Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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„Viele junge Menschen motiviert“

Pastor Karl Hesse nach 36 Jahren Amtszeit in der Gerzer Michaeliskirche verabschiedet

Gerzen. Pastor Karl Hesse ist mit einem Gottesdienst in der St. Michaeliskirche in Gerzen aus seinem Amt als Pastor der Kirchengemeinde Am Reuberg in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Gemeinde umfasst die Ortschaften Gerzen, Warzen und Hohenbüchen. Zudem war Hesse Pastor der Gemeinden St. Andreas und St. Urbani in Föhrste, Imsen und Wispenstein.

Superintendentin Katharina Henking überreichte Karl Hesse während des Gottesdienstes seine Entpflichtungsurkunde. „Sie haben das Evangelium gelebt“, sagte sie in dem vollen Gotteshaus, „wir danken Ihnen für Ihren Einsatz.“ Sie verwies auf das Besondere an der Arbeit von Karl Hesse: „Ihr Engagement hat nachhaltig gewirkt im Leben vieler Menschen.“ Viele Teilnehmer der Ferienfreizeiten von Pastor Hesse haben den Weg in den kirchlichen Beruf gefunden. Henking: „Ich finde es wunderbar, wie vielejunge Menschen Sie motiviert haben. Viele sind Pastoren, Religionspädagogen und Religionslehrer geworden.“ Das werde immer wichtiger. „Der Fachkräftemangel ist auch in der evangelischen Kirche angekommen“, so Katharina Henking. 

Pastor Karl Hesse sprach in seiner Predigt über das Gleichnis vom Weinberg. Alle Arbeiter bekommen dort das gleiche Geld, unabhängig davon, wie lange sie gearbeitet haben. „Der Besitzer des Weinbergs verstört damit die Menschen, wenn er allen das Gleiche zahlt.“ Doch Jesu Botschaft, so Hesse, ist eine Welt voller Gottvertrauen darin, dass es für alle reicht. Hesse stellte dieses Bild gegen eine moderne Welt, in der es um immer mehr und mehr geht. Hesse: „Viele Menschen kommen mir heute vor wie Langstreckenläufer, die das Rennen zu schnell angegangen sind.“

Hesse sprach seinen Dank an die Gemeinde aus: „Ihr habt mir meine Arbeit leicht gemacht. Es war schön mit Euch zusammenzuarbeiten.“ Höhepunkt eines jeden Sommers waren die Ferienfreizeiten, die die Jugendlichen der Gemeinde nach Schweden, Frankreich oder Spanien führten. Über 34 Jahre lang wurden Ferienfreizeiten angeboten. „Ohne meine Familie wäre dies nicht möglich gewesen“, sagte er mit Blick zu seiner Frau Angelika. Pastor Karl Hesse, während seiner Predigt sehr gefasst, musste kurz innehalten: „Jetzt habe ich Probleme mit meiner Stimme. Das habe ich sonst nicht.“

Besonders freute sich Hesse, dass bei der Verabschiedung auch Tanja und Ingo Heumann dabei waren. Die beiden haben 20 Jahre lang an Ferienfreizeiten teilgenommen, erst als Teilnehmer, später als Betreuer. „Dort habe ich meine jetzige Frau auch kennengelernt“, sagte Ingo Heumann. Inzwischen lebt er mit ihr in Bad Oeynhausen und war extra zu der Verabschiedung angereist.

Die Kirchengemeinde Am Reuberg wird zukünftig von Pastor Herwart Argow aus Grünenplan pfarramtlich mitbetreut. Die St.-Andreas- und St.-Urbani-Kirchengemeinde in Föhrste, Imsen und Wispenstein wird von Pastoren aus der Region Alfeld mitversorgt. Andreas Mayen

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Bild: Andreas Mayen

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Auf den neuen Kirchenkreistag kommen künftig große Herausforderungen zu

Konstituierende Sitzung: Schrumpfende Mitgliederzahlen verlangen künftig neue Strukturen im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt

Hildesheim. Auf den Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt kommen langfristig schwierige Aufgaben zu. Das erklärte Superintendent Mirko Peisert bei der konstituierenden Sitzung des neuen Kirchenkreistages am vergangenen Donnerstag. Für die nächste Zukunft sei die finanzielle Situation zwar stabil und ausgeglichen. Doch schon ab 2023 kämen deutliche Kürzungen auf den Kirchenkreis zu. Auch einige Stellen müssten langfristig wegfallen. „Wir werden priorisieren und über Strukturen nachdenken müssen“, betonte Peisert. „Gerade für die Stellenplanung werden wir viel stärker regional denken müssen, in Nachbarschaften und Verbünden.“ Auf der anderen Seite gebe es immer mehr Probleme, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für offene Stellen zu finden. „Ich bin sehr dafür, dass wir uns darum weiter für neue Berufsgruppen öffnen.“

Grund für die Notwendigkeit langfristiger Einsparungen seien die sinkenden Mitgliederzahlen der Evangelischen Kirche. Im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt sei der Verlust zwar unterdurchschnittlich, „trotzdem schrumpft unser Kirchenkreis insgesamt im Durchschnitt um 1,4 Prozent in den letzten Jahren.“, schilderte Peisert.

Im Bereich Gebäudemanagement würden darum schon ab sofort Veränderungen notwendig. „Der Kirchenkreis hat Geld vorgesehen, um Flächenreduzierungen zu unterstützen und zu planen.“ Für zukunftsfähige Pfarrhäuser seien Sanierungen vorgesehen.

Diesen und vielen weiteren Aufgaben wird sich ein neuer Kirchenkreistag in den kommenden Jahren widmen müssen. Bei seiner ersten Sitzung wählten die Mitglieder ihre neuen Vorstände und Ausschüsse.

Für das Amt der Kirchenkreistagsvorsitzenden stellte sich abermals Maria-Christine Schäffer aus Barienrode zur Wahl. Sie ist bereits seit über zehn Jahren im Vorstand tätig und wurde einstimmig wiedergewählt. Dieses Ergebnis erreichte auch ihr Stellvertreter Holger Schaper. Für ihn ist es ebenfalls nicht die erste Amtszeit im Vorstand des Kirchenkreistages. Als eines von drei beisitzenden Mitgliedern stellte sich noch spontan der 21-jährige Student Marco Nehls zur Wahl. Er wurde zusammen mit Pastorin Verena Selck und Jörn Surborg ebenfalls in den Vorstand gewählt.

Ein neuer Kirchenkreisvorstand stand an diesem Abend ebenfalls zur Abstimmung. Unter dem Vorsitz von Superintendent Peisert führt dieser die laufenden Geschäfte des Kirchenkreises und besteht aus drei PastorInnen und sechs nicht ordinierten Gemeindegliedern. Als neues Mitglied wurde Pastor und Fundraising-Manager Robert Smietana gewählt. Pastor Jochen Grön und Pastorin Christiane Schiwek bleiben dem Vorstand erhalten. Unter den nicht ordinierten Mitgliedern dürfen sich Manfred Anolke, Karin Köhler, Bernd Lindenzweig, Beate Schoolmann-Baltruweit und Hans-Wilhelm Wilken auf eine neue Amtszeit freuen. Neu dazugekommen ist Bastian Wegener.

Auch neue VertreterInnen des Kirchenkreises im Vorstand des gemeinsamen Verbandes mit den Kirchenkreisen Hildesheimer Land-Alfeld und Peine mussten gefunden werden. Der Kirchenkreistag wählte Manfred Anolke, Karin Köhler und Anja von Nassau. Damit fehlt zurzeit noch ein Vertreter der PastorInnen. Da es keine Kandidatenvorschläge gab, musste diese Wahl zurückgestellt werden.

Insgesamt bildete der Kirchenkreistag neun Ausschüsse und wählte die entsprechenden Mitglieder. Neu dazugekommen sind der Ausschuss für Kirchenmusik und der Bildungsausschuss.  Julia Dittrich






Bild: Julia Dittrich

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Das Neue Testament von 50 Händen

Kirchengemeinde Coppengrave präsentiert ein Gemeinschaftsprojekt

Coppengrave. Es ist eine echte Gemeinschaftsleistung: In zweieinhalb Jahren haben über 50 Menschen aus Coppengrave und Umgebung das Neue Testament der Lutherbibel abgeschrieben - 270 Kapitel, 900 Seiten, über 140.000 Wörter. Die handgeschriebenen Seiten füllen zwei dicke Bücher. Am vergangenen Sonntag wurden die Bände in der St.-Franziskus-Kirche in Coppengrave präsentiert.

Ihren Anfang nahm die Aktion im Dezember 2016. Zum Lutherjahr wollte der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Coppengrave ein besonderes Projekt starten. „Die erste Idee war, die gesamte Bibel abzuschreiben“, erinnert sich Jürgen Woscholski, der die Aktion über die gesamten zweieinhalb Jahre koordiniert hat. Doch mit über 1000 Kapiteln sei das eine Nummer zu groß gewesen. „Wir sind es dann etwas realistischer angegangen und haben uns auf das Neue Testament beschränkt.“

Durch das Abschreiben der Bibeltexte sollten die Gemeindemitglieder die Möglichkeit bekommen, sich in die Zeit um 1521 zu versetzen. Damals hatte Martin Luther auf der Wartburg das Neue Testament in nur wenigen Wochen ins Deutsche übersetzt. Die Coppengravener brauchten für ihre Handschrift dann doch etwas länger. Nach sechs Monaten waren erst 60 Kapitel fertig. Darum startete Woscholski mit dem Kirchenvorstand eine Art Werbekampagne für das Projekt. „Wir haben zum Beispiel gemeinsam Papier geschöpft, um auf die Aktion aufmerksam zu machen.“ Auf dem handgeschöpften Papier wurde dann das Schreiben mit echten Federkielen geübt, ganz wie zu Luthers Zeiten. Auch die Presse berichtete von dem Projekt.

Der Plan ging auf: Im Laufe der Zeit meldeten sich über 50 Menschen, die eines oder mehrere Kapitel aus der Bibel abschreiben wollten. Auch außerhalb der Kirchengemeinde hätten sich viele für das Projekt interessiert und mitgeschrieben, berichtet Jürgen Woscholski. Im Sommer 2018 war das Werk schließlich vollständig.

Der fleißigste Schreiber des Projektes war dabei Gemeindemitglied Hermann Kohrs. Er allein schrieb über 60 Kapitel ab und füllte so etwa 250 Seiten. „Es hat mir so einen Spaß gemacht. Ich habe jeden Regentag genutzt und ein paar Bögen beschrieben“, erzählt er. Auch Gudrun Bosman hat durch das Projekt ihre Freude am Abschreiben entdeckt. Sie widmete sich zwei Kapiteln des Johannes Evangeliums. „Man setzt sich ganz anders mit dem Text auseinander. Wenn man einmal angefangen hat, kann man gar nicht mehr aufhören“, schildert sie. Gudrun Bosman will auch privat mit dem Abschreiben weitermachen.

Natürlich hat auch Pastor Dr. Cornelius Meisiek Kapitel beigesteuert. Und auch bei ihm habe das Schreiben etwas ausgelöst, berichtet er: „Ich habe mich während des Schreibens öfter gefragt: Seit wann kenne ich dieses Bibelwort eigentlich, und was fällt mir vielleicht Neues dazu ein?“ Außerdem verinnerliche man die Worte durch das Abschreiben viel mehr als beim einfachen Lesen.

Auch Superintendentin Katharina Henking lobt das Projekt: „Ich freue mich über diese wunderbare und kreative Initiative.“

Damit die handgeschriebenen Bibeltexte auch möglichst viele Menschen erreichen, will Jürgen Woscholski die gescannten Seiten bald auf der Webseite der Kirchengemeinde online stellen. Besonders beeindruckend bleibt aber natürlich das Originalexemplar, das nun in der St.-Franziskus-Kirche aufbewahrt wird. Buchbindermeisterin Monika Bertram hat die Seiten in zwei dicke Bände gebunden. In den kommenden Wochen sollen die Bücher auch in den anderen Kirchen der Gemeinde gezeigt werden. Julia Dittrich

 






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Bild: Julia Dittrich

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Nach dem Vikariat in Alfeld nun Pastor auf der anderen Seite der sieben Berge

Ordination von Lars Sven Lukas durch Landessuperintendent Eckhard Gorka in der St. Martin Kirche Wrisbergholzen, 3. Februar 2019 - Kirchengemeinden Adenstedt-Wrisbergholzen und Woltershausen

„Nun ist er da“, mit diesen Worten begrüßte Landessuperintendent Eckhard Gorka in der bis auf den letzten Platz der oberen Emporenreihe vollbesetzten St. Martin Kirche Wrisbergholzen den neuen Pastor, Lars Sven Lukas. In den Kirchengemeinden Adenstedt-Wrisbergholzen und Wolterhausen wurde der junge Geistliche am vergangenen Sonntag durch den leitenden Geistlichen des Sprengels Hildesheim-Göttingen in das Amt eines Pastors ordiniert. Für den in Nienburg/Weser geborenen Lars Lukas ist die Gegend bekannt, leistete er doch den praktischen Ausbildungsabschnitt des Vikariats in der Friedenskirche und der Stadtkirche St. Nicolai Alfeld. Pastor Michael Kratochwill war dort sein Vikariatsleiter. Wohnen wird der junge Pastor mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn im Pfarrhaus in Adenstedt. Das gerade aber noch einer grundlegenden Renovierung unterzogen wird.

Katharina Henking als Superintendentin des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld, zu deren Amtsbereich die Kirchengemeinden gehören, dankte zuallererst den leitenden Ehrenamtlichen, mit denen sie sich in der vergangenen Zeit oft beraten hatte. Sie zeigte sich erleichtert, dass es gelungen ist, nach dem Wechsel Pastor Hagen Fausts in die bayerische Landeskirche schnell einen Nachfolger zu finden. Auch angesichts der vielen Aufgaben, die in den Gemeinden anstehen und zu denen beispielsweise die Nachholung der Kirchenvorstandswahlen am kommenden Wochenende gehört.

Eckhard Gorka ging in der Predigt zentral auf den Ordinationsspruch ein, den sich Pastor Lukas ausgewählt hatte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Er wünschte dem jungen Amtsbruder: „ein gutes Augenmaß für ein Pastorendasein zwischen Demut und Sinnfülle.“ Mit Handauflegung und Segnung hieß der leitende Geistliche des südlichsten Sprengels der hannoverschen Landeskirche den jungen Pastor dann in seinem Amt willkommen. Superintendentin Katharina Henking verlas dazu die Ordinationsurkunde als offiziellen Verwaltungsvorgang.

Im Anschluss nutzte die Gemeinde die Gelegenheit, ihren neuen Pastor zu begrüßen. Andreas Amft, Bürgermeister der Gemeinde Sibbesse, und Ulrich Schünemann als Bürgermeister Adenstedts hatten neben herzlichen Willkommensworten auch praktische Geschenke mitgebracht. Geschenke gab es auch von den hauptamtlichen Mitarbeitenden der Kirchengemeinde. Ein ganz besonderes Präsent hatte Superintendentin Henking dabei. Über das Buch, das sie dem jungen Pastor überreichte, wolle sie sich gern in einigen Wochen mit ihm austauschen. Denn es sei wichtig, hob die Superintendentin hervor, dass es neben all der Arbeit in den Kirchengemeinden auch Zeiten der Entspannung, der Lektüre und der Muße gebe, zusammen mit Familie und Freunden. Darauf, versprach sie, wolle sie besonderes Augenmerk legen. Denn schließlich gehöre auch das zu ihrer Fürsorgepflicht für die Pastorinnen und Pastoren.

 

 





Bild: hmh

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Junger Pastor mit Stressresistenz

Jan Höffker in Moringen im Kirchenkreis Leine-Solling ordiniert

Am Beginn der Berufslaufbahn eines Pastors steht die Ordination. Sie folgt auf Theologiestudium und auf die praktische Ausbildung im Vikariat. Diese Schritte erfolgreich gemeistert hat Jan Höffker, der außerdem noch eine Doktorarbeit verfasst hat. Der junge Pastor wurde nun in der Liebfrauenkirche Moringen durch Landessuperintendent Eckhard Gorka feierlich in den Dienst der Kirche ordiniert. Er wird in der Trinitatis-Kirchengemeinde Leine-Weper gemeinsam mit den Pastoren Peter Büttner und Dirk Grundmann tätig sein. Zu ihrer Flächengemeinde zählen drei Kirchen und fünf Kapellen in den Orten Espol, Fredelsloh, Großenrode, Lutterbeck, Moringen, Nienhagen, Oldenrode und Schnedinghausen.

Für den in Uslar geborenen Höffker geht es damit beruflich auf ähnlichem Weg weiter wie ihn seine Ehefrau in Iber-Odagsen seit zwei Jahren erfolgreich beschreitet. Elsa Höffker leitet die dortige Kirchengemeinde, ist allerdings gerade in Elternzeit. Im Pfarrhaus in Iber wohnt das Pastorenpaar zusammen mit seinen beiden Kindern. Für Pastor Höffker ist der Weg in die Trinitatis-Kirchengemeinde Leine-Weper also kurz. An der Seite Pastor Peter Büttners wird der junge Geistliche dort mit einer halben Stelle arbeiten, in einem „Senior-Junior-Modell“, wie Landessuperintendent Eckhard Gorka verdeutlichte.

Für den 35-Jährigen ist es ein „wunderbarer Zufall“, dass ihn die Landeskirche in Moringen und den umliegenden Dörfern einsetzt, denn ihm gefällt die Landschaft. Als naturverbundener Mensch weiß er die abwechslungsreichen Feld- und Waldbestände am Solling zu schätzen. Darauf ging Landessuperintendent Eckhard Gorka auch in seiner Predigt ein. Er stellte der großen Gottesdienstgemeinde, die sich in der klassizistischen Liebfrauenkirche eingefunden hatte, den jungen Amtsbruder mit den Worten vor: „Sie werden merken, dass da ein ganz wunderbarer Pastor zu Ihnen kommt, der von sich selbst sagt, dass er eine hohe Stressresistenz habe.“ Das aber, so Gorka nicht ganz ernstgemeint weiter, gebe ihm Gelegenheit, „Sie zu bitten, dies nicht zu testen. Denn er ist auch Jäger.“

Mit behutsamen Worten skizzierte der Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen im Weiteren die Verantwortlichkeiten eines Geistlichen: „Wir Pastorinnen und Pastoren erleben nichts anderes als unsere Gemeinden. Wir erleben Krisen und Wendezeiten nur eben häufiger, als sie sich in einem einzelnen Leben ereignen.“ Den Pastorinnen und Pastoren begegneten Menschen, die sich oft ,aus dem Zusammenhang gerissen‘ fühlten: „Eheleute, die vor Glück und Erwartungen strotzen und auf bestem Wege sind, sich wechselseitig zu überfordern. Menschen in Familiensituationen, die sie selbst nur noch als Scherbenhaufen beschreiben können. Junge Eltern, die sich erst einmal in die neue Konstellation einfinden müssen. Konfirmanden, die Grenzen suchen. Menschen in Krankheit und Leid.“ Gottes Fürsprache richte sich an alle diese Menschen, er lässt uns wissen, „dass er auf Bitten, Suchen und sogar Klopfzeichen hört. Vielleicht besonders auf die Klopfzeichen des Herzens, “ so Gorka an die Gottesdienstgemeinde und an den jungen Amtsbruder gerichtet.

Mit der Urkundenverlesung durch Superintendent Jan von Lingen und mit der an die Predigt anschließenden Einsegnung durch Handauflegung hieß die hannoversche Landeskirche Jan Höffker dann offiziell im Dienst eines Pastors willkommen.

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Bild: hmh

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Kind der Region kehrt als Pastor zurück

Ordination von Robert Voss in der St. Magnus Kirche Lüthorst

Kirchengemeinde Lüthorst (mit Ortschaften Amelsen, Avendshausen, Deitersen, Hunnesrück/Erichsburg, Lüthorst, Portenhagen, Rengershausen und Vardeilsen) und Kirchengemeinde Emmaus/Dassel, Ortschaft Sievershausen

Am Sonnabend, 2. Februar ordinierte Landessuperintendent Eckhard Gorka Robert Voss zum neuen Pastor in der St. Magnus Kirche Lüthorst bei Einbeck. Für den jungen Pastor und seine Ehefrau meint die erste Pfarrstelle eine Rückkehr in die alte Heimat. Sind doch beide in Dassel, bzw. in Sievershausen aufgewachsen und haben das dortige evangelische Gymnasium Paul-Gerhardt-Schule besucht. Zwar liegen rund 10 Jahre mit Theologiestudium und Vikariatszeit als praktischer Ausbildung zwischen Abitur und heute. Doch freut sich Robert Voss sehr auf die Aufgabe in der Heimatgegend: „Ich bin gespannt darauf, wie sich die Region in den letzten 10 Jahren verändert hat und was gleich geblieben ist. Ich selbst bin ja auch nicht mehr derjenige, der ich vor 10 Jahren war!“ sagt der junge Pastor. Für den 31Jährigen geht mit dem Pastorenamt ein Wunsch in Erfüllung: „Es ist der schönste Beruf der Welt. Jeder Tag ist anders.“

Robert Voss will mit seiner Familie, zu der die Kinder Edda und Alvar gehören und in der bald noch weiterer Nachwuchs erwartet wird, nun erstmal wieder ankommen in den vielen kleinen Dörfern am Fuß des Solling. Als Schwerpunkte hätten ihm im Vikariat vor allem Gottesdienste und Kasualien (Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen) gefallen. Auch die Arbeit mit Kindergartenkindern und in der Schule macht ihm Spaß. Gleichzeitig ist der junge Geistliche „internetaffin“, in den Sozialen Medien präsent und aktiv zu sein, gehört für ihn dazu. Verantwortlich sein wird er an erster Stelle für die Kirchengemeinde Lüthorst. Innerhalb der Emmausgemeinde Dassel für den Ort Sievershausen. Welche Aufgaben Pastor Voss gemeindeübergreifend übernehmen wird, dass „sehen wir, wenn ich da bin.“ 

Nach der offiziellen Urkundenverlesung durch Stephanie von Lingen, Superintendentin des Kirchenkreises Leine-Solling, die damit den jungen Geistlichen amtlich mit seiner Aufgabe betraute, ging Landessuperintendent Eckhard Gorka in der Predigt auf den Ordinationsspruch des jungen Pastors ein: „Selig sind, die da geistlich arm sind, denn ihrer ist das Himmelreich!“. Der leitende Geistliche des Sprengels Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers leitete daraus Hinweise für das Handeln eines Pastors ab und legte sie dem neuen Amtsbruder und der Gemeinde besonders ans Herz: „Vorsicht mit Urteilen. Und Vorsicht vor den Urteilen anderer.“ „Machen Sie den Leuten Mut zur Grammatik Jesu“, so Gorka weiter, sie heißt: „Zuspruch vor Anspruch! Und dieser Zuspruch gilt Ihnen auch: Gott befohlen, lieber Pastor Voss!“

Bild: hmh

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Superintendent Wöhler kritisiert Rückgang religiöser Bildung

Leitender Geistlicher sprach auf Neujahrsempfang der Stadt Holzminden

Holzminden (epd). Der Holzmindener Superintendent Ulrich Wöhler hat ein mangelndes christliches Identitätsbewusstsein durch einen Rückgang religiöser Bildung beklagt. "Ich fürchte, dass wir an dieser Stelle erhebliche Defizite haben", sagte der evangelische Theologe am Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt Holzminden und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Christliche Kinder seien oft von einer "Wolke der Ahnungslosigkeit umgeben". Bei den Erwachsenen sei das vermutlich nicht anders. Werte müssten erlernt, erprobt und eingeübt werden.

Das Hauptproblem für die sinkenden Kirchenmitgliederzahlen seien nicht die Austritte, sondern der demografische Wandel, sagte Wöhler laut Redemanuskript. "Kinder die nicht geboren werden, können wir auch nicht taufen." Zudem ließen längst nicht alle evangelischen Familien ihre Kinder noch taufen. Fast jedes zweite Kind, das dazugehören sollte, werde nicht getauft, weil die Selbstverständlichkeit der Taufe verlorengegangen sei. Innerhalb von ein bis zwei Generationen versickerten gesamtgesellschaftlich betrachtet die Kirchlichkeit, der Glaube und der gesellschaftliche Zusammenhalt.

Wöhler plädierte zudem dafür, die Kirchbauten als Orte des Glaubens und der Spiritualität zu erhalten. Die Kirche sei im Vergleich zur Post, dem Lebensmittelhandel oder der Gastronomie als einzige Einrichtung noch flächendeckend vor Ort. "Ich bin davon überzeugt, dass die Erhaltung unserer Kirchen die Antwort auf die Frage nach der Zukunft ist." Zum Neujahrsempfang in der Holzmindener Stadthalle waren rund 300 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft geladen.

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Bild: Helmut Simon

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Wachwechsel an Bord des Kirchenschiffes

Vierstündiger Wahlmarathon zum Auftakt der neuen Legislaturperiode des Kirchenkreistags Hildesheimer Land-Alfeld

Hildesheim. Der Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld hat ein neues Parlament. Am Dienstagabend hat sich der Kirchenkreistag im Tagungssaal des Hildesheimer Kirchenamts konstituiert. Fast die Hälfte der Mitglieder, die die Gemeinden in das Leitungsgremium entsenden, hat gegenüber der letzten Legislaturperiode gewechselt. Die erste Aufgabe der Delegierten bestand darin, in einem fast vierstündigen Wahlmarathon die Vorstands- und Ausschussposten neu zu besetzen.

„Für die Bereitschaft, sich der Verantwortung zu stellen, danken Ihnen beide Superintendenten herzlich“, sagte Superintendentin Katharina Henking aus Alfeld zum Auftakt der Sitzung. „Das hat Parallelen zum Wachwechsel an Bord eines Schiffes“, ergänzte Christian Castel, Superintendent.„Gerade in stürmischen Zeiten muss man sich über den Kurs einig werden“, schrieb er der „Mann- und Frauschaft“ (O-Ton Castel) ins Logbuch.

Bei den Personalentscheidungen, die mit der Ausnahme eines Ausschusses durchweg in geheimer Abstimmung gefällt wurden, herrschte dann auch große Einigkeit. Einstimmig wurde Christoph Bauch aus Adensen als Vorsitzender des Kirchenkreistags-Vorstands wiedergewählt. Dieses Ergebnis erreichte auch Achim Lindenberg als zweiter Vorsitzender, der das Amt ebenfalls schon in den zurückliegenden sechs Jahren ausgefüllt hatte. Melanie Voß (Bockenem), Petra Woscholski (Coppengrave) und Pastor Peter-Michael Wiegandt (Holle) sind als BeisitzerInnen neu im Vorstand. 

Einstimmig fiel auch das Votum aus, dass Katharina Henking Geschäftsführende Superintendentin des Kirchenkreises bleiben soll. Sie hatte diese Position, mit der der Vorsitz im Kirchenkreisvorstand verbunden ist, bereits in den letzten sechs Jahren inne.

Der Kirchenkreisvorstand als geschäftsführendes Organ des Kirchenkreises stand ebenfalls zur Wahl. Neben den beiden Superintenden wirken drei PastorInnen und zehn ehrenamtliche Aktive darin mit. Von sechs kandidierenden PastorInnen bekamen Sabine Ahlbrecht aus Lauenstein, Martina Frost aus Bisperode und Lars Röser-Israel aus Brunkensen die meisten Stimmen. Aus den Reihen der Ehrenamtlichen wurden Doris Heil, Bernd Rossi, Ute Bertram,Dr. Wolfgang-Ullrich Weinert, Tobias Lecher, Bernd Leonhard, Hermann Reinhold, Birgit Lillig, Klaus Brennecke und Friedrich Wittmeier gewählt.

Für den Vorstand des gemeinsamen Verbands mit den Kirchenkreisen Hildesheim-Sarstedt und Peine wurden neben den beiden Superintendenten auch Pastor Klaus-Daniel Serke aus Bad Salzdetfurth sowie Christoph Bauch, Bernd Leonhard, Marion Ohlendorf und Hermann Reinhold als Mitglieder bestimmt. 

Neben den vielen Personalentscheidungen musste auch die pfarramtliche Zukunft der Kirchengemeinde St. Andreas und St. Urbani in Alfeld geklärt werden, dahinter verbergen sich die Orte Föhrste, Imsen und Wispenstein. Diese Gemeinde war bisher mit der Kirchengemeinde Am Reuberg (Gerzen, Warzen, Hohenbüchen) pfarramtlich verbunden. Bereits 2011 hatte der Kirchenkreistag entschieden, nach der in Ruhestandsetzung von Pastor Karl Hesse hier zukünftig neue Zugehörigkeiten zu schaffen. Das wurde nun nach Beratungen mit den Kirchenvorständen und Hauptamtlichen vor Ort beschlossen: Die Gemeinde Am Reuberg wird zukünftig mit Grünenplan gemeinsame Sache machen; St. Andreas und St. Urbani werden pfarramtlich mit den Kirchengemeinden Am Sackwald und Eimsen verbunden. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefällt. Ralf Neite

Bild: Ralf Neite

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„Gottes Segen möge Dich reichlich begleiten - mit einer großen Portion Heiterkeit“

Landessuperintendent Eckhard Gorka ordinierte Sophie Schäfer als Schulpastorin der Herman-Nohl-Schule Hildesheim

 (Hildesheim, 29. Januar) Draußen ein normaler Werktag in der geschäftigen und bunten Hildesheimer Nordstadt. Innen in der Martin-Luther-Kirche fällt ein Strahl Wintersonne auf die mit jungen Menschen gut besetzten Kirchbänke. Statt Orgelmusik moderne Kirchenlieder aus dem neuen Liederheft „freiTöne“, live begleitet von E-Piano und Gesang. Schon das machte klar, dass kein Gottesdienst wie jeder andere gefeiert wird, als Landessuperintendent Eckhard Gorka die Gemeinde begrüßte.

Anlass für den Gottesdienst zur ungewöhnlichen Zeit, alltags und „high-noon“ so Landessuperintendent Gorka eingangs, war die Ordination von Sophie Schäfer als Schulpastorin der Herman-Nohl-Schule Hildesheim. Die 1984 in Jever zur Welt gekommene und in Oldenburg (Oldbg.) aufgewachsene Schäfer hat in Schul- und Studienzeiten vielfältige Erfahrungen gesammelt. Ein Auslandsschuljahr verbrachte sie in den USA. Nach dem Abitur 2004 leistete sie ein Praktikum in einer Einrichtung zur Drogenrehabilitation in Manila, Hauptstadt der Philippinen. Statt des geplanten Psychologiestudiums führten sie die Eindrücke dort und das Vorbild ihrer Oldenburger Gemeindepastorin zum Studium der evangelischen Theologie in Bielefeld-Bethel und später in Göttingen. Die Verbundenheit mit Pastorin Christiane Geerken-Thomas aus der Heimat wurde auch dadurch unterstrichen, dass die Geistliche aus der Oldenburgischen Landeskirche als Assistentin am Ordinationsgottesdienst teilnahm. Daneben assistierte Pastor Gert Liebenehm. Bei ihm hat Sophie Schäfer nach dem Studium die praktische Ausbildung im Rahmen des Vikariats in der Kirchengemeinde Göttingen-Nikolausberg absolviert. An diese Grundlage für den Beruf als Pastorin schlossen sich weitere, ergänzende Lehrgänge an. So ist die junge Pastorin ausgebildet als Gefängnisseelsorgerin und hat sich – in Vorbereitung für die Tätigkeit an der Herman-Nohl-Schule – vertiefend mit Schulseelsorge und Didaktik und Methodik evangelischen Religionsunterrichts beschäftigt.

Noch in Göttingen lernte sie 2007 ihren Ehemann kennen, das Paar hat seit 2010 einen Sohn. Die Universitätsstadt im Süden Niedersachsens bleibt vorerst auch Wohnort der jungen Schulpastorin. So fährt sie täglich aus der Stadt mit der großen Universität in die Stadt mit der kleineren Universität, aber mit großer Geschichte.

Nach offiziellem Gottesdienst mit der Einsegnung der jungen Amtsschwester durch Landessuperintendent Gorka, gab es Gelegenheit zu Grußworten. Dabei hieß Martina Reinhardt, Schulleitern der Nohl-Schule, ihre neue Schulpastorin herzlich willkommen, unterstützt durch den großen Applaus der versammelten Schülerinnen und Schüler. Gert Liebenehm beglückwünschte die anwesenden jungen Leute zu einer engagierten und guten Religionslehrerin und Schulpastorin und richtete einen Herzenswunsch an seine ehemalige Vikarin, „Gottes Segen möge Dich reichlich begleiten - mit einer großen Portion Heiterkeit“. Die Feier klang aus bei Gesprächen und bei einem liebevoll durch die Schülerinnen und Schüler der Herman-Nohl-Schule vorbereiteten Buffet, attraktiv angerichtet unter der Orgelempore der Martin-Luther-Kirche.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Auftakt mit Schauspieler Ulrich Noethen

Zweite Saisonhälfte im Literaturhaus St. Jakobi bietet poetische bis politische Abende

Hildesheim. Am 9. März beginnt die zweite Spielzeithälfte im Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim. Mit bekannten Namen wie Ulrich Noethen oder Abbas Khider, mit Newcomern wie Helene Bukowski und mit bewährten Formaten wie dem regelmäßigen Stimmlabor. Das klingt vertraut, doch für Intendant Dirk Brall beginnt eine Phase des Wandels. Denn am 30. April feiert das Literaturhaus seinen fünften Geburtstag, und Brall sucht nach dem Konzept für eine längerfristige Zukunft, finanziell wie inhaltlich: „Was kann bleiben, was soll sich weiterentwickeln?“

Näheres will er noch nicht dazu sagen, „da bin ich ganz am Anfang“. Zu dem, was bleibt, wird jedenfalls das Bühnenbild gehören. Weil es sich in jeder Saison verändert. Für diese Spielzeit haben die Jakobi-Gestalter Benjamin Gross und David Schnitter eine Wegkapelle in die Pilgerkirche gebaut – ein Zeichen für das Motto „Land“, Nummer zwei in der Trilogie Stadt-Land-Fluss.

Dass diese Veränderungen auch Probleme mit sich bringen können, erlebte das Publikum im September bei der Veranstaltung mit Navid Kermani. Auf einigen Plätzen konnten die Besucher den Autor schlecht verstehen. „Ein Akustikloch“, erklärt Dirk Brall. Die Sitzreihen waren für das neue Bühnenbild umgestellt worden, und erst im Verlauf des Abends wurde klar, dass die Stuhlreihen neu justiert werden mussten.

Das Problem wurde schnell behoben. Brall ist zufrieden mit der ersten Saisonhälfte, neben Kermani hatten auch Annette Pehnt und Ministerpräsident Stephan Weil ein gut gefülltes Haus. Rechnet man die 1000 Besucher hinzu, die allein zum „Jahrmarkt“ hereinströmten – einem Jakobi-Angebot zum Light Night Shopping – kamen von September bis Dezember rund 3500 Menschen ins Literaturhaus.

Volle Reihen erwartet Dirk Brall auch zur ersten Veranstaltung der Frühjahrssaison: Der Schauspieler Ulrich Noethen liest am 9. März Passagen aus Johann Hinrich Claussens „Buch der Flucht“. Das ist eine Neuerzählung biblischer Geschichten, die deutlich macht, wie sehr das Buch der Bücher von Geflüchteten und Heimatlosen geprägt ist. Auch der Autor selbst wird anwesend sein und im Gespräch mit Julia Koll von der Akademie Loccum über Motive und Hintergründe seines Schreibens Auskunft geben.

„Hitler, Scheiße, Lufthansa“: Das waren die ersten drei deutschen Wörter, die Abbas Khider kennen lerne, als er vor 20 Jahren aus dem Irak hierher floh. Inzwischen ist er ein vielfach ausgezeichneter deutscher Autor. In Hildesheim stellt er am 14. März sein Buch „Deutsch für alle“ vor. NDR Kultur zeichnet den Abend auf und präsentiert den Band vorher in der Sendung „Am Morgen vorgelesen“.

Das Klavierquartett Flex Ensemble lässt am 29. März Musik sprechen und interpretiert Arvo Pärts „Stabat Mater“. Eine experimentelle Video-Lesung der Lyrikerin und Performerin Nora Gomringer kontrastiert die Klänge.

Politisch geht es am 4. April mit Kathrin Röggla und ihrem Buch „Nachtsendung“ weiter – eine Analyse, die alle Facetten des gesellschaftlichen Zusammenlebens betrifft. Am 30. April folgt die Geburtstagsfeier des Literaturhauses – Details will Dirk Brall jetzt noch nicht preisgeben.

Im Mai kommt Esther Kinsky zur Hildesheimer Poetikvorlesung, ein Woche später befasst sich das studentische artemis kollektiv sich mit feministischen Fragen zum Literaturbetrieb. Die ebenfalls studentische „Landpartie“ ist im Juni zu Gast, außerdem steht ein literarisches Picknick mit dem Verleger Andreas Rötzer auf dem Programm. In Rötzers Edition Naturkunden erscheinen zahlreiche Tier- und Naturbücher, die bestens in einen aktuellen Trend der Literaturszene passen. „Ich glaube, das ist auch eine Gegenbewegung zur digitalen Welt“, sagt Brall. Als letzter Gast der Spielzeit liest am 8. Juli die Hildesheimer Studentin Helene Bukowski aus ihrem Debütroman „Milchzähne“. Gefördert wird das Programm von der Landeskirche Hannovers und der Hanns-Lilje-Stiftung.

Info:

Karten und nähere Informationen gibt es ab sofort über die Homepagewww.stjakobi.de

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Bild: Marion von der Mehden

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