Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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Zehn Jahre permanent gute Ideen

Schulpastor und Schulbeauftragter Pastor Peter Noß-Kolbe verabschiedet / Wechsel zum Predigerseminar in Loccum

Hildesheim.  Sie lassen ihn ungern gehen: Mit einer Andacht im Literaturhaus St. Jakobi haben sich Wegbegleiter aus Kirche und Schule widerwillig, aber herzlich von Pastor Peter Noß-Kolbe verabschiedet. Zehn Jahre hat er im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt als Schulpastor und zudem als Beauftragter für Kirche und Schule für gleich fünf Kirchenkreise der Region Hildesheim gewirkt. Pastor Noß-Kolbe wird künftig als Studieninspektor im Predigerseminar Kloster Loccum mit der Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren betraut sein. Und auch wenn der Abschied schwer fällt: „Das ist eine Traumstelle“, sagt Pastor Noß-Kolbe.

Seine erwachsene Art zu denken zeichne Peter Noß-Kolbe aus, erklärte   Superintendent Mirko Peisert. Seine Beiträge zu Debatten zielten nicht auf Wirkung, sondern immer auf den Inhalt und eröffneten oft neue Sichtweisen. Bei einem gemeinsamen Rückblick habe er gestaunt, wie viele Initiativen, Projekte, Bildungstage der Pastor in zehn Jahren angestoßen, organisiert und begleitet hat.

So habe er beispielsweise eine Online-Praktikums-Börse aufgebaut, das Patenprojekt an der Hauptschule Alter Markt und später Oskar-Schindler-Schule ins Leben gerufen, die Umgestaltung der Bugenhagen-Hochschule, das Projekt Evangelische Bildung und den Weg der Jakobi-Kirche zum Literaturhaus begleitet. „Du hast viel bewegt“; sagte der Superintendent, „ich werde dich vermissen“.

Dieser Schulbeauftragte habe ihm durch seine permanenten Ideen die Arbeit als Landessuperintendent leicht gemacht, sagte Eckhard Gorka. Deshalb verabschiede er ihn auch „äußerst ungern“. Gorka nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Religionslehrkräften für ihre Arbeit zu bedanken.

Dank gab es auch von Dietmar Ehbrecht, Leiter der Friedrich-List-Schule, für Peter Noß-Kolbes Einsatz als Schulpastor. Er habe die Fähigkeit, Menschen in schwierigen Situationen aufzufangen, könne sie begeistern und mitnehmen. Koordinator Jürgen Pingsmann und Lehrerin Kathrin Stoebe vom Bischöflichen Gymnasium Josephinum dankten für die fantasievollen und abwechslungsreichen Schulgottesdienste für die evangelischen Schülerinnen und Schüler.

Peter Noß-Kolbe, 49 Jahre alt, ist in Peine geboren und in Diepholz aufgewachsen. Nach elf Jahren als Gemeindepastor nahm er 2008 das Angebot aus Hildesheim an. „Ich fühle mich in Stadt und Region Hildesheim mit dem tollen kulturellen Leben sehr wohl“, sagt er. Doch halte er nach zehn Jahren den Zeitpunkt für eine neue Herausforderung für gekommen. Dass er während der Vakanz zusammen mit Andrea Burgk-Lempart die Aufgaben eines Superintendenten übernehmen durfte, habe ihm zusätzlich neue Blickwinkel eröffnet. Die Verbindung nach Hildesheim, wo Frau und Töchter weiterhin leben, wird er nicht aufgeben, nur an Arbeitstagen in Loccum wohnen. „Hier bleiben mein Herz, meine Seele und meine Liebe“, sagte Pastor Noß-Kolbe.   Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Früherer Landessuperintendent und Altabt Hans-Christian Drömann gestorben

Hildesheim/Lüneburg. Der frühere Lüneburger Landessuperintendent Dr. Hans-Christian Drömann ist tot. Der ehemalige Abt des Klosters Amelungsborn bei Holzminden starb am Dienstagabend im Alter von 86 Jahren in Hildesheim. Der Theologe leitete von 1988 bis zu seiner Pensionierung 1997 den evangelisch-lutherischen Sprengel Lüneburg. Seitdem lebte Drömann wieder in seinem Geburtsort Hildesheim. "Mit ihm verlieren wir einen treuen Diener Christi an allen Stationen seines Wirkens", sagte der Hildesheimer Landessuperintendent Eckhard Gorka, der Drömanns Nachfolger als Abt in Amelungsborn ist.

Drömann studierte Theologie und Musik und war unter anderem als Gemeindepastor und Superintendent in Bockenem am Harz tätig. Er engagierte sich sehr für die Kirchenmusik und war 15 Jahre lang einer der beiden Vorsitzenden der gesamtdeutschen Gesangbuchkommission. Das von der Kommission gestaltete neue Evangelische Gesangbuch erschien 1994. "Unsere Kirche ist ihm dankbar dafür, dass er entscheidend daran beteiligt war", sagte Gorka. Zudem habe Drömann als Landessuperintendent nicht nur zahlreiche Pastorinnen und Pastoren ordiniert, sondern diese in ihrem Dienst auch als Seelsorger begleitet.

Fast 20 Jahre lang gehörte Drömann der Synode der hannoverschen Landeskirche an. 1996 berief ihn der Kirchensenat zum Abt des evangelischen Klosters Amelungsborn bei Holzminden. Mit diesem Amt war er bis 2002 betraut. Auch danach hat er für das Kloster engagiert und dort bis ins hohe Alter Einkehrtage angeboten.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen


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Bild: Landessuperintendentur Hi.-Gö.

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Inspiriert von der Jugendarbeit

Miriam Haase wird in Alfelder Friedenskirche als neue Diakonin eingeführt

Alfeld. Kaum hatte Superintendentin Katharina Henking in der Alfelder Friedenskirche ihren ersten Satz ausgesprochen, rief ein beherzter Gottesdienstbesucher laut und deutlich „Ja!“ dazwischen. Was hatte diese spontane Reaktion ausgelöst? Es war der erste Satz ihrer Rede: „Eine ganze Kirche freut sich über die neue Diakonin. Und die Region, die stellenmäßig so ausgedünnt ist, freut sich besonders.“  In dem „Ja“ war Freude und Hoffnung zugleich zu spüren. Freude über die neue Mitarbeiterin und Hoffnung, dass es Entlastung der Arbeit geben möge.

Die geistliche Chefin der Region Alfeld im Ev.-luth. Kirchenkreis Hildesheimer Land war gekommen, um Miriam Haase als Diakonin einzusegnen. Die junge Frau startete damit in ihr Berufsleben als Mitarbeiterin des Kirchenkreises – zunächst auf einer wegen Elternzeit befristeten Stelle.

Zielgerichtet hatte sie sich am Ende ihres Studiums „einen Termin bei der Superintendentin ergattert“, wie Katharina Henking amüsiert erzählte. Dort  habe Miriam Haase klargemacht: „Meine erste Stelle möchte ich in Ihrem Kirchenkreis antreten.“

Und so ist es nun auch gekommen. Sehnlichst wurde sie erwartet als Verstärkung bei den laufenden Aufgaben der Konfirmanden- und Jugendarbeit. Aber auch andere Vorhaben und Aufgaben warten auf Miriam Haase. „Ich freue mich sehr darauf. Und bringe viele Ideen mit“, äußerte sich die frisch gesegnete Diakonin nach dem Gottesdienst.

Die Superintendentin gab der neuen Kollegin dazu in ihrer warmherzigen Ansprache auch geistliches Rüstzeug mit, indem sie sich auf den Bibelvers bezog: „Wandelt als Kinder des Lichts. Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Das sei eine Zusage für das eigene Leben und eine Ermutigung zum Handeln. Henking:  „Es ist eine wunderbare Aufgabe, diese befreiende Botschaft in die Welt zu tragen.“

Wie aber kam die junge Frau dazu, Diakonin zu werden? „Mich hat Pastor Thorsten Buck inspiriert, der mich in Heinde konfirmierte“, erzählte Miriam Haase. Danach wurde sie Teamerin bei Konfirmanden-Projekten und brachte sich intensiv in die Jugendarbeit ein. Und irgendwann kam die Frage ihres Mentors: „Was hältst du davon, wenn du Diakonin wirst?“. Da zündete es bei ihr und der Weg begann, der sie nun in Alfeld vor den Altar geführt hat, um den Segen Gottes für den neuen Lebensabschnitt zu empfangen.

„Solche Momente sind ein Lichtblick für unsere Kirche“, freute sich die Superintendentin. Das sahen auch andere Gäste so. Von ihrer Heimatgemeinde Innerstetal gab es einen Korb voll veganer Köstlichkeiten, vom Kirchenvorstand der Friedensgemeinde einen dicken Blumenstrauß und von ihrer Schwester ein selbst verfasstes Lied voller Geschwisterliebe. Und dann machte es die offizielle Urkunde aus dem Landeskirchenamt amtlich: Miriam Haase ist nun eine gestandene Diakonin.   Claus-Ulrich Heinke


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Bild: Heinke

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„Gott wollte heute Abend Spaß haben“

Die erste lange Nacht der Kirchen in Hildesheim zieht viele Besucher an

Hildesheim. Die lange Nacht der Kirchen beginnt laut. Um 18.55 Uhr läuten alle teilnehmenden 19 Kirchen gemeinsam ihre Glocken und so die Veranstaltung ein. Oder besser: die Veranstaltungen. Denn zu jeder vollen Stunde gibt es in jeder Kirche einen anderen Programmpunkt.

Zum Beispiel „Glocken-Geläut und Gloria“ in der Paul-Gerhard-Kirchengemeinde. Hier  trägt Pastor Rainer Schwartzkopff  Interessantes über die Kirchenglocken vor, die dann geläutet werden, und der Jugendchor tritt auf. Im Anschluss kann man den Kirchturm besteigen und die Glocken von Nahem bestaunen.  „Ich fand es sehr gut. Man hat ja sonst nie die Gelegenheit da oben rauf zu kommen“, sagt Carsten Hellemann. „Wir wollen jetzt noch in die Paulus-Kirchengemeinde und später in die Andreaskirche“, verrät Sonja Hellemann ihre weiteren Pläne. 

Die Entscheidung für einen Programmpunkt und eine Kirche fällt gar nicht so leicht, immerhin ist das Angebot sehr groß. Da ist der illuminierte Klostergarten in St. Godehard, ein Konzert zum Mitsingen in der St.-Martinus-Kirche oder Stationen zu Segensworten in der Kapelle Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern.  Oder auch die Möglichkeit sich mit Psalmen zu beschäftigen. Gudrun Paaschke hat in der Seminarkirche des Priesterseminars an der Veranstaltung PsalmenRaum – LebensRaum teilgenommen: „Das war ein sehr schöner Umgang mit dem Thema. Man konnte Psalmen mal ganz anders erleben.“

Im Literaturhaus St. Jakobi laden Anne Klocke und Dagmar Wortmann ein, den Raum mit der eigenen Stimme zu erforschen und gemeinsam zu singen. Tatsächlich lassen sich alle Besucher auf das Experiment ein und singen und sprechen gemeinsam in einem großen Kreis. „Der Raum ist einfach Kultur pur, die Kultur strömt aus allen Ecken. Sehr inspirierend“, schwärmt die Besucherin Johanna Ridder.

Um Stimme und Vortrag geht es um 21 Uhr auch in der Martin-Luther-Kirche. Dort gibt es einen Poetry Slam zum Motto des Abends „hellwach“. Sechs Schülerinnen des Andreanums tragen ihre Texte vor. Für Anne Peggau, die mit ihrem Text den Anfang macht, ist es der zweite Poetry Slam ihres Lebens. „Ich habe das Thema bekommen, und dann hatte ich sofort Bock zu schreiben“, erzählt sie. Für sie und die anderen Slammerinnen ist der Abend eine tolle Möglichkeit, das Vorlesen eigener Texte vor vielen Leuten zu erproben, da sind sich alle einig.

Auch im Garten der Martin-Luther-Kirche ist einiges los. Menschen haben es sich in den Liegestühlen gemütlich gemacht, viele gönnen sich ein Getränk am Cocktailwagen und einige Mutige seilen sich vom Kirchturm ab.

Imposant und musikalisch geht es mit dem Konzert des Bläserkreises St. Michaelis in der Lamberti-Kirchengemeinde zu. Als die Bläser und Bläserinnen von der langen Nacht der Kirchen hörten, hätten sie sofort Lust gehabt, mitzumachen, erzählt Anke Schrötke. Nur hatte die St.-Michaelis-Kirche als Programm die stille Kirche geplant, in der man Achtsamkeit und Stille erleben könnte. „Da passte ein Bläserkonzert nicht ganz so gut“, sagt sie lachend. Zum Glück kam dann die Anfrage von der Lamberti-Kirche.

„Die Leute, die zu uns gekommen sind, die sind sehr begeistert gewesen. Es ist sehr gut angenommen worden“, resümiert Daniela Kühl, Mitglied des Kirchenvorstandes St. Lamberti, den Abend. Sie deutet lachend auf den Tisch mit Getränken und Snacks: „Also das Catering ging auch gut. Wir haben acht Brote gekauft, die sind alle weg. Es war insgesamt eine gute Stimmung. Das ist ja eine Atmosphäre, die kann man eigentlich gar nicht beschreiben, die kann man nur wahrnehmen. Es ist eine tolle Veranstaltung gewesen. Also die Lange Nacht der Kirchen – die kann wieder stattfinden.“ 

„Den Posaunenchor, das fand ich wirklich ganz toll“, sagt auch Ingeborg Dobosch. Sie war vorher in der Andreaskirche, das Chorkonzert war zwar nicht ganz ihr Geschmack, „aber die anderen, die da waren, waren ganz begeistert.“ Das ist das Schöne an dem Format: in der Vielfalt des Programms ist für jeden etwas dabei. Gefällt einem etwas nicht, kann man zu einer anderen Kirche weiterziehen, um sich dort begeistern zu lassen. Das ist auch für Superindentent Mirko Peisert eine Besonderheit der langen Nacht der Kirchen: „Das Besondere und auch das Reizvolle an so einer Nacht ist, dass man viele unterschiedliche Orte erleben kann.“

Zum Abschluss der Veranstaltung gibt es in der St.-Andreas-Kirche mit dem Abendsegen einen ökumenischen Gottesdienst. „Gott wollte heute Spaß haben“, das habe heute Abend jemand zu ihm gesagt, erzählt Stadtdechant Wolfgang Voges.  Er sei viel unterwegs gewesen an diesem Abend und sein Eindruck sei, dass die Leute sich allesamt sehr wohlgefühlt hätten.

„Ich finde, es war sehr viel Kreativität dabei und ich hatte viel Freude“, zieht auch Mirko Peisert ein zufriedenes Fazit. „Es war hier in der Innenstadt wirklich eine ganze tolle Stimmung. Ich habe überall Leute mit den Flyern getroffen. Viele Leute waren unterwegs, das freut mich.“

Mit der Freude ist er nicht allein, im Gegenteil, vielen Besucher geht es genauso. „Man hat so viele Eindrücke“, sagt Regina Solf, als sie aus der Andreaskirche kommt, „ich kann es noch gar nicht richtig in Worte fassen. Es war ganz einmalig.“Lisa Krusche






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Bild: Krusche

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Tierisch wundervoll

Diakonie Himmelsthür feiert Sommerfest mit Besuchern und Besucherinnen von Sorsum bis Burma

Hildesheim/Sorsum. Der Zirkus ist in der Stadt. Zauberkünstler und Artistinnen, exotische Tiere und überragende Fabelwesen sind in Sorsum aufgetaucht. „Manege frei“, unter diesem Motto hat die Diakonie Himmelsthür zum Sommerfest geladen. Rund 500 Menschen tummeln sich am Samstag auf dem Campus in Sorsum. Die auch in diesem Jahr wieder rege Beteiligung freut Miriam Raabe. „Das entschleunigt den Alltag“, lacht sie.

Sie ist Hauptorganisatorin des Sommerfestes. Im Januar sind die Planungen gestartet, ab April begann die heiße Phase. Trotzdem will Miriam Raabe nicht im Vordergrund stehen. Knapp zwei Dutzend Haupt- und Ehrenamtliche packen immer wieder mit an. Auch die BewohnerInnen der Diakonie Himmelsthür gestalten das Programm mit. „Gemeinschaft“ lautet das Zauberwort.

Die Wilderers stellen ihre Kunst aus, die GärtnerInnen zeigen ihre Grünen Daumen, die Bio-Landwirte und Landwirtinnen bieten Obst und Gemüse aus der Region. Die Fahrradwerkstatt, die Tagesförderstätte und der Freundeskreis der Diakonie Himmelsthür präsentieren sich. Auch beim überkonfessionellen Gottesdienst zur Eröffnung wirken die Menschen der Diakonie Himmelsthür mit.

Zusätzlich kann die Einrichtung auf tatkräftige Unterstützung aus dem Dorf zählen. Das fängt beim Auf- und Abbau an und reicht bis zu politischen Amtsträgern. Auch ansonsten sind BürgerInnen aus Sorsum überall dabei, wo helfende Hände gebraucht werden. „Die Jung- und Altgesellen übernehmen zum Beispiel seit ich denken kann den Ausschank“, erklärt Raabe.

Das Programm bilden ebenfalls einige liebgewonnene und deshalb gern gesehene Gäste: Das Pony-Reiten aus Banteln oder Zauberkünstler Frank Wessels aus Giesen zum Beispiel. „Unsere Bewohner und Bewohnerinnen freuen sich jedes Jahr darauf“, bestätigt Raabe. Neue Programmpunkte machen den Zirkus dieses Jahr komplett. Da wäre zum Beispiel der Zirkus „BIKonelli“ mit seinem Programm „Wundervoll“. Die jungen DarstellerInnen zeigen Jonglage und Artistik. Zwischen den Vorstellungen steht auch ein Mitmach-Programm mit Seiltanz oder Einrädern zur Verfügung.

„Tränklers Rollender Zirkus“ macht ebenfalls in Sorsum halt. In seinem Wagen hat er Riesenpythons, Krokodile, Alpakas, Stachelschweine, Stinktiere, Schildkröten und Ziegen. Die Tiere sind zum Anfassen und zum Bestaunen da. Das sorgt nicht nur bei den kleinsten Gästen für offene Münder. Überhaupt freut sich das Organisationsteam über ein vielfältiges Publikum für das abwechslungsreiche Angebot. Kinder und SeniorInnen sind vor Ort, Angehörige von BewohnerInnen sowie BürgerInnen aus dem Dorf.

Für die Diakonie Himmelsthür ist das Sommerfest auch die Gelegenheit, die Neuheiten auf dem Gelände zu zeigen. Dieses Jahr sind zum Beispiel der umgebaute Brunnenhof oder die neue Cafeteria die Hingucker. Über den Garten spannt sich außerdem, dank einer Spende, ein Sonnensegel. Das ist an diesem Tag auch notwendig. Denn wenn der Zirkus bei der Diakonie Himmelsthür ist, dann spielt selbst das Wetter mit. Adrian Becker




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Bild: Becker

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Zehn Jahre Kraft und Zeit für Menschen in der letzten Lebensphase investiert

Mitgründer des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“ Friedrich Wißmann als Vorsitzender verabschiedet / Nachfolger ist Christian Castel

Hildesheim. „Haben Sie schon einmal einen Verabschiedungstext in der Bibel gefunden?“, fragte Superintendent Christian Castel die Gottesdienstbesucher in der Lukaskirche. Anlässlich der Verabschiedung des langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründers des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“,  Friedrich Wißmann, sei das keine einfache Aufgabe gewesen, erklärte Castel gleich zu Beginn seiner Predigt. Im Simeon-Text sei er schließlich fündig geworden: thematisiert werden Begegnung und Abschied gleichermaßen.

Mit einem Gottesdienst feierten und verabschiedeten rund 50 Weggefährten und Ehrenamtliche aus verschiedenen Gruppen des Hospizvereins ihren langjährigen Vorsitzenden in  der Ochtersumer Lukaskirche. Castel folgt selbst Friedrich Wißmann als Vorsitzender nach. „Eine große Aufgabe“, sagte er, gerade angesichts der Leistungen von Friedrich Wißmann.

„Ich danke Ihnen dafür, was Sie in diesen Verein an Zeit und Kraft investiert haben“, sagte Castel. Nun könne Wißmann auch ein wenig mehr Zeit für andere Dinge aufwenden, zum Beispiel die Imkerei. Denn er ist auch gleichzeitig Vorsitzender eines Imkervereins. Kollegen aus dem Hospizverein durften sich daher im Laufe der Jahre über viele Gläser Honig freuen. Sie betonten die gute, unkomplizierte und erfolgreiche Zusammenarbeit im Verein und bedankten sich bei Friedrich Wißmann  und seiner Frau mit Reden, kleinen Aufmerksamkeiten und einem gemeinsam gesungenen Kanon.

Wißmann, der 2008 den Hospizverein mitgründete, bedankte sich in seiner Abschiedsrede bei allen Mitgliedern. „Eine große Schwierigkeit am Anfang war es, die räumlich getrennten einzelnen Hospizgruppen von Hoheneggelsen bis Coppenbrügge zusammenzuführen“, erinnerte sich Wißmann an die Anfänge. Wichtig sei es ihm außerdem immer gewesen, viele Ehrenamtliche zu finden und sie zum Mitmachen zu motivieren. Aktuell sind rund 100 Ehrenamtliche in dem Verein aktiv, darunter viele Sterbe- und auch einige Trauerbegleiter. Sie kommen zu den kranken und sterbenden Menschen nach Hause, besuchen sie aber auch in Altenheimen oder auf der Palliativstation des Helios Klinikums in Hildesheim.

Vor seiner Pensionierung arbeitete Wißmann als Referent beim Landesrechnungshof. Im Hospizverein organisierte er nicht nur viele der notwendigen Schulungen und Ausbildungen für die ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Zusammen mit den Vorstandskollegen kümmerte er sich auch um gemeinschaftliche Aktivitäten wie die jährliche Tagesfahrt zu stationären Hospizen oder auch die Weihnachtstreffen. Dies sei ihm immer sehr wichtig gewesen, sagte er, um auch die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen zu stärken.

„In der Öffentlichkeit soll deutlich werden, dass für den Menschen in der letzten Lebensphase jemand da ist, mit dem er über seine Probleme reden kann“, sagte er.  Das sei in der familiären Situation oft schwierig, viele würden daher mit anderen Menschen von außen viel direkter sprechen können.

In seiner Zeit sei auch eine Kooperation mit dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke  aufgenommen worden, berichtete Wißmann. Ehrenamtliche des Hospizvereins können nun spezifisch geschult werden, wenn es um die Sterbebegleitung von Kindern geht.

Eine Aufgabe der Hospiz-Ehrenamtlichen ist auch die Teilnahme an Sozialamtsbestattungen, um den meist sehr einsamen Urnenbeisetzungen etwas Würde mitzugeben. „Das sind im Jahr eine ganze Menge“, sagt Wißmann.

Die Arbeit, obwohl zum größten Teil ehrenamtlich geleistet, koste dennoch viel Geld, betonte er. Zwar werden die Stellen der Hauptamtlichen über öffentliche Mittel  finanziert. Um auch die übrigen Kosten decken zu können, gehöre die Spendeneinwerbung zu den wichtigen Aufgaben des Vorstands.

Seinen Abschied als Vorsitzender habe er selber angeregt, sagte Wißmann. Er bleibe auch weiterhin dem Verein als Mitglied verbunden, aber eben nicht mehr als Vorsitzender: Nach einer bestimmten Zeit sei im ehrenamtlichen Bereich ein Wechsel notwendig, um auch Anderen Chancen und neue Aufgaben zu ermöglichen: „Zehn Jahre sind die Grenze.“ Florian Aue


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Bild: Aue

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Donnerstag, 28. Juni 2018, 20 Uhr, St. Michaelis/Hildesheim:

Reiner Volgmann konzertiert in der Michaeliskirche

Mit einem weiteren Orgelkonzert wird die Reihe der Sommerlichen Kirchenmusik in St. Michaelis/Hildesheim am Donnerstag, dem 28. Juni fortgesetzt. Bezirkskantor Reiner Volgmann aus Fritzlar spielt auf der Woehl-Orgel der Michaeliskirche Hildesheim Werke von Georg Böhm, André Raison und Johann Sebastian Bach.

Reiner Volgmann (*1968) erhielt Orgelunterricht bei Herbert Rosenberger und KMD Helmut Langenbruch. Anschließend studierte er Kirchenmusik und historische Tasteninstrumente an der Folkwang-Hochschule Essen, zunächst in der Orgelklasse von Gisbert Schneider, dann in der Cembaloklasse von Ludger Rémy. 1994 legte er sein A-Examen mit Aus­zeichnung ab. Er ergänzte seine Ausbildung durch Kurse bei Harald Vogel, John Wellingham, Siebe Henstra, Lorenzo Ghielmi und Jean-Claude Zehnder.

Von 1994 bis 1998 war er Kirchen­musiker an der Johanniskirche Herne-Sodingen und arbeitet seit September 1998 als Bezirkskantor im Kirchenkreis Fritzlar-Homberg und seit 2011 als Orgelsachverständiger in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Das Orgelkonzert beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 10 € (erm. 7 €) gibt es an der Abendkasse, die ab 19.15 Uhr geöffnet sein wird.





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Bild: Helmut Langenbruch

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Gutscheine für Tuschkasten und Schreibhefte

Aktion „Ein guter Start für Lisa und Jan im Ambergau“ hilft dieses Jahr wieder 40 Familien mit Gutscheinen / Geld für Schulbedarf reicht nicht

Bockenem. Lisa und Jan brauchen dringend Unterstützung – noch immer. Die beiden Kindernamen stehen für die Mädchen und Jungen, die im Sommer eingeschult werden oder zur fünften Klasse die Schule wechseln. Denn in diesen Jahren brauchen Schulkinder besonders viel neues Unterrichtsmaterial oder sonstige Ausstattung wie Ranzen oder Turnbeutel. Und das ist für viele Eltern nicht bezahlbar.

Das Diakonische Werk in Bockenem macht mit der Aktion „Ein guter Start für Lisa und Jan im Ambergau“ auf die Not der Familien aufmerksam und leistet praktische Hilfe: Schon seit 2013 gibt es jedes Jahr für Kinder bedürftiger Familien Gutscheine im Wert von 80 Euro für Schulmaterial. 197 Kindern wurde bis 2017 geholfen und auch dieses Jahr geht die Aktion weiter.

Möglich wird das durch die Hilfe von Sponsoren, die ebenfalls seit 2013 dabei sind: Die Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau, das AWO-Lädchen Bockenem, das Schreibwarengeschäft BüMa-Service in Bockenem und die evangelischen Kirchengemeinden im Ambergau unterstützen das Diakonische Werk bei der Aktion. Hauptsponsor in diesem Jahr ist die Bürgerstiftung, die 1600 Euro gibt und so allein die Hälfte der ausgegebenen Gutscheine finanziert.

Kirchensozialarbeiterin Bettina Mai vom Diakonischen Werk als Leiterin der Aktion weiß bereits, dass von den 70 Kindern, die diesen Sommer in Bockenem eingeschult werden, 24 Mädchen und Jungen einen Gutschein erhalten sollen. Sie rechnet damit, dass weitere 16 Kinder Unterstützung für den Schulwechsel brauchen, so dass insgesamt 40 Gutscheine ausgegeben werden. Abgesehen von einem zeitweisen Anstieg durch den Flüchtlingszuzug 2015 seien die Zahlen seit 2013 etwa konstant.

Um die richtigen Familien zu erreichen – auch solche, die nicht von selbst um Hilfe bitten – arbeitet Bettina Mai mit den sechs heimischen Kindertagesstätten, mit den beiden Grundschulen und dem „Interdisziplinären Arbeitskreis Kinder in Bockenem“ zusammen. An die Vorschulkinder im Kindergarten werden die Gutscheine über 80 Euro direkt in der Tagesstätte ausgegeben. Die Eltern der Viertklässler werden per Brief informiert und holen sich die Gutscheine beim Diakonischen Werk ab. Für viele sei das die erste Begegnung mit der Beratungsstelle, sagt Bettina Mai. Oft schlössen sich Beratungsgespräche an, könne den Familien so noch über den Gutschein hinaus geholfen werden.

So sehr die Unterstützer hinter der Aktion „Ein guter Start für Lisa und Jan im Ambergau“ stehen: Sie wissen, dass es für die Familien mit Scham behaftet ist, sich als Bittsteller fühlen und Geschenke annehmen zu müssen. „Da muss man beim Einlösen der Gutscheine sehr diskret sein“, erklärt Torsten Wundenberg vom Schreibwarengeschäft BüMa-Service.

Bereits im Jahr 2008 hat das Diakonische Werk Hildesheim mit dem Projekt „Ein guter Start für Lisa“ erstmals darauf aufmerksam gemacht, dass die staatliche Unterstützung längst nicht ausreicht, um das Schulmaterial zu finanzieren.

Mit einer Studie im Jahr 2016 wurde nachgewiesen, dass auch das Bildungs- und Teilhabepaket die Lücken nicht schließt: 100 Euro erhalten Familien im Jahr für Schulbedarf. Laut Studie liegt der durchschnittliche Bedarf im Schuljahr bei 153 Euro, im Einschulungsjahr kommen 300 Euro zusammen, im Jahr des Schulwechsels nochmals 330 Euro. „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte“, sagt Bettina Mai, „dann, dass das Gesetz geändert wird.“   Wiebke Barth






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Bild: Barth

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Strandurlaub auf der Kirchenwiese

Nordstadtstrand vom 27. Juni bis 1. Juli beginnt mit Public-Viewing

Hildesheim. Erst bei der Arbeit in der Sonne schwitzen, dann in der Sonnenliege am Strand entspannen: Mit Schaufel und Harke haben die HelferInnen aus der Nordstadt den Sand für den Nordstadtstrand geebnet. Denn von Mittwoch, 27. Juni, bis Sonntag, 1. Juli, gibt es an der Martin-Luther-Kirche wieder Strandurlaub in der Nachbarschaft, den sich jeder und jede leisten kann. 25 Tonnen Sand hat Alexander Smetanin dafür mit dem Radlader auf die Wiese vor dem Gemeindehaus geschafft, damit sie dort in einer Riesensandkiste für Strandatmosphäre sorgen.

Der Nordstadtstrand startet am 27. Juni gleich mit einer Besonderheit, denn immerhin ist Fußball-Weltmeisterschaft. Also wird ab 15.30 Uhr für den Nordstadtstrand getrommelt, um 16 Uhr beginnt das Strandleben mit einem Public Viewing – noch vor dem offiziellen Start um 18 Uhr mit Glockenläuten, Oberbürgermeister Ingo Meyer und Ortsbürgermeister Ekkehard Domning.

An den nächsten Tagen ist der Strand täglich von 18 bis 22 Uhr geöffnet, einschließlich Liegestühle, Pools und Strandbar. Es gibt wechselnde Essensangebote, Kreatives für Kinder, eine Wellness-Ecke und sicherlich viele angeregte Gespräche mit den Nachbarn. Auch an Erinnerungsbilder aus dem Strandurlaub und Grüße an die Daheimgebliebenen ist gedacht: Eine Fotobox mit Strandutensilien und ein Strandpostamt stehen bereit. Zusätzlich wird Meerjungfrau Kate am Freitag und Samstag von 18 bis 22 Uhr, am Sonntag von 15 bis 19 Uhr in schillernder Nixen-Kostümierung ein bezauberndes Fotomotiv abgeben. Außerdem steht Kultur auf dem Programm und jeden Abend gibt es Live-Musik. „Das wird eine richtige Stadtteilparty“, freut sich Diakonin Katrin Bode.

Sonntag ist Familientag: Es geht schon um 14 Uhr mit einem Strandgottesdienst los. Besondere Attraktionen sind unter anderem das Abseilen vom Kirchturm, Action Painting mit der Cluster Sozialagentur oder eine Schatzsuche mit den Jugendlichen vom Workcamp des Stadtteilbüros der Lebenshilfe und den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD).

Die 15 Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern wohnen bereits im Gemeindehaus und bereiten den Nordstadtstrand mit vor: Sie gestalten für die Dekoration gemeinsam mit der Tagesförderstätte Werkhalle der Diakonie Himmelsthür ein Bootswrack und einen großen Neptun, außerdem bauen sie ein Modell des gesamten Geländes rund um Kirche und Gemeindehaus. Das können Bürger und Bürgerinnen nutzen, um Vorschläge für die Umgestaltung des zukünftigen Stadtteilplatzes im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt „Nördliche Nordstadt“ zu machen.

Für die Dekoration wird im Vorfeld auch fleißig gehäkelt: Sabine Howind von der Begegnungs- und Beratungsstätte Treffer der Diakonie Himmelsthür hat Anleitungen und Garn ausgegeben, und so sind lauter kleine, bunte Meeresbewohner entstanden, die den Zaun rund um den Nordstadtstrand zieren sollen. „Sensationell“ findet das Pastor Jochen Grön.

Der Nordstadtstrand ist ein Kooperationsprojekt der Martin-Luther-Kirchengemeinde Nordstadt-Drispenstedt, des Vereins Nordstadt.Mehr.Wert. e.V., der Begegnungs- und Beratungsstätte Treffer der Diakonie Himmelsthür und des Stadtteilbüros Nordstadt der Lebenshilfe. „Ich freue mich wirklich, dass so viele sich beteiligen“, sagt Mitorganisatorin Katrin Bode.   Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Wie geht es weiter mit den Kitas?

Gorka und Peisert berichten im Kirchenkreistag Hildesheim-Sarstedt über Chancen und Unsicherheiten

Hildesheim. „Was bringt das eigentlich, wenn sich Kirchenleute mit Kirchenleuten über Kirche unterhalten?“, fragte Eckhard Gorka in die Runde. Im Frühjahr hat der Landessuperintendent den evangelischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt ausführlich besucht - „visitiert“, wie es im Kirchen-Jargon heiß – Menschen in 25 Einrichtungen, Gruppen und Gremien getroffen, nachgefragt, wie es denn läuft am nordwestlichen Rand seines Sprengels. Im Kirchenkreistag berichtete er Donnerstagabend, was er gefunden hat.

Früher seien die Visitationen nicht zuletzt eine Fehlersuche gewesen, erklärte Gorka den über 50 Delegierten. Heute dienten sie mehr als „Zukunftssuche und Ausblick“, und dafür sei eben das Gespräch von Kirchenleuten mit Kirchenleuten wichtig. Gorka attestierte dem Kirchenkreis, er sei „hervorragend aufgestellt“ und es gebe „eine spürbare Lust an Kreativität in Gestalt von Ideenwachstum“.

Als Beispiel nannte der Regionalbischof die evangelische Bildungslandschaft Hildesheim, ein „Aushängeschild für die Kooperationsbereitschaft und den Gestaltungswillen“ des Kirchenkreises. Und die Kirchenmusik: „Dieser Punkt müsste eigentlich geheim gehalten werden, da er das Potenzial hat, den Neid der Umstehenden hervorzurufen“, scherzte Gorka. Nirgendwo in der Landeskirche gebe es so viele gut ausgebildete KirchenmusikerInnen wie in Hildesheim. „Die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker erbringen zudem einen erheblich Anteil am Gesamtkulturaufkommen der Stadt“, so Gorka.

Lob hatte er auch für die Kindertagesstätten des Kirchenkreises. Die Entscheidung, sie aus der Trägerschaft der Gemeinden herauszulösen und organisatorisch unter dem Dach der Kirchenkreisverbands zusammenzufassen, sei richtig gewesen, weil sich die Professionalität besser bündeln lasse. „Warum sind wir nicht schon eher darauf gekommen?“, fragte sich Gorka.

Nachdem der Kirchenkreistag sich ausführlich mit Finanzplänen befasst hatte, die im November beschlossen werden sollen, widmete sich Superintendent Mirko Peisert erneut dem Thema Kita. Der Beschluss des niedersächsischen Landtags, die Eltern von den Gebühren zu befreien, ziehe für die Kita-Verwaltungerhebliche Probleme nach sich. „Jede Kommune reagiert anders: Die eine sagt: solange das Gesetzt nicht beschlossen ist, werden die Gebühren weiter eingezogen und im Zweifelsfall zurücküberwiesen, andere Kommunen weisen uns schon jetzt an, ab August keine Gebühren mehr einzuziehen“, erklärte Peisert. Der Haken dabei: „Die Löhne für die Erzieherinnen muss der Kirchenkreis weiter zahlen, obwohl wir noch gar nicht wissen, wann uns die Mittel dafür überwiesen werden.“

Sorge bereitet Peisert auch die Tatsache, dass fast alle Kita-Verträge des Kirchenkreises mit den Kommunen nur noch bis Sommer 2019 laufen. „Seit über einem Jahr verhandeln Kommunen und Landkreis hart um die Kita-Finanzen. Zuletzt gab es positive Signale, man würde sich einigen, aber man braucht mindestens noch ein Jahr“, so Peisert. „Doch wir fragen uns, wie werden die neuen Verträge aussehen? Unter welchen Bedingungen werden die Kita weiter betrieben werden können?“

Dazu kommen zwei weitere Punkte: In Zukunft sollen Eltern frei und kurzfristig entscheiden können, wann ihr Kind die Kita verlässt und auf eine Grundschule wechselt. Den schwarzen Peter hätten die Kita-Leitungen: „Sie können Plätze nicht vergeben, müssen um Geduld bitten und am Ende vielleicht eine Absage erteilen, weil Eltern sich entschieden haben, ihr Kind ein Jahr später einzuschulen.“ Und: Zum 1. August soll die Sprachförderung vom Vorschuljahr der Grundschulen in die Kitas verlegt werden. Die Idee sei gut, meinte Peisert, doch die Zeit zur Umsetzung zu kurz. Es fehle an Qualifizierungsprogrammen für die Mitarbeitenden und vor allem auch an Personal.

Peiserts Dank galt den Kita-Verantwortlichen im Kirchenamt, „dass sie einen kühlen Kopf und die Übersicht behalten“ und ebenso den Kita-Leitungen und ErzieherInnen, „die oft unter besonderem Druck stehen.“ Ralf Neite

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Landessuperintendent Eckhard Gorka hat im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt eine „spürbare Lust an Kreativität“ gefunden. 

Superintendent Mirko Peisert, mit einem Hemd in der Farbe des neuen Kirchenkreis-Corporate-Designs, gab einen Ausblick auf die nächsten Entwicklungen im Kita-Bereich und damit verbundene Unsicherheiten.

Bild: Neite

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