Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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Innenstadtlage statt Hochwassergefahr

Die Kita Marienburg hat ihren neuen Räume in der Klosterstraße offiziell eingeweiht

Hildesheim. Für die Kinder war es vor allem aufregend und spannend. Für die Erzieherinnen der Kindertagesstätte Marienburg dagegen eine große Herausforderung und ein Kraftakt: Nach über einem Jahr hat die Kita Marienburg am 1. Oktober endlich ihre neuen Räume in der Klosterstraße beziehen. Am vergangenen Freitag wurde die offizielle Eröffnung gefeiert.

"Alles begann mit einem Schock", erinnert sich Superintendent Mirko Peisert bei seiner Ansprache zur Eröffnung. Bei dem verheerenden Hochwasser im Juli des vergangenen Jahres wurde das Gelände der evangelischen Kindertagesstätte an der Domäne Marienburg vollständig überschwemmt. „Doch als das Wasser weg war, waren wir erst einmal optimistisch." Man sei davon ausgegangen, dass die Kita nach einer Sanierung und mit neuen Möbeln wieder genutzt werden könnte. 

Doch nach genauerer Untersuchung folgte einige Wochen später der zweite Schock: "Die Kita war ein Totalschaden: der Boden verseucht, die Wände verschimmelt. Eigentlich konnte nur noch abgerissen werden", berichtet Peisert. Und auch ein Neubau an dem alten hochwassergefährdeten Standort kam nicht mehr in Frage. 

Die beiden Gruppen mit 40 Kita- und Krippenkindern kamen erst einmal im katholischen Pfarrheim St. Georg und in der Matthäus-Kindertagesstätte am Sensburger Ring unter. Parallel begann die Suche nach einer dauerhaften Alternative. Zunächst war ein Neubau an einem anderen Standort in Itzum im Gespräch. Auch dieser Plan stellte sich als nicht realisierbar heraus. Doch die Kita hatte Glück im Unglück: Die Kindertagesstätte St. Bernward zog im Januar diesen Jahres aus ihrem alten Gebäude am Michaelisplatz in einen Neubau um. Die Räume wurden frei. 

Die Kinder der Kita Marienburg sollten möglichst schnell wieder eine dauerhafte Tagesstätte bekommen. Vorher musste in der Klosterstraße jedoch noch einiges getan werden. „Die Ausstattung war teilweise veraltet und auch die aktuellen Brandschutzbestimmungen wurden nicht mehr erfüllt", erinnert sich Kita-Leiterin Judith Jämmrich. Die alten Räume mussten grundlegend saniert und umgebaut werden. Für die Krippenkinder entstand ein neuer Außenspielbereich. Gegen Ende musste der Umzug noch einmal um zwei Monate verschoben werden. 

Doch im Oktober durften die Kinder endlich ihre neue Kita in Besitz nehmen. Und nicht nur die Räume haben sich verändert: Aus zwei altersübergreifenden Gruppen sind zwei Kita- und eine Krippengruppe für Kinder bis drei Jahren geworden. Drei Krippenplätze konnten zusätzlich geschaffen werden. „Dazu konnten wir unser Personal fast verdoppeln", berichtet Jämmrich. Im kommenden Jahr bekommen die Kinder in ihrem Außenbereich im Magdalenengarten noch einen verschönerten Sandkasten und eine Kletterrampe.

Obwohl die Kindertagesstätte Marienburg nun an anderer Stelle bestehen bleibt, sollen auch in Itzum wieder neue Kita- und Krippenplätze entstehen. Anstelle eines Neubaus plant die Stadt eine Erweiterung der Kindertagesstätten Matthäus und St. Georg.

Ihren Namen soll die Kita Marienburg bis zum nächsten Sommer erst einmal behalten. Danach werde ein neuer Name auch davon abhängen, welche Kirchengemeinde langfristig die Begleitung der Kita übernimmt, erklärt Peisert und fügt augenzwinkernd hinzu: „Es gibt eine naheliegende Idee!" Julia Dittrich

Bild: Julia Dittrich

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Bild: Julia Dittrich

Nach 40 Jahren sind Herausforderungen größer denn je

Diakoniestation Hildesheimer Land feiert Jubiläum / Superintendent Castel kritisiert Zeitdruck in der Pflege

Hoheneggelsen, Nur wenige Menschen haben die Geschichte der Diakoniestation Hildesheimer Land so hautnah miterlebt wie Isolde Malessa. Als 25-Jährige trat sie bei der Diakonie- und Sozialstation Schellerten-Söhlde ihren Dienst an. Es war das Jahr 1985 und erst sieben Jahre zuvor waren die beiden Diakonie- und Sozialstationen gegründet worden, die später zur Diakoniestation Hildesheimer Land werden sollten. 

Malessa und ihre Kolleginnen kümmerten sich noch als „Gemeindeschwestern" um die Pflegebedürftigen der Ortschaften. Heute versorgen die 120 MitarbeiterInnen der Diakoniestation von den Standorten Bockenem, Hoheneggelsen und Holle aus etwa 550 pflegebedürftige Menschen in der Region.Am Mittwochabend feiert Malessa als dienstälteste Mitarbeiterin das 40-jährige Bestehen der Diakoniestation mit. 

In ihren 33 Dienstjahren hat sich einiges getan: „Unsere Arbeitsabläufe und Hygienestandards wurden rechtlich genau festgelegt. Das ist eine positive Entwicklung", findet Malessa. Und auch durch die Zusammenlegung der Diakoniestationen sei vieles einfacher geworden. Doch in den letzten Jahren sei auch der Zeitdruck immer größer geworden. Das mache ihr Sorgen.

Diese Sorge teilt die gelernte Krankenpflegerin mit vielen Menschen in Pflegeberufen. Und auch Superintendent Christian Castel sieht die Entwicklungen der Branche kritisch. In der Matthiaskirche in Hoheneggelsen hielt er die Andacht zum vierzigsten Jubiläum der Diakoniestation. In seiner Predigt ging er auf die Alltagssorgen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein: „Knappe Zeitvorgaben bei Wegezeiten und Pflegeeinsätzen, Krankheitsvertretung für Kolleginnen, unvorhergesehene Situationen bei den Patienten. Und am Ende hat der Einsatz doch wieder länger gedauert als die Vorgaben."

Die Ursache für diesen Druck sieht er bei den Kostenträgern, die für die finanziellen Vorgaben in der Pflege zuständig sind. Daran könne nur die Politik etwas ändern, indem sie „der Pflege den Stellenwert und die Bedeutung zumisst", die ihr zustehe. Umso höher sei die Leistung der Mitarbeitenden der Diakoniestation einzuschätzen, die sich seit 40 Jahren um die Menschen der Region kümmerten.

Im Anschluss an die Andacht ging es für die über 100 Mitarbeitenden und Gäste in eine nahegelegene Gaststätte. Zwischen Kaminofen, weihnachtlicher Dekoration und Kerzenlicht feierten sie gemeinsam das Jubiläum. In diesem Rahmen bedankte sich auch die stellvertretende Pflegedienstleiterin Aneta Binczyk bei den Mitarbeitenden und ihren Familien: „Ohne ihr Verständnis dafür, dass viele Abende und Feiertage bei der Diakoniestation statt zu Hause verbracht wurden, wäre unser Erfolg so nicht zustande gekommen." 

Tatsächlich ist die Diakoniestation Hildesheimer Land besonders in den vergangenen Jahren stark gewachsen. „Allein im letzten Jahr haben wir zehn Prozent an Kunden und Mitarbeiterinnen dazugewonnen", berichtete Binczyk nach ihrer Ansprache. Angesichts mangelnder Pflegekräfte sei das eine große Herausforderung, der sich der Pflegedienst mit Hilfe eigener Nachwuchskräfte stelle. „Wir versuchen, jedes Jahr in jedem Team auszubilden", erklärt Binczyk.

Isolde Malessas Ausbildung liegt nun schon lange zurück. Trotzdem hat sie sich die Begeisterung für ihren Beruf bewahrt. „Ich bin mit Leib und Seele Krankenschwester", erzählt sie. „Im ambulanten Dienst ist man zwar oft als Einzelkämpfer unterwegs, bekommt aber auch so viel Dankbarkeit zurück." Und mit ihr haben auch viele Kundinnen und Kunden die Geschichte der Diakoniestation begleitet. „In manchen Familien versorge ich nun schon die zweite oder dritte Generation."

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Jauchzet, frohlocket!

Weihnachtsoratorium am Fr. 14. Dezember in der Michaeliskirche Hildesheim


Am Freitag, 14. Dezember um 20 Uhr beginnt in St. Michael die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Die Kantorei St. Michael hat namhafte Solisten eingeladen: Der Tenor Andreas Weller war schon häufiger in St. Michael zu Gast und besticht immer wieder durch seine souveräne Gestaltung der Evangelistenpartien. Die bekannte Sopranistin Hanna Zumsande war zuletzt 2017 im großen ökumenischen Versöhnungsgottesdienst zu erleben. Auch Juliane Gaube, Alt, und Albrecht Pöhl, Bass, sind der Kantorei St. Michael seit längerem verbunden. Das Bach-Orchester Hannover mit Konzertmeisterin Marlene Goede-Uter musiziert auf historischen Instrumenten. Die Leitung hat Hans-Joachim Rolf.

Aufgeführt werden die Teile I mit dem berühmten Eingangschor „Jauchzet, frohlocket!“ und IV bis VI, die durch abwechslungsreiche Klangfarben bestechen.

Der Eintritt kostet 15 bis 25 Euro (übliche Ermäßigungen) an der Abendkasse, im Vorverkauf über Reservix und an den bekannten Vorverkaufsstellen gilt ein ermäßigter Preis.


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Bild: Hans-Joachim Rolf

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„Spuren in der Gemeinde hinterlassen“

Alfelder Jugenddiakonin Anja Marquardt in der Friedenskirche verabschiedet

Alfeld. In der Friedenskirche in Alfeld ist am Sonntag die Jugenddiakonin Anja Marquardt verabschiedet worden. Im Adventsgottesdienst entpflichtete die Superintendentin Katharina Henking die Regionaldiakonin des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld von ihren Aufgaben. Als Nachfolgerin tritt Miriam Haase an ihre Stelle. 

Fünf Jahre lang war Anja Marquardt als Diakonin für die Konfirmanden- und Jugendarbeit zuständig. Im September 2013 wurde sie offiziell eingeführt. „Wir haben lange nach dir gesucht!“, wandte sich die Superintendentin Katharina Henking in ihrer Rede direkt an die Diakonin. Darin zog sie auch ein kurzes Resümee. Es seien bewegte Zeiten gewesen und Anja Marquardt habe sich großen Aufgaben stellen müssen – in einem Bereich, in dem vieles völlig neu erfunden werden musste. „Du hast Spuren in unserer Gemeinde und in unseren Herzen hinterlassen“, sagte die Superintendentin. 

Zu diesen Spuren in der Gemeinde zählten unter anderem die neuen Formen der Konfirmandenarbeit, die Marquardt kreativ und mit Bedacht auf den Weg gebracht habe. Die Superintendentin lobte die Professionalität und Verlässlichkeit der Diakonin ebenso wie ihre große Authentizität. „Vor mir stand zu jeder Zeit die echte Anja Marquardt.“ 

Auch der Pastor der Friedenskirche Michael Kratochwill fand Worte voller Lob für die Diakonin. Man habe sie in der Gemeinde sehr liebgewonnen. Neben Worten des Dankes wurden auch Blumen und kleine Aufmerksamkeiten überreicht. Anja Marquardt zeigte sich sichtlich gerührt und wohnte dem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge bei. 

Für mich war das Beste an der Arbeit in der Region hier das kollegiale Miteinander“, blickte Marquardt auf ihre Zeit in Alfeld zurück- „Wenn ich jemand brauchte, war immer jemand ansprechbar.“ Sie habe zudem die große Freiheit genossen, die man ihr eingeräumt habe, um Neues auszuprobieren und auf den Weg zu bringen. 

Für Anja Marquardt geht es jetzt in der Region Gehreden-Wennigsen weiter. Als Diakonin des Kirchenkreises Ronnenberg wird auch in Zukunft ihr Schwerpunkt auf der Arbeit mit Jugendlichen liegen. Ausschlaggebend für den Stellenwechsel war die Nähe zu ihrem Wohnort Ronnenberg. Lisa Krusche

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Bild: Lisa Krusche

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Familienvater, Journalist, Prediger

Superintendentin Katharina Henking führt Mathias Klein als neuen Prädikanten in Heersum ein

Heersum. Zwei Jahre hat sich Mathias Klein auf diesen Tag vorbereitet: Seit Samstag ist er neuer Prädikant in der Kirchengemeinde Heersum. Superintendentin Katharina Henking führte den Familienvater in der Heersumer Urbanikirche in sein neues Amt ein. In Zukunft darf er nicht nur Gottesdienste leiten, sondern auch selbstständig Predigten verfassen und das Abendmahl austeilen.

Klein lebt in Heersum und arbeitet als Zeitungsredakteur in Hannover. Der Schritt ins Prädikantenamt ist für ihn auch eine Rückkehr zu seinem ursprünglichen Berufswunsch: Bevor er Journalist wurde, studierte er Theologie –mit dem Ziel, Pastor zu werden. Doch wegen des damaligen Mangels an Pastorenstellen ließ er das Studium fallen. Nach langer „Kirchen-Abstinenz", so berichtet Klein, fanden er und seine Frau schließlich den Weg zurück in eine Gemeinde. Die Predigten von Pastor Matthias Spiegel-Albrecht, damals Pfarrer in Hackenstedt, hätten dabei eine große Rolle gespielt. 

Doch der Platz in der Kirchenbank reichte Klein nicht aus. Er ließ sich in den Kirchenvorstand wählen und zum Lektor ausbilden. Mit der zusätzlichen Ausbildung zum Prädikanten kann er nun auch sein Talent zum Schreiben in der Kirche ausleben. „Das Theologische und der Entstehungsprozess von Predigten reizen mich", erklärt er. „Es ist ein ganz anderes Schreiben als in meinem Beruf. Ich kann mir viel Zeit lassen und mich mit vielen verschiedenen Texten beschäftigen." 

Auch Superintendentin Henking ist Kleins Freude am Predigen bereits aufgefallen.Vor seiner Einführung betonte sie noch einmal die Wichtigkeit dieses Engagements: Sich an Predigttexten abzuarbeiten gehöre zu diesem Ehrenamt dazu. „Für Sie ist es keine lästige Pflicht, Bibeltexte hin- und her zu wälzen. Sie haben große Freude daran", lobte Henking. Sie stellte auch die wichtige Rolle von Lektoren und Prädikanten in der Evangelischen Kirche heraus. Diese Menschen seien keinesfalls ein Notnagel, um den Mangel von Pastorinnen und Pastoren auszugleichen: „Sie sind ein Zeichen des Reichtums der Kirche." 

Darüber, dass Prädikanten auch das Abendmahl austeilen dürften, sei sie besonders froh. Gerade in kleinen Gemeinden werde das Abendmahl teilweise kaum noch gefeiert. „Das ist eine große und wichtige geistliche Aufgabe."

Sein Talent zur Predigt konnte Klein gleich im Anschluss an seine Einführung unter Beweis stellen: In seiner ersten Predigt als Prädikant sprach er von der Hoffnung in schwierigen Lebensphasen und dem Traum von einer besseren Zukunft. Dabei verstand er, die Lebenswirklichkeit der Menschen mit einzubeziehen. Zwischendurch ließ er immer wieder Persönliches einfließen und brachte die Gemeinde auch mal zum Lachen. Zum Beispiel, wenn er von einer Zukunft träumte, in der Kinder gerne ihre Hausaufgaben machen und das Handy auch mal freiwillig weglegen.

In Zukunft wird die Heersumer Gemeinde wohl noch viele Predigten von Mathias Klein hören. Und für den Fall, dass es mit dem Schreiben mal doch nicht so klappen will, verriet ihm die Superintendentin noch den Rat eines Theologie-Professors: „Wenn man nicht weiter kommt, sollte man einfach einen Lappen nehmen und zum Beispiel die Badewanne schrubben. Dann arbeitet der Text in einem weiter." Doch wahrscheinlich werde er diesen Rat gar nicht nötig haben, so Katharina Henking: „Ich setze auf Ihre Lust und Energie im Predigen. Das wird in Ihren Gottesdiensten spürbar sein." Julia Dittrich

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Bild: Julia Dittrich

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Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kommt!

Meditation zum Advent im Kloster Amelungsborn am Samstag, 8. Dezember

Astrid Schwerdtfeger, Klosterpfarrerin von Amelungsborn, lädt herzlich ein zur adventlichen Besinnung am Samstag, 8. Dezember 2018 von 10 bis 18 Uhr in der Neuen Kantorei des Klosters Amelungsborn.

Mit dem gemeinsamen Üben des Herzensgebetes und der Meditation eines Bibeltextes (lectio divina) wollen wir uns aufs Weihnachtsfest vorbereiten. Der Besinnungstag soll geprägt sein von klösterlicher Stille und geistlichem Gespräch. Es besteht die Gelegenheit, am Mittagsgebet und Abendgebet der Familiaritas teilzunehmen.

Weitere Besinnungstage werden im neuen Jahr angeboten: Samstag, 12. Januar, Samstag 9. Februar und Samstag 4. Mai - jeweils 10-18 Uhr.

Information und Anmeldung: Astrid Schwerdtfeger, Tel. 0178 5625906              

astrid-schwerdtfeger@gmx.de

Bild: Astrid Schwerdtfeger / hmh

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Als Diakonin möchte sie einen Raum für Gemeinschaft schaffen

Carlotta Seidlitz kümmert sich in den Innenstadtgemeinden um die Arbeit mit Kindern / Einsegnung am 15. Dezember

Hildesheim. Carlotta Seidlitz freut sich auf die Adventszeit: Kekse backen, Lieder singen, Geschenke basteln, all das möchte sie mit den Kindern der Innenstadtgemeinden gemeinsam erleben. Die 24-Jährige hat ihre Stelle als Diakonin für die Gemeinden St. Andreas, St. Lamberti und St. Michael zwar schon im September angetreten, hat sich in ihrem Büro am Neustädter Markt schon eingerichtet, doch die Einsegnung durch Superintendent Mirko Peisert findet erst am Samstag, 15. Dezember, um 15 Uhr in der St.-Lamberti-Kirche statt. Anschließend gibt es einen Empfang.

Es ist die erste Stelle für Carlotta Seidlitz als Diakonin, genau gesagt eine Dreiviertelstelle – eine halbe Stelle für die Arbeit mit Kindern in den Innenstadtgemeinden, eine Viertelstelle für den Kirchenkreisjugenddienst. Im Sommer 2017 hat sie ihren Bachelor in Religionspädagogik und Sozialer Arbeit gemacht, danach im Berufsanerkennungsjahr im Kirchenkreisjugenddienst Peine schon praktische Erfahrung gesammelt.

Die hatte sie auch schon aus ihrer eigenen Zeit als Jugendmitarbeiterin. Ihre Familie steht der Kirche nahe; für Carlotta Seidlitz war das Engagement in ihrer Heimatgemeinde in Großburgwedel immer selbstverständlich: „Bei allen Aktionen war ich mit dabei.“ Trotzdem nahm sie sich nach dem Abitur erst einmal Zeit für ein Freiwilliges Diakonisches Jahr, arbeitete in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Bischwiller in Frankreich. Sie wollte ihre vertraute Umgebung verlassen und mit Abstand überlegen: „Was bin ich für ein Mensch, was ist mir wichtig.“ Danach stand ihre Berufswahl fest. Als Diakonin möchte sie für andere Menschen da sein, sie begleiten und dabei einen Raum schaffen, wo sie ohne Gemeinschaft erfahren sowie sich selbst und ihren eigenen Glauben entdecken können.

Mit Schulkindern und Konfirmanden hat sie also schon öfter gearbeitet, neu ist für sie der Einsatz in den Kindergärten. Dort hat sie jetzt schon Andachten gehalten und legt dabei Wert darauf, dass die Mädchen und Jungen nicht nur zuhören müssen, sondern selbst mitmachen können. Bewährte Veranstaltungen der Innenstadtgemeinden – gerade in der Adventszeit – möchte die Diakonin fortführen. Am Zweiten Advent findet in der Andreaskirche das Adventsleuchten statt; Familien können hier einkehren, um zu schauen und zu basteln, und vielleicht danach noch den Weihnachtsmarkt besuchen. Am Samstag, 22. Dezember, wird im Lamberti-Gemeindezentrum mit Kindern ab fünf Jahren gebastelt und gesungen. Vielleicht, meint Carlotta Seidlitz, hätten die Eltern währenddessen ja für das Weihnachtsfest zu Hause noch etwas heimlich zu erledigen. Wiebke Barth







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Bild: Barth

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Adventsmusik bei Kerzenschein in St. Michael, Hildesheim

 Bläserkreis und Posaunenchor laden am 2. Dezember ein

Am 1. Adventssonntag, dem 2. Dezember 2018 um 17 Uhr laden Bläserkreis und Posaunenchor St. Michael zur traditionellen „Adventsmusik bei Kerzenschein“ ein. In der über 1000 Jahre alten Hildesheimer Basilika, UNESCO-Weltkulturerbe seit 1985, werden Kerzen für eine stimmungsvolle Beleuchtung sorgen. Unter der Leitung von Helmut Langenbruch erklingen Adventslieder zum Mitsingen und vorweihnachtliche Musik zum Lauschen. Zwischen den Musikstücken liest der Pastor der Michaelisgemeinde, Dirk Woltmann, eine adventliche Geschichte.

Der Eintritt zur Adventsmusik ist – wie immer – frei. Um eine Kollekte wird am Ausgang gebeten.
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Bild: Helmut Langenbruch

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43. Evensong in St. Michael

Zum Buß- und Bettag wird am Mittwoch, 21. November, um 19 Uhr in St. Michael wieder ein Gottesdienst nach der Ordnung des Evensongs gefeiert

Die Form des Evensongs hat sich im 16. Jahrhundert in England aus den abendlichen Stundengebeten entwickelt und besitzt dort bis heute eine ungebrochene Ausstrahlung, nicht zuletzt dank der hohen Qualität der Kathedralchöre. Die tragende Mitwirkung des Chores, meist von der Orgel begleitet, ist für den Evensong charakteristisch. Hierfür bietet die Michaeliskirche mit ihrer symphonischen Orgel besonders gute Voraussetzungen. Deshalb wurde diese Gottesdienstordnung 2007 eingeführt.

Typisch für den Evensong sind auch die längs orientierten Sitzreihen, die den Wechselgesang der Gemeinde und zwischen den Chorgruppen erleichtern.

Unter der Leitung von Hans-Joachim Rolf singt die Kantorei St. Michael typische Werke, die für den Evensong komponiert wurden. Auf dem Programm steht auch die ergreifende Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger. Den Gottesdienst gestalten außerdem Bettina Gilbert, Kirchenmusikdirektorin im Michaeliskloster, und Pastor Dirk Woltmann.





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Bild: Helmut Langenbruch

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Von der Elbphilharmonie an die Leine

Hoher Besuch in Elze: Katharina Kühl und das Nima-Quartett gastieren am 24. November in der Peter- und Paul-Kirche

Elze. Ihr musikalisches Zuhause ist die Hamburger Elbphilharmonie, ihre Heimat das Hildesheimer Land: Am Samstag, 24. November, kommt die Cellistin Katharina Kühl mit dem Streichquartett Nima in die Elzer Peter- und Paul-Kirche. Alle vier Musikerinnen sind Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters, eines der profiliertesten Orchester im deutschsprachigen Raum. Das Konzert beginnt um 17 Uhr, es gibt noch Karten.

Gerade erst sind die Musikerinnen – neben Katharina Kühl noch Harim Chun (Violine), Barbara Gruszczynska (Violine) und Aline Saniter (Viola) – von einer zweiwöchigen Tournee durch China und Japan zurückgekehrt. Nach den Orchester-Auftritten in großen Sälen freue sie sich nun umso mehr, in kleiner Besetzung in einer Kirche aufzutreten, sagt die Musikerin. „Das hat eine ganz andere Intimität. Und für mich persönlich ist es natürlich auch ein Stück Heimat.“

1984 wurde Katharina Kühl in Hildesheim geboren. Mit fünf Jahren begann sie Cello zu spielen, weil sie von den blonden Korkenzieher-Locken einer Cellistin fasziniert war, die mit ihrem Vater musizierte. Mit sieben Jahren kam als zweites Instrument noch die Trompete hinzu. Ihren dritten Kindheitswunsch, Dudelsack zu lernen, hat sie allerdings nie verwirklicht – und es wird es wohl auch nicht mehr dazu kommen: „Das ist einfach zu laut.“

Ihre Profi-Karriere startete schon früh, im Jahr 2001 mit Almandin-Quartett, mit dem sie mehrfach in der Region und auch in Elze zu erleben war. Regelmäßig war das Quartett in renommierten Kammermusikreihen und bei Festivals im In- und Ausland zu Gast. In den zwölf Jahren seines Bestehens heimste das Ensemble zahlreiche Preise ein, darunter erste Preise beim Charles Hennen Concours in Holland und beim Mendelssohn-Wettbewerbs der deutschen Musikhochschulen, der Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen oder ein Sonderpreis beim Usedomer Musikfestival.

Trotz der Erfolge löste sich das Almandin-Quartett 2013 auf – die Mitglieder, die ursprünglich alle aus dem näheren Umfeld Hildesheims stammten, hatten sich zu sehr über die Republik verteilt, und andere Verpflichtungen waren hinzugekommen. Wie bei Katharina Kühl, die 2010 Mitglied im NDR-Sinfonieorchester geworden war, dem Vorläufer des heutigen Orchesters der Elbphilharmonie.

Das 866-Millionen-Projekt, das ursprünglich ebenfalls im Jahr 2010 fertiggestellt werden sollte, dann aber erst vor zwei Jahren eröffnet wurde, hatte viele Kritiker. Katharina Kühl hat das von vornherein anders gesehen: „Ich habe das immer verteidigt und gesagt: Am Ende werden wir furchtbar glücklich sein, dass das Gebäude da ist.“ Im Nachhinein könne man klar sagen, dass sich der Aufwand gelohnt habe: „Für uns als Sinfonieorchester und für das Image der Klassik überhaupt bedeutet es einen tierischen Aufwind.“

Ende 2016 wurde die „Elphi“ eingeweiht, kurz darauf hoben vier Musikerinnen des Orchesters auch das Nima-Quartett aus der Taufe. Auch nach dem Eintritt ins Orchester habe sie viel Kammermusik gemacht, berichtet Katharina Kühl. Doch nach ein paar Jahren Pause habe sie „wieder große Sehnsucht nach der Arbeit in einem festen Kammerensemble gehabt“, und das sei ihren Kolleginnen ganz genauso ergangen.

Beim Konzert in Elze spielt das Nima-Quartett die Italienische Serenade von Hugo Wolf, das Streichquartett Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und das Streichquartett g-moll von Claude Debussy. Karten zum Preis von 15 Euro gibt es in der Elzer Superintendentur, in den Büros der evangelischen Kirchengemeinden in Elze und den umliegenden Ortschaften sowie an der Abendkasse. Ralf Neite

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Bild: Jan Larsen

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