Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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einfach.Gottesdienst.feiern

10-jähriges Jubiläum der Morgenandacht als kleiner Gottesdienst in der Kreuzkirche Lindau, Kirchengemeinde Lindau-Bilshausen, Kirchenkreis Harzer Land

Angefangen hat alles damit, dass in den beiden Kirchorten Lindau und Bilshausen der damalige Pastor Reinhard Eckert krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage war, an jedem Sonntag in beiden Kirchen, Lindau und Bilshausen, einen Gottesdienst zu feiern. Es gab also nur jeweils alle zwei Wochen einen Hauptgottesdienst unter der Leitung des Gemeindepastors.

Der Kirchenvorstand beschloss deswegen vor 10 Jahren, an den jeweils „predigtfreien“ Sonntagen in den Kirchen eine „kleine Form des Gottesdienstes“ auszuprobieren.

Ansporn dazu war die Initiative „einfach.Gottesdienst.feiern“, die von Landessuperintendent Eckhard Gorka ins Leben gerufen worden war. Ziel ist, dass in allen Kirchen und Kapellen des Sprengels Hildesheim-Göttingen bei einer kleinen Form des Gottesdienstes, die von Ehrenamtlichen gestaltet wird, einmal in der Woche die Glocken erklingen und die Kerzen angezündet werden.

Das Konzept zu unserem Gottesdienst, den wir „Morgenandacht“ genannt haben, haben wir gemeinsam mit Pastor Eckert entworfen. Die erste Andacht wurde am 2. April 2008 gefeiert. Seither bereiten Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen alle zwei Wochen die Andacht vor und gestalten sie selbständig. Es gibt keine Unterstützung durch Küster oder Organist. Die musikalische Begleitung der Lieder sowie die Orgelvor- und -nachspiele werden von verschiedenen CD-Einspielungen für jede Morgenandacht neu zusammengestellt, auf USB-Stick gespeichert und über die eigens in der Kirche eingerichtete Stereoanlage wiedergegeben.

So wurden bis zum Jubiläum in diesem Frühjahr insgesamt 234 Gottesdienste gefeiert. Die Zahl der treuen Besucher und Besucherinnen war für das ehrenamtliche Team in all den Jahren Ansporn genug weiterzumachen.

Die Kirchengemeinde Lindau-Bilshausen hofft, dass auch zukünftig sich genug Ehrenamtliche finden - das müssen nicht nur Kirchenvorsteher oder Kirchenvorsteherinnen sein - die Lust und Freude an der Gestaltung dieser kleinen Gottesdienstform in unserer Kirchengemeinde haben.

Text: Monika Güll, Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Kreuzkirchengemeinde Lindau

Das Team von einfach.Gottesdienst.feiern in Lindau-Bilshausen: Frank Ilse, Veronika Engelhardt, Gerdlinde Lux, Monika Güll, Marlis Helm, Monika Klein und Michael Hisgen (v.l.).

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Bild: Monika Güll

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Sonntag, 29. April 2018, 17 Uhr, St. Michaelis/Hildesheim:

 Orgel Spezial in St. Michaelis/Hildesheim

Unter der Überschrift „Im Anfang war der Prinzipal“ gibt es am 29. April um 17 Uhr in der Michaeliskirche Hildesheim wieder ein „Orgel Spezial“. Helmut Langenbruch erläutert und spielt die Prinzipalregister der Michaelisorgel. Es erklingen Werke von Scheidemann, Buxtehude, Bach, Couperin, Reger u.a.

Eintrittskarten zum Preis von 10 € (erm. 7 €) gibt es an der Abendkasse, die ab 16.15 Uhr geöffnet sein wird.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Neue Ideen mit alten Traditionen kombinieren

Der Sprengel Hildesheim-Göttingen hat drei neue Prädikanten

Die drei neuen Prädikanten des Sprengels Hildesheim-Göttingen haben eines gemeinsam: Sie feiern „unheimlich gerne Gottesdienste“. Christiane Gundelach-Just, Jan Oldigs, beide vom Kirchenkreis Göttingen, und Cornelia Renders vom Kirchenkreis Leine-Solling wurden am Donnerstag von Landessuperintendent Eckhard Gorka im Evangelischen Studienhaus Göttingen (ESHG) in feierlichem Rahmen ihre Urkunden überreicht. In Einzelgesprächen hatten sie an diesem Abend ihre Eignung bewiesen, sie dürfen nun frei verkündigen, das Abendmahl ausgeben, eigene Predigten verfassen und vortragen.

Der Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers betonte: „Eine ganze Kirche freut sich über sie als unsere drei neuen Prädikanten. Sie haben eine aufwendige Ausbildung abgeschlossen und können nun ihre Urkunden in den Händen halten. Wir freuen uns riesig – und sie sicher aus.“ Doch wie ist nun eigentlich die Entscheidung gefallen, sich zum Prädikanten oder zur Prädikantin ausbilden zu lassen?

Jan Oldigs, 42 Jahre, aus Göttingen, im IT-Vertrieb tätig, gehört der Stephanusgemeinde in Geismar an und ist seit 25 Jahren mit verschiedenen Aufgaben in der Kirche betraut. „Ich wurde von der Pastorin angesprochen, ob ich nicht Lektor werden möchte. Das bin ich nun seit 2012. Da war der Schritt zum Prädikanten naheliegend. Doch es ist nochmal ein richtiger Glaubenskurs an zwölf Wochenenden – eine intensive Beschäftigung mit dem eigenen Glauben.“ 

Christiane Gundelach-Just, 50 Jahre, aus Klein-Schneen ist seit 1986 Organistin in ihrer Heimatgemeinde Rittmarshausen. Elf Jahre lang war sie außerdem ehrenamtliche Sprengel-Beauftragte. „Die Frauenarbeit, viele Fortbildungen und Sichtweisen haben dazu geführt, dass ich es noch einmal wissen wollte und die Ausbildung zur Prädikantin absolviert habe. Mein theologisches Fundament wurde sozusagen nach und nach ergänzt. Die Verbindung zwischen dem privaten Gottesdienst auf der Orgelbank und die Teilhabe am Gemeindeleben reizt mich ungemein.“

Cornelia Renders, 55 Jahre, aus Hardegsen ist Diakonin für den Kirchenkreis Leine-Solling und seit 21 Jahren Referentin im Sprengel Hildesheim-Göttingen. „Mich hat nach den vielen Jahren das Büchlein mit den kleinen Gottesdiensten von der Michaeliskirche geprickt. Ach, dann mache ich eben den Kurs und lasse mich nochmal neu inspirieren – genau das habe ich mir gedacht. Und ich muss sagen: Es macht mir einfach Spaß, das Widerspenstige und Widerstrebende von neuen Ideen und alten Traditionen zu spüren.“ 

Und allen dreien ist anzumerken: Sie freuen sich sehr über die Urkunde in ihren Händen. Das Ausprobieren neuer Predigten im Gottesdienst. Und vielleicht sogar neue Formen der Ansprache ihrer Gemeindemitglieder.

Text und Bild: Mareike Spillner

Bild: Der Sprengel-Beauftragte Mark Trebing mit den drei neuen Prädikanten Jan Oldigs Christiane Gundelach-Just und Cornelia Renders sowie Sprengel-Sprecherin Marion Jeitne

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Bild: Mareike Spillner

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Landessuperintendent Eckhard Gorka gratuliert Heiner Wilmer zur Ernennung als neuer Bischof im Bistum Hildesheim

„Herzlich gratuliere ich Heiner Wilmer zur Ernennung als neuer Bischof des Bistums Hildesheim. Ich freue mich über die vielen guten Vorzeichen ökumenischer Verbundenheit. Wir sind in den vergangenen Jahren mit unseren Kirchen ein gutes Stück gemeinsam vorangekommen. Den Weg im geschwisterlichen Miteinander weiterzugehen, mutig und hoffnungsvoll, das ist mein Wunsch für die Zukunft. Heiner Wilmer wünsche ich alles Gute für seine Aufgabe und Gottes reichen Segen für ihn und für die Menschen in seinem Bistum und bei uns in Südniedersachen.“ – Eckhard Gorka, Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers


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Die Bibel immer im Handgepäck

Studierende reisen mit der „Springschool 2018“ vier Wochen durch das Heilige Land

Hildesheim. Vier Wochen durch das Heilige Land reisen, sich als Gruppe finden und auf engstem Raum leben, immer wieder aufbrechen zu neuen Orten in verschiedensten geographischen, kulturellen und sozio-politischen Räumen, Vorträge und Seminare auf Deutsch und Englisch – das alles und mehr beinhaltete das Pilotprojekt „Springschool 2018“, das Hochschulpastorin Uta Giesel aus Hildesheim für das landeskirchliche Mentorat zur Begleitung von Lehramtsstudierenden im Fach Evangelische Religion konzipiert hatte.  Das Projekt wird von der Landeskirche Hannovers, den Sprengeln Osnabrück und Hildesheim-Göttingen, der Evangelischen Erwachsenenbildung Hannover-Hildesheim, Brot für die Welt und den Stiftungen Axel und Friede Springer gefördert.

Während eines Studiensemesters vor zwei Jahren in Jerusalem hat Uta Giesel Kontakte zu ProfessorInnen und DozentInnen geknüpft, um zukünftigen Religionslehrkräften intensive Studien im Heiligen Land zu ermöglichen. Im Februar gingen nun 25 Studierende der Universitäten Göttingen, Osnabrück, Hannover, Hildesheim und Lüneburg für vier Wochen gemeinsam auf Reisen. Die Studierenden fanden sich schnell zu einer Gruppe zusammen, zeigten zur Freude von Pastorin Uta Giesel Teamfähigkeit, Aufgeschlossenheit und soziale Kompetenz.

Das Programm des vierwöchigen Studienaufenthaltes war eng gestrickt: Vier Tage Geschichte Israels und Jerusalems und christliche Konfessionen wurden zunächst in Jerusalem selbst gelehrt, dann ging es nach Galiläa, um einiges über die israelische Gesellschaft zu lernen. Nächste Station war der See Genezareth, von wo aus biblische Spuren der Jesusüberlieferungen und des alten Nordreichs Israel aufgesucht wurden. Bis an die Grenze zum Libanon und zu Syrien führten die Wege und lösten auch einiges an Gesprächsbedarf aus. Durchs Jordanbecken ging es wieder gen Süden. Am Toten Meer wurde den Studierenden die Problematik der Wasserversorgung im Nahen Osten durch eine Vertreterin von „Eco Peace“ erläutert. Zurück in Jerusalem begann die mehrtägige Studieneinheit „Judentum“; gleichzeitig wurde das jüdische Purimfest mit gefeiert.

Es folgten neun Tage Leben und Lernen in Palästina mit den Studieneinheiten Gesellschaft und Politik, christliche kontextuelle Theologie und Islam. Drei Schulbesuche und dortige Gespräche gaben Einblick in die Bildungssituation. Besuche bei EAPPI (Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel) und CPT (Christliche Friedensstifter Teams) klärten über die politische und Menschenrechtslage in den besetzten Gebieten auf.

Begegnungen mit Studierenden, Einladungen in Privathäuser und unzählige Eindrücke entlang der Mauer und am Checkpoint Bethlehem, die Situation in Hebron und ein Gespräch mit einem Siedler, all das waren tiefgehende, zum Teil bedrückende Erlebnisse für die deutschen Studierenden. In Dahers Weinberg, dem Begegnungszentrum „Tent of Nations“, halfen die Studierenden einen Vormittag lang, an der Hoffnung auf Frieden weiter zu bauen und legten bei der Gartenarbeit Hand an. Außerdem spendeten und pflanzten sie drei Olivenbäume.

Gegen Ende der Springschool stand noch die Studieneinheit „Negev – Wüstenväter-Traditionen“ auf dem Programm. Auch hier war die Bibel immer im Handgepäck, und während der Wanderungen und Besichtigungen wurde stets mindestens eine Stelle gelesen und diskutiert.

Für alle Studieneinheiten bekamen die Studierenden am letzten Abend je ein Zertifikat von den Lehrenden ausgehändigt. Wer mehr über die Springschool und die Erfahrungen der Studierenden lesen möchte, findet deren Blog unter: springschoolisrael2018.wordpress.com.

Hochschulpastorin Uta Giesel ist sich sicher, dass die Springschool auf alle Teilnehmenden nachhaltigen Eindruck gemacht hat, und sie hofft, dass weitere  angehende Religionslehrkräfte diese Erfahrung machen können. Uta Giesel






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Bild: Steffen Dombrowski

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Erste Lange Nacht der Kirchen

Ökumenisches Ereignis am 15. Juni in der Hildesheimer Innenstadt mit Cocktails und Psalmen

Hildesheim. Lesungen und Cocktails in St. Jakobi. Psalmen und Live-Musik in der Seminarkirche. Persönliche Segnungen bei den Vinzentinerinnen. Preacherslam und Turmklettern in der Martin-Luther-Kirche. Entspannen im St.-Godehard-Garten. Ein Gottesdienst in SMS-Form bei der Baptistischen Gemeinde. Late-Night-Shopping im „Kleinen Paul“ an der Marienburger Höhe. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Menschen am 15. Juni unter dem Motto „Hellwach“ in der Innenstadt erwartet. Bei der ersten ökumenischen Langen Nacht der Kirchen in Hildesheim.

Als Mirko Peisert vor anderthalb Jahren Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt wurde, war er ganz überrascht, dass es so etwas nicht längst gab. Lange Nächte der Kirchen kannte er aus unterschiedlichsten Städten. Klein und überschaubar in Northeim, groß und mit aufwendigem Programm in Hannover. In der Region Hildesheim haben in den letzten Jahren nur die evangelischen Gemeinden rund um Nordstemmen ein derartiges Angebot auf die Beine gestellt.

Als Mirko Peisert den katholischen Stadtdechanten Wolfgang Voges ansprach, ob man gemeinsam eine Lange Nacht auf die Beine stellen wolle, war dieser sofort angetan. Nach dem großen Open-Air-Gottesdienst zum Hildesheimer Stadtjubiläum 2015 und dem ökumenischen Versöhnungsgottesdienst vor einem Jahr in St. Michaelis sei er ohnehin auf der Ideensuche für eine gemeinsame Aktion gewesen – denn die Ökumene soll künftig in jedem Jahr mit größeren Ereignis gefeiert und gestärkt werden. Die Lange Nacht der Kirchen bietet sich dafür perfekt an, so Voges: „Es war auch für mich eine Überraschung zu hören, welche Vielfalt die Gemeinden anbieten.“ Auch die Freikirchen seien zur Teilnahme eingeladen worden.

Diese Vielfalt der Innenstadt habe man ja bei den Lichtungen schon erleben dürfen, ergänzt Mirko Peisert. „So ähnlich stellen wir uns das vor, nur eine Nummer kleiner.“ Hildesheim sei wegen seiner Größe perfekt für das Format geeignet – im Grunde viel eher als Hannover, weil sich dort die Gästeströme etwas verlaufen. In Hildesheim konzentriert sich die Veranstaltung auf die erweiterte Innenstadt, „so dass man mit dem Fahrrad alles gut erreichen kann“, betont Peisert.

„Wir werden es um 18.55 Uhr mit allen Glocken der Stadt einläuten, so dass auch ein Signal in die Stadt hinaus geht“, kündigt Wolfgang Voges an. Um 19 Uhr beginnt das Programm, das so angelegt ist, dass immer zur vollen Stunde in den teilnehmenden Kirchen ein Angebot beginnt. Die Dauer ist etwa eine halbe Stunde, die BesucherInnen können zwischendurch bequem zur nächsten Kirche wechseln. Um 23 Uhr sollen alle zum großen gemeinsamen Abendgebet in St. Andreas zusammenkommen. Und wer danach noch weiterfeiern möchte, kann das bis zwei Uhr morgens in der Christus-Gemeinde am Moritzberg tun.

Voges und Peisert hoffen, dass die Lange Nacht der Kirchen auch Menschen aufmerksam machen wird, die sonst nicht so häufig Gotteshäuser besuchen. Und dass die Leute auch die Gelegenheit nutzen werden, Kirchen anderer Konfessionen zu besuchen und kennen zu lernen. Allein die Vielfalt des Programms wird an verschiedene Orte locken“, ist Peisert optimistisch. Ralf Neite

Bild:

Die St.-Godehard-Kirche in Hildesheim.

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Bild: Bistum Hildesheim

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Mit den Nachbarn Essen retten

Öffentlicher Kühlschrank als „Fairteiler“ in der Martin Luther-Gemeinde

Hildesheim. Ab morgen steht im Hinterhof der Martin-Luther-Gemeinde ein einsamer Kühlschrank. Der soll aber nicht einsam bleiben, sondern in Zukunft Lebensmitteln ein kurzzeitiges Obdach bieten. Lebensmitteln, die sonst in der Tonne landen. Das Prinzip ist ganz einfach: Hat man etwas übrig, bringt man es dorthin. Steht was Leckeres drin, nimmt man sich es mit. Das nennt sich Foodsharing und findet in fast allen deutschen Städten statt, denn: Ein Drittel aller Lebensmittel landen in Deutschland unangetastet in der Tonne.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Zwar verpflichtet die UN ihre Mitglieder, die Verschwendung von Essen bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, etwas getan hat sich in der Bundesrepublik seitdem aber nicht. Zumindest nicht von offizieller Seite. Stattdessen entstand der gemeinnützige Verein Foodsharing. Seit 2012 engagiert sich die Initiative deutschlandweit für das Retten von Lebensmitteln, rund 25.000 Freiwillige nehmen daran ehrenamtlich teil, als sogenannte „Foodsaver“.

In Fall des einsamen Kühlschranks an der Martin Luther-Kirche ist es ein Zusammenspiel mehrerer Initiativen aus der Nordstadt. Und das entstand auch eher zufällig: Diakonin Katrin Bode war zusammen mit Jessica Feyer vom Integrativen Gesundheitstreff drauf und dran, den alten Kühlschrank auszumisten, als die Idee für den sogenannten „Fairteiler“ aufkam.

Man holte sich Unterstützung bei Najoka Janssen vom Projekt „Radwandlung“. Janssen engagiert sich schon eine ganze Weile als Foodsaver. Und um den alten, etwas rostigen Kühler etwas aufzuhübschen, stieß noch der Künstler Carlo Frisch dazu. In gemeinsamer Arbeit entstand so ein einladendes neues Outfit für das alte Gerät. Dort, in dem kleinen Hof zwischen Kirche und Gemeindezentrum ist es jetzt so gemütlich, dass man sich sogar eingeladen fühlt, eine Weile zu bleiben. Eine gute Gelegenheit, die Lebensmittelretter/innen von um die Ecke kennen zu lernen.

Schon ein paar Mal wurden solche „Fairteiler“ in Hildesheim eingerichtet. Allerdings bestand dabei stets das Problem, dass die Kühlschränke nicht für alle offen zugänglich waren. Hier jedoch kann man jeder Zeit spontan vorbei kommen. Diakonin Katrin Bode findet, in der Kirche müsse ökologisches und nachhaltiges Denken selbstverständlich sein.

„Das passt gut zu uns – zur neuen Mitte der Nordstadt“, sagt sie und meint damit die Wiese vor der Martin Luther-Kirche. Die soll nämlich auf kurz oder lang zu einem offenen Treffpunkt für alle aus dem Stadtteil werden. Durch das Foodsharing dürfte sich auf jeden Fall schon die oder der ein oder andere dorthin verirren, die/den man sonst nicht auf dem Gelände der Gemeinde angetroffen hätte. Übrigens haftet die Gemeinde nicht für den Inhalt des Kühlschranks: Alle NutzerInnen müssen selbst entscheiden, ob die Lebensmittel, die sie entnehmen, einwandfrei sind. Wanja Neite

Info-Abspann: Der Foodsharing-Kühlschrank wird am heutigen Montag um 15 Uhr mit einer kleinen Feier an der Martin-Luther-Kirche eingeweiht.

Bilder:

Carlo Frisch, Katrin Bode und Jessica Feyer verpassen dem Kühlschrank ein schickes Design.

Der Kühlschrank und die Welt: Künstler Carlo Frisch.

Bild: Wanja Neite

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Kommunikation am Ende des Lebens

HAWK-Wissenschaftlerinnen begleiten Fortbildung für SterbebegleiterInnen

Hildesheim. Am Ende des Lebens und bei schweren Erkrankungen kann die Kommunikation mit anderen Menschen schwierig oder unmöglich werden. Basale Stimulation kann helfen, mit sterbenden und stark eingeschränkten Menschen in Kontakt zu treten. Der Hildesheimer Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“ bietet für ehrenamtliche Sterbegleiter/innen nun zum ersten Mal eine Fortbildung zur basalen Stimulation an. Prof. Dr. Ulrike Marotzki und Prof. Dr. Sabine Mertel von der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit begleiten und evaluieren die Fortbildungsmaßnahme mit dem Forschungsprojekt „Nonverbale Kommunikation mit Sterbenden (NoKoS)“.

Die 14 Teilnehmenden der Fortbildung sind ehrenamtliche Sterbebegleiter/innen des Vereins „Geborgen bis zuletzt“ und dem Ökumenischen Hospizdienst Sarstedt und Angehörige von schwerkranken oder sterbenden Menschen. „Wir haben festgestellt, dass es unseren Ehrenamtlichen in manchen Fällen schwer fällt, mit Sterbenden in Kontakt zu treten“, berichtet Rita Willke, Koordinatorin beim Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“. Häufig seien es Erkrankungen wie die Folgen eines Schlaganfalls oder ein Hirntumor, die das Sprechen unmöglich machten. Im Sterben würden sich viele Menschen aber auch in sich selbst zurückziehen und seien nicht mehr ansprechbar. Dann würden die Mitarbeiter/innen versuchen, der Person durch Berührungen, Musik oder auch Vorlesen zu zeigen, dass sie nicht alleine ist, beschreibt Willke. Besonders schwierig sei es dann, wenn es keine Angehörigen gibt, die den Menschen im bewussten Zustand gekannt haben. „Oft werden wir in Altersheime gerufen. Wenn der Mensch dann nicht mehr bei Bewusstsein ist, müssen wir erahnen, was die Person in diesem Moment braucht.“ Bevor die Ehrenamtlichen der Hospizvereine Sterbende begleiten können, absolvieren sie einen Vorbereitungskurs. In der Ausbildung spielt basale Stimulation bisher aber keine Rolle. Über die Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und des Deutschen Hospiz- und Palliativ Verbandes (DHPV) konnte der Verein nun die Fortbildungsmaßnahme finanzieren.

Ulrike Malzahn, Lehrerin für Pflegeberufe an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), leitet die Fortbildung, die an der HAWK in Hildesheim stattfindet. „Bei der basalen Stimulation werden die Nahsinne des Menschen angesprochen und gefördert“, erklärt sie. Über diese Sinne könne der Mensch beispielsweise die eigenen Bewegungen, Berührungen oder auch Klangvibrationen wahrnehmen. „Wenn ein Mensch sich kaum mehr bewegt, werden seine Nahsinne nicht mehr gefördert“, erläutert Mahlzahn. „Irgendwann spürt sich die Person selbst nicht mehr und fühlt sich im eigenen Körper nicht mehr sicher.“ Mit gezielter Stimulation durch Berührung, Klänge oder auch Lichtreize könne man das Körpergefühl fördern und mit Menschen in Kontakt treten, die sich nicht mehr verbal ausdrücken könnten.

Um herauszufinden, wie die Arbeit der Sterbebegleiter/innen von der basalen Stimulation profitiert, wird die Fortbildungsmaßnahme von Wissenschaftlerinnen der HAWK begleitet. „Die Methoden der basalen Stimulation sind bisher vergleichsweise wenig erforscht“, erklärt Prof. Dr. Sabine Mertel, die das Forschungsprojekt NoKoS gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrike Marotzki leitet. Mertel lehrt an der HAWK im Bereich Empirische Sozialforschung und Theoriebildung, Marotzki ist Professorin für Ergotherapie und leitet den Masterstudiengang Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie. Sie haben die Teilnehmenden bereits vor der Fortbildung im Rahmen von Gruppendiskussionen interviewt. Dabei sei beispielsweise thematisiert worden, wie sie die Kommunikation mit Sterbenden bisher erlebt hätten, berichtet Mertel. Bald soll die erste Auswertung der Ergebnisse beginnen. „Es hat sich schon abgezeichnet, dass die Ehrenamtlichen manchmal unsicher sind, was sich die sterbende Person wünscht. Schließlich kann sie sich selbst nicht mehr mitteilen.“ Nach der Fortbildungsmaßnahme wird es eine zweite Befragung geben. „Wir möchten herausfinden, wie sich die Kommunikation mit Sterbenden mit dem Einsatz der basalen Stimulation verändert“, erläutert Mertel das Ziel der Studie. Aufbauend planen die Wissenschaftlerinnen eine weiterführende Studie zur nonverbalen Kommunikation mit Sterbenden durchzuführen, die die internationale Studienlage zu dieser Thematik berücksichtigt. „Langfristig könnten die Ergebnisse auch in die Ausbildung von Sterbebegleiter/innen einfließen.“

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Bild: Julia Dittrich

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Zu viele Gebäude für weniger Menschen: Gebäudebedarfsplan setzt Prioritäten

Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld will künftig nicht mehr alle
Pfarr- und Gemeindehäuser fördern / Beschluss im Juni geplant

Kreis Hildesheim. Der Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld hat dem Kirchenkreistag seinen Gebäudebedarfsplan vorgestellt. Ausgangspunkt für die Aufstellung des Plans war die Erkenntnis, dass der Kirchenkreis angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen nicht mehr jedes Gebäude bezuschussen könne. So sei die Zahl der Wahlberechtigten bei den Kirchenvorstandswahlen von 73000 im Jahr 2012 auf jetzt 61500 zurückgegangen, erinnerte Superintendent Christian Castel: „Wir brauchen Anpassungen.“

Schon seit 2002 werden die Zuweisungen der Landeskirche Hannovers nicht mehr bestandsorientiert für den Erhalt aller vorhandenen Gebäude gezahlt, sondern bedarfsorientiert nach Zahl der Gemeindemitglieder. Nun will der Kirchenkreis mit dem Gebäudebedarfsplan eine Grundlage schaffen, seinerseits die eigenen Bauergänzungsmittel gezielter zu verteilen. Im aktuellen Haushaltsjahr stünden 650000 Euro dafür zur Verfügung, erläuterten Udo Seifert und Helmut Jost für den Gebäudemanagement-Ausschuss. Eine eigentlich große Summe – die aber für 400 Gebäude im Kirchenkreis ausreichen müsse, darunter 140 Kirchen: „Dieser Segen ist auch eine Last“, so Helmut Jost.

Der Ausschuss für Gebäudemanagement, der den Bedarfsplan über mehrere Jahre erarbeitet hat, legte dabei Hochrechnungen bis 2030 zur Entwicklung der Gemeindegliederzahlen und der Pfarrstellen zugrunde und stellte für die Bewertung Regeln auf. Ausschlaggebend für den langfristigen Bestand von Pfarrhäusern und Gemeindehäusern war dabei vor allem der Standort, nicht der bauliche Zustand der Gebäude. Weiterhin soll künftig für rund 2000 bis 2500 Mitglieder ein Gemeindehaus bestehen bleiben.

Vorrang bekommen die jeweils größeren Orte einer Kirchenregion, besonders, wenn sich dort auch der Sitz der kommunalen Verwaltung befindet. Mischnutzungen als Pfarr- und Gemeindehaus in einem Gebäude werden bevorzugt. Im Gebäudebedarfsplan mit Grün markierte Gebäude werden weiterhin gefördert, die mit Rot markierten nicht mehr, die gelb markierten mit Einschränkungen. Kirchsäle in Gemeindehäusern bleiben von der Betrachtung ausgenommen, sie werden wie Kirchen behandelt.

Bis etwa 2030 soll demnach die Zahl der geförderten Pfarrhäuser von ursprünglich 40 auf 28 reduziert werden. Superintendentin Katharina Henking betont, dass die Bewertung der Pfarrhäuser keine direkten Rückschlüsse auf die Pfarrstellen erlaube, denn schon jetzt würden etliche Pastoren und Pastorinnen in angemieteten Dienstwohnungen leben.

Der Kirchenkreis legt den Gebäudebedarfsplan für die eigenen Bauzuweisungen zugrunde und gibt den Gemeinden eine Entscheidungshilfe. Ob die sich von einem Gebäude trennen, oder aber andere Finanzierungsmöglichkeiten, zusätzliche Nutzer  oder Mischlösungen finden, bleibt den Gemeinden überlassen. So wird beispielsweise in Adenstedt das Pfarrhaus verkleinert und soll künftig Gemeinderäume und Dienstwohnung in einem Gebäude beherbergen. In Nettlingen wurde ein Gebäude verkauft, dafür soll ein neuartiger, verschiebbarer Gemeinderaum in den Kirchenraum integriert werden. In Sehlem gibt es einen Gemeinderaum im Turm der Kirche.

Der Gebäudemanagement-Ausschuss hat ein Jahr lang alle Regionen im Kirchenkreis besucht, um den Bedarfsplan überall persönlich vorzustellen. Dabei sei auch Kritik laut geworden: So wurde die Zeit für schriftliche Eingaben als zu knapp empfunden. Die verständliche Kritik habe der Ausschuss sehr ernst genommen, habe jede Eingabe geprüft und zum Teil erneute Gespräche geführt, sagte Katharina Henking.  Die Fristen seien gesetzt worden, um die zuerst und zuletzt besuchten Regionen gleich zu behandeln. Die Gemeinden haben nun bis Ende April erneut Gelegenheit, sich zu äußern. Über den Beschluss des Gebäudebedarfsplans soll in der Sitzung des Kirchenkreistages im Juni abgestimmt werden.

Einige Delegierte äußerten sich besorgt, es könne Gemeindemitglieder abschrecken, wenn das Thema Finanzierung so sehr in den Vordergrund rücke. Zwar sei die Notwendigkeit des Bedarfsplans allen bewusst, doch dürfe man darüber die Inhalte und die Menschen nicht vernachlässigen. „Wir können nicht sagen, alles muss bleiben, wie es ist“, sagte Superintendent Castel dazu. „Wir müssen überlegen, wie Gemeindearbeit und Gottesdienst in Zukunft möglich sind und positiv nach vorne denken.“ „Wie können wir Menschen wieder für die Kirche gewinnen? Diese Themen müssen in Zukunft ganz nach vorne gebracht werden“, sagte Superintendentin Henking.

Ein Beispiel dafür nannte Pastor Bernd Rüter vom Netzwerk Popularmusik: Der Workshop „Frischlied Zufuhr“ wecke mit neuen Kirchenliedern Begeisterung und Motivation für das Mitsingen in den Gemeinden.

Der Kirchenkreistag beschloss außerdem, dass der neu zu bildende Kirchenkreistag ab 1. Januar 2019 wie der bestehende 63 gewählte Mitglieder haben soll.




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Bild: Barth

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Zirkus Mima geht wieder auf Reisen

Mitmach-Zirkus erstmals beim Zeltlager in Offendorf / Jetzt anmelden

Kreis Hildesheim. Ein Zeltlager rund ums Zirkuszelt: Bei der Ferienfreizeit in Offendorf heißt es in diesem Jahr „Manege frei“ mit dem Zirkus Mima. Zwar ist eine Tournee des Mitmachzirkus` von Ort zu Ort wie in alten Zeiten personell für den Kirchenkreisjugenddienst nicht mehr zu stemmen. „Aber Zirkus Mima gehört zum Kirchenkreis dazu und muss weiterbestehen“, betont Kirchenkreisjugendwartin Elske Gödeke. Darum wird das Zeltlager nahe der Lübecker Bucht dieses Jahr um eine Attraktion reicher sein. „Die Dorfbewohner freuen sich schon darauf, dass ein Zirkus kommt“, meint Elske Gödeke.

Vom 29. Juli bis 7. August findet das Zeltlager in Offendorf für Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren statt. Zusammen mit den Kirchenkreisen Rotenburg und Wesermünde bietet der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt dort rund 230 Plätze an. Nicht alle diese Mädchen und Jungen werden sich allerdings als Akrobaten, Clowns oder Jongleure versuchen, Elske Gödeke rechnet mit etwa 30 Teilnehmenden am Zirkusprojekt. Doch auch für alle anderen gibt es ein abwechslungsreiches und spannendes Angebot.

Ganz in der Nähe vom Zeltplatz gibt es einen Badesee zum Schwimmen und Kanufahren, zum Grillen und Chillen.  Zum Jugenddorf gehören neben der großen, von Bäumen umstandenen Zeltwiese auch Werkstattgebäude, wo die Kinder und Jugendlichen mit Holz oder Speckstein werkeln können. Zum Meer sind nur wenige Minuten zu fahren und es gibt ein zusätzliches buntes Ausflugsprogramm. Ein Highlight für alle wird sicher die Fahrt zum Hansa-Park inklusive Grillwürstchen.

Gemeinsame Gottesdienste, Andachten und Musik gehören dazu, ebenso eine Party zur Halbzeit, aber es gibt auch programmfreie Zeit zum Selbstgestalten. Wer beim Zirkus Mima dabei ist, hat natürlich regelmäßig Proben, denn am Ende der Ferienfreizeit steht eine große Galavorstellung, zu der nicht nur die Miturlauber eingeladen sind, sondern auch alle EinwohnerInnen von Offendorf.

Die Kinder und Jugendlichen aus der Region Hildesheim reisen gemeinsam in Bussen an. Geschlafen wird in großen, mit Holzboden und Feldbetten ausgestatteten Zelten für sechs bis zehn Personen. Zusätzliche Zelte sorgen für ein Dach über dem Kopf beim Essen oder für weitere Freizeitangebote. Ein ehrenamtliches Küchenteam bereitet täglich frisch gekochte Mahlzeiten zu.

Neben den drei JugendwartInnen aus den drei Kirchenkreisen steht ein Team von Ehrenamtlichen für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen bereit. „Unsere Teamer haben wir schon zusammen“, freut sich Elske Gödeke. „Manche waren selbst als Kinder dabei, sind heute erwachsen und fahren als Ehrenamtliche mit, einige sogar schon mit eigener Familie“, erklärt die Diakonin. Denn das Zeltlager in Offendorf gibt es bereits seit Jahrzehnten – nur dieses Jahr zum ersten Mal mit Zirkus.

Wer mitfahren will, sollte sich möglichst schnell anmelden. Anmeldeformulare zum Herunterladen findet man auf www.kkjd-hisa.de, Informationen gibt es unter www.zeltlager-offendorf.net sowie telefonisch unter 05121 / 1675- 30. Das Zeltlager kostet 200 Euro pro Person einschließlich Anreise, Aufenthalt, Verpflegung und Ausflügen. Wer die volle Gebühr nicht aufbringen kann, soll sich beim Kirchenkreisjugenddienst melden: „Wir kriegen das hin. Deshalb muss kein Kind zu Hause bleiben“, versichert Elske Gödeke.   Wiebke Barth


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Bild: kkjd-hi-sa

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