, das Wohl aller zu mehren. Stattdessen werde die Geldvermehrung zum Zweck erhoben. Anstatt die anerkannten Werte der Gesellschaft zu wahren, drücke die Wirtschaftswissenschaft der Gesellschaft eigene Werte auf: Egoismus, Wettbewerb, Konkurrenzdenken.
In der Reihe „Wo Gerechtigkeit strömt“, veranstaltet von der Evangelischen Bildung Hildesheim-Sarstedt, der Evangelischen Erwachsenenbildung Region Hildesheim und der Diakonie Leine-Innerste, bildet der Vortrag von Christian Felber den Auftakt. Der Österreicher hat dem Sturmtief Friederike ein Schnippchen geschlagen, indem er schon einen Tag früher angereist ist, und viele Interessierte haben ebenfalls dem Wetter getrotzt und sich auf den Weg zum Andreanum gemacht.
Ein Wirtschaftssystem, das nicht Lohndumping und rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen belohnt, sondern Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, faire Bezahlung von Lieferanten und Mitarbeitenden – das macht neugierig. Ihn interessiere besonders das Menschenbild hinter Felbers Vision, erklärt Landessuperintendent Eckhard Gorka, der die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnet.
Sein Menschenbild, beantwortet Christian Felber die Frage, gehe davon aus, dass Menschen zum Guten wie zum Bösen fähig seien: „Die Spielregeln müssen das Gute belohnen.“ Geringere Steuern, weniger Zölle, günstigere Kredite für Unternehmen mit guter Gemeinwohl-Bilanz, so könnte das nach seiner Vorstellung aussehen. Dazu mehr Mitbestimmung der Bürger und Bürgerinnen durch Volksentscheide in besonders wichtigen Fragen. Das übt er gleich mal mit dem Publikum an einer Frage zur Einkommensschere. Ergebnis: Nicht mehr als sechs Mal so hoch wie ein Mindesteinkommen sollte der Spitzenverdienst nach Ansicht der Teilnehmenden sein.
2010 hat Christian Felber seine Idee der Gemeinwohl-Ökonomie in die Welt gesetzt und zu einer Bewegung gemacht, die sich inzwischen in 26 Ländern verbreitet hat. 40 Regionalgruppen von Aktiven haben sich in Deutschland gegründet, die nächste gibt es in Hannover. Einige Unternehmen haben bereits freiwillig ihre Gemeinwohl-Bilanz erstellt, auch Gemeinden oder Landkreise zeigen Interesse.
Bei der Diskussion im Plenum wird deutlich: Die Idee kommt beim Publikum sehr gut an, aber an der Umsetzbarkeit bestehen Zweifel. Würden nicht Unternehmen in Nachbarkommunen, Nachbarländer abwandern, um der verpflichtenden Gemeinwohl-Ökonomie zu entgehen? Die Umsetzung sei schwierig, räumt Christian Felber ein.  Aber das Interesse nehme zu. Denn Umfragen hätten ergeben, dass die Mehrheit der Menschen ihre Werte im derzeitigen System nicht verwirklicht sähen.  Weil sie merken, dass dadurch die gesellschaftlichen und globalen Krisen nicht gelöst, sondern verschärft werden.  Und: „Wir werden eines Tages der ökologischen Kostenwahrheit ins Auge blicken müssen.“ Der Sturm draußen sei dafür bereits ein Vorbote.
Die Reihe „Wo Gerechtigkeit strömt“ wird fortgesetzt am Dienstag, 6. Februar, von 19 bis 21.30 Uhr im St.-Andreas-Gemeindehaus mit dem Thema „Alles so gemütlich hier. Wir und die gerechte Welt“. Zu Gast ist unter anderem Christoph Bals von Germanwatch e.V. Wiebke Barth





Bild: Barth

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Gebhard Naumann im Alter von 68 Jahren gestorben

Langjähriger Pastor der Gemeinden rund um Söhlde erlag Krebsleiden

Söhlde. Gebhard Naumann, der 35 Jahre lang Pastor in Söhlde und den umliegenden Orten war, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Von 1980 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2015 hatte er die Börde-Gemeinden betreut. Zuletzt lebte Naumann, der an Lungenkrebs erkrankt war, mit seiner Frau Gabriele in Koberg bei Ratzeburg.

Die Familie ist von einem doppelten Todesfall getroffen. Am 1. Januar war überraschend das jüngste der vier Kinder inneren Blutungen erleben. Nach Angaben von Gabriele Naumann könnte es sich um die Spätfolge eines schweren Unfalls im Jahr 2014 gehandelt haben. Am 7. Januar, kurz nach seinem 68. Geburtstag, starb auch Gebhard Naumann. „Mein Mann hatte sich das gewünscht, zuhause und ohne Schmerzen zu sterben“, sagt Gabriele Naumann. Dieser Wunsch habe sich erfüllt.

Vater und Sohn werden Söhlde beigesetzt. Die Trauerfeier für beide ist am Samstag, 27. Januar, um 13 Uhr in der Martin-Luther-Kirche Söhlde. Sie wird – dem Wunsch Gebhard Naumanns gemäß – als Auferstehungsfeier mit Brot, Wein, Saft und viel Musik abgehalten.

Die Kirchenmusik war immer besonderes Anliegen Gebhard Naumanns. 1981 gründete er in Söhlde den Posaunenchor, auch im Kirchenchor war er Mitglied. Außerdem hat er sich im evangelischen Kirchenkreis in mehreren Leitungsgremien engagiert. Über seine Zeit in Söhlde sagte Naumann bei seiner Verabschiedung: „Es hat alles gepasst.“ Ralf Neite

Bild:

Gebhard Naumann kurz vor seinem Abschied von Söhlde im Jahr 2015. Am 7. Januar ist er in Koberg gestorben. 

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Bild: Neite

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Sonnabend, 20.1.18, #Religramme

Interreligiöser Poetry-Slam Göttingen

Lust auf Wortakrobatik mit selbstverfassten Texten? Lust auf Tempo mit Tiefgang?

Im Rahmen der interaktiven Wanderausstellung „#Religramme – Gesichter der Religionen“, die zurzeit im Max-Planck-Gymnasium zu sehen ist, findet am 20. Januar von 11-17 Uhr ein Workshop und ab 19.30 Uhr ein interreligiöser Poetry-Slam im ZHG Raum 101 statt. Der durch die Poetry-Slams im Jungen Theater bekannte Felix Römer leitet den Workshop und moderiert auch diesen Slam.

Anmeldung und Infos für den Workshop bei religramme@esg-goettingen.de.

Eintritt Abendkasse: 8,- Euro, erm. 6,- Euro.

Infos unter religramme@esg-goettingen

Ansprechpartnerin: Pastorin Eva Jain, Evangelische Studierendengemeinde Göttingen

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+++ ACHTUNG! +++ ACHTUNG! +++
Veranstaltung fällt wegen der Wetterlage aus
und wird im Sommersemester 2018 nachgeholt!
+++ ACHTUNG! +++ ACHTUNG! +++

#Religramme - Gesichter der Religionen

Podiumsdiskussion „Zur Relevanz von Religion an der Hochschule für unsere Gesellschaft(en). Ein Blick auf Europa", Donnerstag, 18. Januar, 19:00 Uhr, Alte Mensa Göttingen

Gehört Religion an die Hochschule? Haben Hochschulgemeinden, Räume der Stille und interreligiöse Begegnungen eine Daseinsberechtigung im universitären Raum? Oder gilt das konsequente Primat der Universität als säkularer Raum? Über mögliche Auswirkungen einer Entscheidung für oder gegen religiöse Präsenz an der Hochschule in Hinsicht auf gesellschaftspolitische Entwicklungen wie z.B. Integration, religiöse Fundamentalismen und nationale Identität am Beispiel Deutschlands und Frankreichs diskutieren Prof. Dr. Wolfgang Reinbold mit Dr. Dimitri Almeida (Romanistik), Prof. Dr. Hans-Michael Heinig (Kirchenrecht), Prof. Dr. Martin Laube (Theologie), Prof. Dr. Alexander Nagel (Religionswissenschaften) und Prof. Dr. Riem Spielhaus (Islamwissenschaften).

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Ausstellung „#Religramme – Gesichter der Religionen“, Alte Mensa Uni Göttingen, Hannah-Vogt-Saal, 19:00 Uhr.

http://www.gesichter-der-religionen.de/ausstellung/goettingen/




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Bild: hmh

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Mit Margot Käßmann geht es weiter

Literaturhaus St. Jakobi ist mit dem Herbst rundum zufrieden und wird im Frühling politisch

Hildesheim. Halbzeit im vierten Jahr des Literaturhauses St. Jakobi: Da war der sperrige, intensive Auftakt mit Feridun Zaimouglu. Der Redewettbewerb „Sprich-Worte“ für Schüler, der so gut ankam, das er nun alle zwei Jahre stattfinden soll. Der Glücksgriff mit Mariana Leky, die Intendant Dirk Brall lange eingeladen hatte, bevor ihr Buch zum Bestseller wurde. Der Abend mit Gedichten, Songs und Textbasteleien beim Light-Night-Shopping, zu dem 1000 Menschen in die Kirche kamen. „Ich habe den Eindruck, dass wir uns nach vier Jahren unser Publikum erspielt haben“, freut sich Dirk Brall. Ab März geht es mit einem politischen Frühjahrsprogramm und Gästen wie Margot Käßmann oder Hans Meyer weiter.

Besonders glücklich ist der Intendant, dass er mehr und mehr sein Ziel erreicht, das Literaturhaus als Bindeglied zwischen der Stadtbevölkerung und den Studierenden des Literaturinstituts an der Universität zu etablieren. Die beinahe ausverkauften Lesungen mit Clemens Meyer und Mariana Leky/Kevin Kuhn seien die besten Beispiele gewesen: Da kam das Publikum fifty-fifty von der Uni und aus der Stadt, so Brall. Auch finanziell seien die nächsten Jahre gesichert, da die Landeskirche und die Hanns-Lilje-Stiftung ihre Förderung erneuert haben.

Die zweite Hälfte der Spielzeit, die unter dem Motto „Stadt“ steht, eröffnet am 8. März die ehemalige Landesbischöfin und Lutherbotschafterin Margot Käßmann. „Ich wollte sie schon immer gerne einmal einladen als prominente evangelische Stimme“, sagt Dirk Brall. Zum 50. Todestag Martin Luther Kings bringt Käßmann bringt ein neues Buch heraus, in dem sie seine wichtigsten Reden und Predigten kommentiert.

„Zehn Regeln für Demokratie-Retter“ hat der Journalist und Philosoph Jürgen Wiebicke zusammengetragen. Eine davon ist zugleich der Titel des Abends am 10. April: „Liebe deine Stadt“. Und am 24. April stellt Pascal Richmann sein Buch „Über Deutschland, über alles“ zur Diskussion. Der gebürtige Hildesheimer hat sich für seine Recherchen unter Pegida-Demonstranten gemischt und mit NPD-Funktionären unterhalten.

Über „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ gibt Frank Berzbach am 3. Mai mit seiner Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs dem ZEIT-Journalisten Hannes Leitlein Auskunft. Die nächste „Landpartie“, eine Lesung mit den besten neuen Texten aus dem Literaturinstitut der Uni – ein Standardtermin im Literaturhaus – findet am 15. Mai statt. Und am 29. Mai erörtern die Trainerlegende Hans Meyer, der Wissenschaftler Stefan Krankenhagen und die Journalisten Doris Akrap, Jenni Wulfhekel und Alexander Solloch „Die Poesie des schönen Spiels“. Es geht natürlich um Fußball, aber auch darum, was dessen Phrasen und Fachbegriffe über den Zustand der Gesellschaft aussagen.

Lesungen mit dem Lyriker und Theologen Christian Lehnert am 5. Juni und mit der Autorin Juliana Kálnay am 9. Juli, die 2017 des aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt gewonnen hat, runden die Spielzeit ab. Dazu gibt es regelmäßige Angebote wie das Friedensgebet jeden Mittwoch um 18 Uhr und das neue „Stimmlabor“, einem offenen Singen an jedem dritten Freitag im Monat (ab 16. März).

Schon vor dem eigentlichen Auftakt am 8. März öffnet das Literaturhaus für zwei große Veranstaltungen: Vom 25. bis 28. Januar dient es als Festivalzentrum des Lichtkunst-Wochenendes „EVI-Lichtungen“. Und am 14. Februar lädt die evangelische Landeskirche zum „Aschermittwoch der Künste“ nach Hildesheim ein.

Nähere Infos und Tickets gibt es über die Homepage www.stjakobi.de

Bilder:

Margot Käßmann widmet sich am 8. März Martin Luther King. 

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Bild: Baumgart

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Impulstag Popularmusik Regional in Arnum 

Frische Ideen und Impulse für moderne Kirchenmusik 

Hochkarätige Musiker und Referenten kommen am Sonnabend, 10. Februar 2018, in das Ge-meindehaus der Friedens-Kirchengemeinde in Hemmingen-Arnum. Gleich drei Kirchenkreise und das Netzwerk Popularmusik der Landeskirche Hannovers (net.p) laden ein zu einem Impulstag Popularmusik. Zwischen 10 und 16.30 Uhr gibt es unter anderem Workshops, Fachgespräche und eine Informationsbörse rund um populäre Musik in Gottesdiensten und Gemeinden. 

„Vernetzen, vermitteln, verstärken“ sei das Motto der Veranstaltung, sagt Popkantor Til von Dombois, der selbst einen Workshop „Frischluft Zufuhr“ anbietet, bei dem er neue geistliche Lie-der vorstellt und gemeinsam mit den Teilnehmern erprobt. Besonders stolz sind die Macher des Projekts, dass Michael Schütz aus Potsdam kommt und ein Fachgespräch führt. Schütz ist nicht nur Kantor und Komponist sondern auch aktiver Bandmusiker. Er hat bereits mit Klaus Doldinger, Gloria Gaynor und Jennifer Rush gespielt. 

Dazu kommt Ben Schütz (nicht verwandt mit Michael Schütz), Percussionist und Musikpädagoge aus Hamburg mit einem Workshop „Body & Percussion“, bei dem es um den eigenen Körper und den Groove und Rhythmus als Grundbaustein geht. Wolfgang Teichmann vom Michaeliskloster Hildesheim vermittelt das Zusammenspiel von klassischen Chorälen und Pop/Jazz. Der Gehrdener Musiker Claus Feldmann schließlich mischt Band und Gospel im Workshop „Die Band für meinen Gospelchor“. 

„Frische Lieder sind wie frische Luft“, sagt Mitorganisator Andreas Hülsemann von net.p. Es gehe darum einerseits Fachwissen zu vermitteln, andererseits solle es auch um die Kontakte der Teilnehmer untereinander gehen. Der Austausch sei sehr wichtig, betont auch Bernd Rüter (Nordstemmen) vom Team. Gerade das sei bei bisher vier Impulstagen in anderen Regionen der Landeskirche sehr begrüßt worden von den Teilnehmern. 

Veranstalter sind neben net.p die Kirchenkreise Hildesheimer Land-Alfeld, Laatzen-Springe und Ronnenberg. Sie haben die Veranstaltung so bezuschusst, dass für die Teilnehmer keine Kosten anfallen. Für die Planung bitten die Veranstalter aber um eine Anmeldung per E-Mail an info@netzwerk-popularmusik.de. Ort der Veranstaltung ist die Friedens-Kirchengemeinde Arnum, Bockstraße 33, 30966 Hemmingen

Bild: Die Vier vom Organisationsteam grooven sich ein (v.l.): Andreas Hülsemann, Bernd Rüter, Til von Dombois und Claus Feldmann 

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Bild: Schwier

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Restauration der größten Philipp-Furtwängler-Orgel der Welt ist abgeschlossen

Orgelfest am 28. Januar in Gronau/Leine

Schon seit über 150 Jahren hat der Name "Furtwängler" einen guten Klang. Die früheste berühmte Persönlichkeit dieses Namens ist der Orgelbauer Philpp Furtwängler, Großonkel des Dirgenten Wilhelm Furtwängler und Urgroßonkel der Schauspielerin und Ärztin Maria Furtwängler. Die größte von Philipp Furtwängler erbaute Orgel der Welt steht in der St. Matthäikirche in Gronau (Leine). Im Jahr 2017 wurde sie aufwendig restauriert. Die Kosten von 220.000 € wurden durch Fördergelder der Landeskirche Hannovers, des Kirchenkresies Hildesheimer Land-Alfeld, der Stiftung Orgelklang, der VR-Stiftung, der Volksbank, der Evangelischen Bank sowie vielen Spenden von Einzelpersonen oder örtlichen Geschäften gedeckt. Allein aus der Kirchengemeinde selbst kamen 56.000 € an Spenden und Kollekten. Zur Orgelweihe des restaurierten Instruments wird am Sonntag, 28. Januar in Gronau ein Orgelfest gefeiert. Das Fest beginnt um 10 Uhr  mit einem Festgottesdienst, der mitgestaltet wird von der St. Matthäi-Kantorei. Beim "Meet & Greet" im Anschluss besteht Gelegenheit zu Grußworten sowie zu "musikalischen Grüßen"; außerdem können Interessierte an einer Orgelführung teilnehmen, die vom Orgelrevisor Prof. Hans-Christoph Becker Foss aus Hameln gemeinsam mit Mitarbeitern der Orgelbaufirma Gebr. Hillebrand und dem Sachverständigenausschuss der Landeskirche durchgeführt wird. Auch ein Mittagessen im Gemeindesaal wird angeboten. Um 14.30 Uhr bildet dann ein Orgelkonzert den Abschluss des Festes. In diesem Konzert werden mehrere Organisten die Vielfalt des Orgelklangs erlebbar werden lassen. Neben der Gronauer Organistin Tamara Busch werden u.a. Kreiskantor Christoph Pannek aus Bockenem und der Braunschweiger Kirchenmusiker Gerhard Urbigkeit, der früher in Gronau (Leine) tätig war, an der großen Furtwänglerorgel zu hören sein.

Die Stadt Gronau (Leine) liegt zwischen Elze (Han.) und Alfeld (Leine) im Dreieck zwischen der B1 und der B3, Anreisemöglichkeit auch über den Bahnhof Banteln (Metronomhalt), von dort 20 Minuten Fußweg in die Innenstadt.





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Bild: KG Gronau, Wolfgang Richter

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#Religramme – Gesichter der Religionen

Ausstellung im Max-Planck-Gymnasium Göttingen am 9. Januar eröffnet (Laufzeit bis 7. Februar)

„Es geht im Dialog der Religionen nicht darum, den anderen zum eigenen Glauben zu bekehren, sondern mit Hilfe des Geistes gemeinsam zu lernen und für den Frieden in der Welt zu arbeiten," so ein Mönch aus dem katholischen Trappistenkloster im algerischen Atlasgebirge. Seine Worte passen auch als Überschrift zur Ausstellung #Religramme – Gesichter der Religionen, die vom 9. Januar bis zum 7. Februar in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums, Theaterplatz 10, 37073 Göttingen zu sehen ist.

Gemeinsam haben Evangelische Studierendengemeinde, der Runde Tisch der Abrahamreligionen (Judentum, Christentum und Islam) und das Max-Planck-Gymnasium die Ausstellung nach Göttingen geholt. Konzipiert wurde sie 2016 vom „Haus kirchlicher Dienste“ der hannoverschen Landeskirche. Prof. Dr. Wolfgang Reinbold, kirchlicher Islambeauftragter, ist der Anstoßgeber der Ausstellung. „Sie zeigt 20 Menschen aus Niedersachsen, die zu ganz unterschiedlichen Religionen gehören“, so der Pastor und Islamexperte. Ihm sei an den vorherigen Ausstellungsorten aufgefallen, dass vor allem die Angehörigen kleinerer Religionen, wie dem Jesidentum, besonders von der Gestaltung berührt seien. Zeigen die Informationsfolien doch die Religionen in gleicher Darstellungsgröße nebeneinander. Nur wenige Meter entfernt findet sich so neben dem Portrait einer serbisch-orthodoxen Christin die Lebens- und Glaubensgeschichte eines Hindus.

Friedrich Selter, Superintendent des Kirchenkreises Göttingen, freut sich über die #Religramme: „Es sind die aussagekräftigen Charakteristika der einzelnen Religionen wunderbar ins Bild gerückt“, so der leitende Geistliche im Gespräch mit den Studentinnen Wienke Meyer und Johanna Schnute, die charmant die Vernissage moderierten. Für Dr. Wolfgang Schimpf, Direktor des Max-Planck-Gymnasiums, ist der Veranstaltungsort der #Religramme glücklich gewählt. Dadurch sei die Einbindung in den Religionsunterricht gut möglich. Auch stehe sie zum Besuch von Schulklassen anderer Schulen und für Konfirmandengruppen offen. Insbesondere dankte der Schulleiter seiner Kollegin Angelika Teichmann. Die Lehrerin für katholische Religion hat sich für die Ausstellung eingesetzt. Gemeinsam mit Dr. Eva Jain, Studierendenpastorin in der Universitätsstadt, hat sie die Schulaula für die Ausstellung organisiert, zur Vernissage geladen und ein vielseitiges Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

Es reicht von Podiumsdiskussionen, über einen interreligiösen Poetry-Slam und ein Kalenderprojekt mit der Muslimischen Hochschulgruppe bis zu einem interreligiösen Abend mit Synagogen-, Kirchen- und Moscheebesuch. Ein Vortrag von Ali Özgür Özdil, angeboten von der Muslimischen Hochschulgruppe, stieß am 10. Januar mit rund 150 Zuhörenden bereits auf sehr gute Resonanz. Die „lange Nacht der offenen Gotteshäuser“ findet statt am 25. Januar und ist einer der Höhepunkte. Der Eintritt zu den #Religrammen ist kostenlos.

Alle weiteren Infos, auch zum virtuellen Besuch der Ausstellung, finden sich hier: http://www.gesichter-der-religionen.de/ausstellung/goettingen/


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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Sternenlicht zum Ende der „Ära Friemelt“

Pastor Rudolf Friemelt nach 37 Jahren in den Ruhestand verabschiedet / Pastorin Sandra Roland übernimmt das Pfarramt in Rheden

Rheden. Einen solchen Ansturm hat die Rhedener Kirche in ihrer Geschichte wohl selten erlebt. Alle Plätze sind belegt, Menschen stehen in den Gängen und auf der Treppe. Einige müssen sogar draußen bleiben. Sie alle sind gekommen, um ihren Pastor Rudolf Friemelt in den Ruhestand zu verabschieden. 37 Jahre lang hat er sich um die Gemeinde gekümmert. Zum Epiphaniasfest feiert er nun seinen letzten Gottesdienst als Pastor für die Region Rheden-Brüggen-Eberholzen. Gleichzeitig begrüßen die Gemeindemitglieder seine Nachfolgerin, die junge Pastorin Sandra Roland.

Wer einen Sitz- oder Stehplatz in der Kirche ergattern konnte, den erwartet ein unkonventioneller Gottesdienst, der mit einer stimmungsvollen „Lightshow“ eröffnet wird. Zu Beginn werden alle Lichter in der Kirche gelöscht. Nur ein Scheinwerfer beleuchtet zum ersten Lied die Figuren der Altarrückwand. Nach der ersten Lesung schreitet ein Mädchen mit einem großen leuchtenden Stern nach vorn zum Altarraum. Dann leuchten plötzlich auch über den Köpfen der Gemeindemitglieder an die Decke projizierte Sterne auf. Zu dem Lied „Feliz Navidad“ erstrahlt schließlich auch der Weihnachtsbaum, der vorne neben dem Altar steht.

Das Unkonventionelle ist typisch für Pastor Friemelt, der seit seiner Ordination am 3. Januar 1981 fest in dieser Region verwurzelt war. Dieser Pastor sei etwas ganz Besonderes im ländlichen Raum, erklärt Superintendentin Katharina Henking. „Ein Mann mit einem ganz eigenen Stil. Ein Ästhet.“ Mit ihm gehe eine Ära zu Ende. Immer wieder habe er ungewöhnliche Wege beschritten, um Kirche und Kunst zusammenzubringen. So engagierte er sich beispielsweise für die Lange Nacht der Kirchen und auch bei seinem Abschiedsgottesdienst begleiten verschiedene Sänger und Musiker das Lichtschauspiel.

Neben der Kunst gilt Friemelts Interesse vor allem der Geschichte. Und mit den Jahren konnte er auch einige Gemeindemitglieder mit seiner Leidenschaft anstecken. So erinnert sich Superintendentin Henking an einen Besuch der Geschichtswerkstatt in Pastor Friemelts Wohnzimmer.

Daneben sei Friemelt aber auch „ein Hirte der Gemeinde, der für Menschen aller Generationen immer verlässlich dagewesen ist.“ Das bestätigt auch Kirchenvorstandsmitglied Sabine Walter in ihren Abschiedsworten an den Pastor. „Es gibt hier wahrscheinlich nicht eine Familie, die sie nicht bei einem Familienfest besucht oder in Krankheit und Kummer begleitet haben. Keiner kennt unsere Familien so wie sie.“

Pastor Friemelt bedankte sich bei seinen Gemeinden und gab auch seiner Nachfolgerin gute Wünsche mit auf den Weg.

Für ihn beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Nach 37 Jahren verabschiedet er sich vom Dorfleben und zieht nach Hannover, um dort das kulturelle Leben mit Theater und Museen zu genießen.

Doch ein bisschen Show darf auch bei einem Gottesdienst auf dem Land dabei sein. Und so geht nach dem Gemeindelied noch einmal das Licht in der Kirche aus und der Mond über der Kanzel auf. Die Projektion begleitet den letzten Teil des Gottesdienstes, bevor auf Pastor Friemelt draußen noch eine Überraschung der Jugendfeuerwehr Wallenstedt wartet. Mit Fackeln säumen die Jugendlichen den Weg vor der Kirche. Die Schlange der Menschen, die Pastor Friemelt noch persönlich verabschieden möchten, nimmt lange kein Ende. Neben ihm steht seine Nachfolgerin Pastorin Sandra Roland. Sie freut sich auf ihre zukünftige Arbeit in den Gemeinden und fühlt sich ihrer neuen Aufgabe gewachsen. „Natürlich sind es große Fußstapfen, in die ich trete“, erklärt sie mit einem Lächeln. „Aber irgendwie werde ich sie auch mit meinen kleinen Füßen ausfüllen.“  Julia Dittrich





Bild: Dittrich

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#Religramme – Gesichter der Religionen

Ausstellung im Max-Planck-Gymnasium Göttingen vom 9.1.-7.2.2018
 
„Je vielfältiger und bunter die Welt der Religionen wird, umso wichtiger ist es, dass wir einander kennen lernen“ so das Eingangsstatement der Interaktiven Wanderausstellung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers „#Religramme – Gesichter Religionen“, die vom 9.1.-7.2.2018 in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums, Theaterplatz 10, Göttingen zu sehen ist.

Veranstalter sind die Evangelische Hochschulgemeinde ESG und das Max-Planck Gymnasium in Kooperation mit dem Runden Tisch der Abrahamsreligionen, offiziell mitgetragen vom Landkreis Göttingen, der Stadt Göttingen, dem Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen und dem Evangelischen Studienhaus eshg, unterstützt von der Katholischen Hochschulgemeinde khg und der Universität Göttingen. Schirmherren des Projekts sind Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, und Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Auf neuartige und weltweit einzigartige Weise bieten die „#Religramme“ Gelegenheit unkompliziert, fundiert und authentisch, etwas über die sechs großen Religionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum und Jesidentum zu erfahren, sowie mit Angehörigen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften real und virtuell in Kontakt zu treten. Möglich wird dies durch die von Prof. Dr. Wolfgang Reinbold erarbeitete Konzeption, die auf drei Komponenten basiert: Der reale Ausstellungskorpus besteht aus den Portraits von zwanzig niedersächsischen Frauen und Männern, darunter auch ein Einwohner Göttingens, die sich und ihre Religion vorstellen. In Statements erzählen sie von ihrem Glauben und welche Bedeutung er für ihren Alltag hat. Dazu sind Gegenstände aus unterschiedlichen Religionen ausgestellt, es gibt Originaltöne zu hören, sowie interaktive Stationen. Die zweite Komponente existiert im virtuellen Raum: Auf Instagram unter #religramme_ausstellung kann mit den Portraitierten und den Religionsgemeinschaften Kontakt aufgenommen, Bilder gepostet oder Fragen gestellt werden. Die dritte Komponente ist das begleitende Rahmenprogramm. Sein Ziel ist, Raum zu geben für ein Kennenlernen der Religionen in der eigenen Stadt und Region. Es bietet reale interreligiöse Begegnungen und Diskurse über Religion in unserer Gesellschaft. In Göttingen hat die Ausstellung viele Menschen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften dazu angeregt, miteinander und füreinander das Rahmenprogramm zu gestalten (www.gesichter-der-religionen.de/ausstellung/goettingen).

Folgende Programmpunkte sind besonders hervorzuheben:
 - Die Vernissage am 9.1. ab 18.30 Uhr in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums Göttingen.


- Die Lange Nacht der Offenen Gotteshäuser am 25.1. ab 19.30 Uhr, zu der der Runde Tisch der Abrahamsreligionen, die khg und die ESG einladen. In ihr werden die DITIB-Moschee, die liberale jüdische Gemeinde, St. Michael und St. Johannis besucht.

- Am 20.1. findet ab 19.30 Uhr im ZHG 101 ein interreligiöser Poetry-Slam statt, den der durch die Poetry-Slams im Jungen Theater bekannte Felix Römer moderiert.

  - Es finden zwei Podiumsdiskussionen am 18.1. und 1.2., jeweils um 19.30 Uhr im Hannah-Vogt-Saal in der Alten Mensa der Uni Göttingen statt, bei denen es aus unterschiedlichen Perspektiven um die Frage nach der Berechtigung und Relevanz von Religiosität an der Universität geht. Ins Gespräch kommen hier unter anderem Prof. Dr. Friedemann Nauck (Palliativmedizin) und Prof. Dr. Riem Spielhaus (Islamwissenschaften).

Viele weitere Angebote zeigen vier Wochen lang, wie vielfältig, gastfreundlich und dialogbereit religiöse Menschen und Gemeinschaften in Göttingen sind.

Besuchen Sie die Ausstellung, begegnen sie Menschen anderer Religionen. Lassen sie sich überraschen, berühren und nachdenklich machen. Machen sie mit und mischen sie sich ein. Vor Ort und in unsere Gespräch in den sozialen Medien.

Für Schulklassen, diese bitte mit Anmeldung unter religramme@esg-goettingen.de , ist die Ausstellung geöffnet von Montag-Freitag, 8-13 Uhr.

Für die Öffentlichkeit ist sie geöffnet montags 13-17 Uhr sowie Dienstag-Freitag 13-19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
 
Menschen, die nicht mobil sind, haben die Möglichkeit eines virtuellen Ausstellungsbesuchs.
Infos unter religramme@esg-goettingen, Ansprechpartnerin: Pastorin Eva Jain, Evangelische Studierendengemeinde Göttingen

Bild: HkD, Gunnar Schulz-Achelis

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