Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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Pantomime lässt Spielräume für Zuschauende unterschiedlichen Glaubens

Interreligiöser Pantomime-Gottesdienst in Sibbesse mit Nabil Zanabili

Sibbesse. Ein Mann steht im Altarraum der St.-Nicolai-Kirche in Sibbesse. Er ist schlank und seine schwarze Kleidung lässt ihn noch schmaler wirken. Die Augen hat er schwarz umrandet, die Lippen rot betont. Er steht ganz allein vor der Gemeinde, doch nach und nach lässt er in der Fantasie seiner Zuschauer Figuren und Gegenstände entstehen. Mit einer Drehung nach rechts verwandelt er sich, deutet durch eine Handbewegung den Schleier einer Frau an. Mit den Fingern zeichnet er die Umrisse eines Zeltes in die Luft, öffnet es und geht hinein. Das Zelt ist nicht groß, er muss gebückt stehen. Mit den Händen öffnet er in der Luft einen Spalt im Zelteingang. Draußen scheint etwas vor sich zu gehen. Er lauscht und muss ein Lachen unterdrücken über das, was er in der Stille der Kirche zu hören scheint.
Der schwarz gekleidete Mann heißt Nabil Zanabili und ist Pantomime-Künstler aus Berlin. Zum ersten Mal fand am vergangenen Sonntag in der Gemeinde Sibbesse-Möllensen-Petze-Almstedt ein interreligiöser Pantomime-Gottesdienst statt. Gerade hat Zanabili eine Episode aus dem Leben Sarahs nacherzählt. Mit 90 Jahren erfährt die Frau Abrahams, dass sie noch einen Sohn gebären soll. Drei Männer offenbaren dies ihrem Mann, der draußen vor ihrem Zelt sitzt. Sarah kann es nicht glauben und lacht über diese Prophezeiung.
Der Gottesdienst ist ganz der Geschichte Abrahams und seiner zwei Frauen Sarah und Hagar gewidmet. In der Pantomime-Predigt werden Auszüge seiner Geschichte vorgelesen. Pastor Dr. Claudio Steinert ergänzt sie mit eigenen Gedanken. Nach jedem Abschnitt betritt Zanabili den Altarraum und erzählt die Geschehnisse ohne Worte nach. Dabei stellt er nicht nur Szenen nach, sondern scheint sich auch durch abstrakte Welten zu bewegen. Durch Mimik und Gestik drückt er die Gefühle und das innere Erleben der Figuren aus.
Dass der Pantomime-Gottesdienst in Sibbesse stattfindet, hat die Gemeinde vor allem der Prädikantin Birgit Lillig zu verdanken. Sie ist mit dem Künstler Jörg Brennecke befreundet, der in Berlin das Ausbildungszentrum für Mime und Pantomime betreibt. Er stellte ihr die Idee eines Pantomime-Gottesdienstes vor und empfahl seinen Schüler Nabil Zanabili.
„Ich fand die Idee klasse und mir fiel gleich Sibbesse ein“, erinnert sich Lillig. „Ich wusste, dass es hier schon interreligiöse Gottesdienste gegeben hat, und dass die Kirche genug Platz bietet.“ So vermittelte sie den Kontakt zu Pastor Steinert und gemeinsam entstand die Idee für den Gottesdienst unter dem Motto „Der Wanderer – Abraham“.
Abrahams Geschichte eigne sich besonders gut für einen interreligiösen Gottesdienst, erklärt Pastor Dr. Claudio Steinert. „Er ist der Stammvater vieler Religionen.“ Durch ihn kam auch der Interreligiöse Arbeitskreis Hildesheim zu seinem Namen: Abrahams Runder Tisch. Drei Mitglieder des Arbeitskreises sind an diesem Sonntag gekommen, um aus ihren heiligen Schriften zu lesen und ihre Gedanken zu Abraham zu teilen.
„Ein Pantomime-Gottesdienst ist neu für mich“, erklärt Emin Tuncay, der heute aus dem Koran liest. „Aber ich finde, es hat etwas sehr Interreligiöses.“ Zanabili lasse viel Raum, um Aspekte der jeweils eigenen Religion in seinem Spiel wiederzufinden. Als Zanabili unsichtbare Steine für einen Altar übereinander stapelte, habe er, so Tuncay, beispielsweise den Bau der Kaaba, des wichtigsten Gebäudes der Muslime, erkennen können.
„Mein Ziel war es, möglichst viele Menschen anzusprechen,“ berichtet Zanabili nach seinem Auftritt. Darum habe er auch eine gewisse Distanz zu der Figur Abrahams einhalten wollen: „Ich wollte Abraham nicht als konkrete Figur spielen“, erklärt er. Das habe auch mit Respekt vor wichtigen religiösen Persönlichkeiten zu tun.
Am Ende bleibe für die Zuschauer viel Interpretationsspielraum, der Platz für die eigene Vorstellungskraft und den eigenen Glauben lasse. „Jeder sieht ein bisschen anders.“ Julia Dittrich

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Bild: Dittrich

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Allen zur Freude!

Weihe von Altar, Kanzel und Lesepult in St. Johannis Göttingen

Ein solcher Gottesdienst ist selten. Landessuperintendent Eckhard Gorka weihte zusammen mit Superintendent Friedrich Selter und Pastor Gerhard Schridde in einem festlichen Gottesdienst am Sonntag Estomihi, 11. Februar 2018, die neuen „Prinzipalstücke“ der St. Johanniskirche Göttingen. Der Ausdruck bezeichnet die „vornehmsten“ Einrichtungsstücke einer Kirche, zu ihnen gehören im evangelischen Kirchenbau der Altar als zentraler Punkt des Gottesdienstes und als Ort der Abendmahlsfeier, das Lesepult als Ort der biblischen Texte und die Kanzel als Ort der Auslegung der Bibel in der Predigt. In der Rats- und Marktkirche St. Johannis dienen die neuen Prinzipalstücke im bereits renovierten Altarraum nun dem Gottesdienst der Gemeinde.

Der Superintendent des Kirchenkreises Göttingen, Friedrich Selter, dessen Hauptpredigtstätte St. Johannis ist, zeigt sich über die neuen Prinzipalstücke sehr erfreut: „Die Möblierung unseres Chorraumes ist wunderbar gelungen. Der Raum an sich strahlt mit seiner Größe eine Offenheit aus, die durch die Leichtigkeit des Altars, des Lesepultes und der Kanzel unterstrichen wird. Im Chorraum selbst steht ja kein Kreuz. Stattdessen hat der Altar die Form eines T-Kreuzes, das sich auch im Design von Lesepult und Kanzel wiederfindet. Auch rein praktisch ist es schön, in diesem Ambiente als Pastor zu wirken, nicht zuletzt, weil die Gegenstände eine praktische Höhe haben, oder wie das Lesepult oder die Kanzel in der Höhe ganz einfach verstellbar sind. Hier hat das Künstlerehepaar Zink&Gensichen eine phantastische Arbeit abgeliefert – im Entwurf und in der handwerklichen Ausführung einschließlich der Paramente.“

Friedrich Selter überreichte der Gemeinde dazu auch eine neue Altarbibel. In ihr hat er als eigenhändig als unterzeichnete Widmung ein biblisches Votum vermerkt: „Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“ Deuteronomium 30, 11-14. Der Vers ist auch der biblische Monatsspruch für den Februar 2018.

Der festliche Gottesdienst, in dem Landessuperintendent Eckhard Gorka die neue Ausstattung in Gebrauch nahm, wurde von der Göttinger Stadtkantorei unter der Leitung von Bernd Eberhardt musikalisch ausgeschmückt. Zur Aufführung kam die Motette „Das ist meine Freude“ von Johann Ludwig Bach (1677-1731). Sie gab dem Gottesdienst das Thema. Die Überschrift des Musikstücks stammt aus dem Psalter. Es ist zugleich der Spruch, mit dem das zur Kirchenjahreszeit gehörige grüne Antependium, die Auflagedecke auf dem Altar, versehen war: „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun.“

Die Kirchengemeinde St. Johannis nahm die neuen Hauptstücke dann bei der Feier des Abendmahls in Benutzung. Zur Hinführung hatte Bernd Eberhardt zwei neue liturgische Gesänge verfasst. Die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Renate Just, dankte den zahlreichen an der Renovierung und Neuausstattung Beteiligten für das Engagement. Ihr ganz besonderer Dank galt den beiden Künstlern aus Leipzig, Agnes Gensichen und Markus Zink, die mit ihren Entwürfen den Wettbewerb für die Hauptstücke gewonnen und die Werkstücke in sorgfältigster Arbeit erstellt hatten. Unterstützt worden war die Ausschreibung durch die Hanns-Lilje-Stiftung.


Bild: Friedrich Selter

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Durch den Umzug ins Nachbarland wurde Martyna Pieczka doch noch Pastorin

Verstärkung für die Hildesheimer Christus- und die Matthäusgemeinde

Hildesheim. Der Kirche hat Martyna Pieczka schon als Mädchen in Zabrze, Oberschlesien, nahe gestanden: Ihre Eltern waren in Kirchenvorstand und Chor in der lutherischen Gemeinde aktiv, und auch die Tochter sang im Chor und engagierte sich in der Jugendarbeit. Aber eine berufliche Zukunft sah die Polin im Theologiestudium nicht. Pastorin hätte sie in der lutherischen Kirche nicht werden können, die keine Frauenordination kennt. Dann doch lieber Pharmazie studieren, dachte sich die Gymnasiastin.

Es wurde doch die Theologie – „irgendwie und ganz plötzlich“ setzte sich ihre Neigung gegen Vernunftsgründe durch. Und Pastorin ist sie auch geworden, nur eben nicht in Polen, sondern in Deutschland. Seit Anfang des Monats ist sie in Hildesheim mit einer halben Stelle in der Christusgemeinde tätig, außerdem soll sie mit einer viertel Stelle im Kirchenkreis mitarbeiten. Sie soll dabei zunächst die Matthäusgemeinde während der Elternzeit von Pastorin Carola Holtin unterstützen.

Schon während ihres Studiums in Warschau konnte sie dank eines Stipendiums zwei Semester in Leipzig einschieben - um ihren Horizont zu erweitern, wie sie sagt. Nach ihrem Abschluss in Polen erhielt sie ein weiteres Stipendium und kehrte nach Leipzig zurück. „Ein Jahr lang habe ich nur Deutsch gelernt“, erklärt die heute 32-Jährige. Nachdem sie die anspruchsvolle Sprachprüfung bestanden hatte, widmete sie sich den Recherchen für ihre Doktorarbeit über die in Polen sehr bekannte Diakonisse Eva von Tiele-Winckler.

Die Arbeit hat sie noch nicht zu Ende gebracht, doch irgendwann möchte Martyna Pieczka ihre Forschungsergebnisse noch veröffentlichen. „Aber ich muss Prioritäten setzen, und meine berufliche Entwicklung ist jetzt wichtiger.“ Also habe sie nach Ablauf ihres Stipendiums ihren ganzen Mut zusammengenommen und sich in Deutschland beworben. Sie absolvierte von 2014 bis 2016 ihr Vikariat in Hannover Groß-Buchholz und wechselte dann für die Probezeit nach Mörse bei Wolfsburg, wurde dort ordiniert. Interne Streitigkeiten in der Gemeinde trieben die junge Pastorin dann aber zu einem neuerlichen Wechsel.

In der Christusgemeinde hat sie schon Gespräche geführt und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Da Jugend- und Seniorenarbeit dort gut aufgestellt seien, werde sie sich in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand und Pastor Gerd Meyer-Lochmann um zusätzliche Angebote für die Gemeindemitglieder mittleren Alters kümmern. In der  Matthäus-Gemeinde stünden noch Gespräche an, erklärt Martyna Pieczka. Um die Aufgaben in beiden Kirchengemeinden an verschiedenen Enden der Stadt aufeinander abzustimmen ist ihr aber bereits klar: „Ich muss mich in Zeitmanagement üben und gute Absprachen treffen.“

In ihrer Wohnung in der Nähe des Michaelishügels sind noch nicht alle Regale eingeräumt. Fremd fühle sie sich jedoch nicht mehr, sagt Martyna Pieczka, die inzwischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Wo sie lebe, da wolle sie auch wählen gehen, erklärt die Pastorin: „Ich finde das selbstverständlich.“ In den nächsten Tagen kommen ihre Eltern zu Besuch, um die neue Heimat ihrer Tochter kennenzulernen.

Die Art der Menschen, ihren Glauben zu leben unterscheide sich in Deutschland doch sehr von ihrer Ursprungsgemeinde in Zabrze in Polen, meint die Pastorin. Die lutherischen Christen seien dort eine kleine Minderheit, umso stärker seien das Gefühl der Zusammengehörigkeit und das Bewusstsein für die Besonderheiten ihrer Konfession bei den Mitgliedern. Allerdings hat sie in der Christusgemeinde schon Parallelen entdeckt: „Die Menschen sind stolz auf ihre Gemeinde, sie scheint für viele so etwas wie Heimat oder Familie zu bedeuten.“ Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Fusioniertes Kirchenamt bekommt mehr Platz: Neue Büros sollen 2020 fertig sein

Kirchenkreisverband Hildesheim hat Nachbargebäude gekauft

Hildesheim. Ab 2020 sollen die Mitarbeitenden des früheren Kirchenkreisamtes Peine mit den Kollegen und Kolleginnen des Kirchenamtes Hildesheim zusammenarbeiten. Rechtlich gehören sie schon seit Jahresbeginn zusammen, nun sind die Weichen auch für die räumliche Fusion gestellt: Direkt neben der Gropiusstraße 5, der bisherigen Adresse des Kirchenamtes Hildesheim, hat der Kirchenkreisverband ein zusätzliches Gebäude erworben. Spätestens ab Anfang 2019 wird dort umgebaut, damit zum Jahresanfang 2020 die neuen Kollegen und Kolleginnen fertige Büros vorfinden.

Durch die Fusion ist die Zahl der Kirchenamts-Mitarbeitenden von 70 auf 90 gestiegen, die Zahl der vollen Stellen von 58 auf 76. Dabei sei der Platz im Kirchenamt schon jetzt knapp, erläutert Christian Castel, Vorsitzender des Kirchenkreisverbands Hildesheim. Das neue Gebäude verfüge über 1413 Quadratmeter Büroflächen, erklärt Kirchenamts-Leiter Jens Stöber. Das gesamte Erdgeschoss mit 471 Quadratmetern soll künftig dem Kirchenamt zur Verfügung stehen.

Das Dachgeschoss soll ebenfalls kirchlich genutzt werden; hier ziehen die Architekten, das Rechnungsprüfungsamt und die pädagogische Leitung für die Kindertagesstätten ein. Durch die Erweiterung der Grundstücksflächen werde es in Zukunft für Veranstaltungen im Kirchenamt auch mehr Parkplätze geben, erläutert Christian Castel. Das Obergeschoss soll komplett vermietet werden. Hier hofft das Kirchenamt auf einen Mieter, der möglichst die gesamte Etage nutzen möchte. Finde sich schnell ein Interessent, dann könne der auch noch beim Umbau mitreden, meint Jens Stöber.

Für den Ankauf des Gebäudes hat der Kirchenkreisverband rund eine Million Euro investiert. Wieviel der Umbau kosten werde, lasse sich  noch nicht sagen, so Kirchenamtsleiter Stöber. Die Landeskirche Hannovers gibt 200 000 Euro dazu, die übrigen Kosten teilen sich die Mitglieder des Kirchenkreisverbandes – also die Kirchenkreise Hildesheimer Land-Alfeld, Hildesheim-Sarstedt und Peine. Das derzeitige Domizil des Kirchenkreisamtes in Peine befinde sich im Eigentum des Kirchenkreises und sei in sehr gutem Zustand, erläutert der Peiner Superintendent Dr. Volker Menke. Ob es in Zukunft anders genutzt oder verkauft werde, stehe noch nicht fest.

Bei einem gemeinsamen Grillfest im Kirchenamt haben die Mitarbeitenden aus Hildesheim und Peine einander in lockerer Atmosphäre kennengelernt. Die Kollegen und Kolleginnen aus Peine konnten sich bei einer Führung durch das Haus schon einen Eindruck von ihrem künftigen Arbeitsplatz verschaffen; das neue Gebäude soll ganz ähnlich eingerichtet werden wie das bestehende. Wer dann wo sein Büro haben wird, ist allerdings noch nicht festgelegt: „Wir müssen das Personalpuzzle neu zusammensetzen“, sagt Jens Stöber. Kündigungen aufgrund der Fusion werde es aber auf keinen Fall geben. Weitere gemeinsame Treffen und Veranstaltungen seien geplant, kündigt Castel an: „So dass der Schritt, wenn es 2020 losgeht, gar nicht mehr so groß ist.“ Wiebke Barth

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Bild: Barth

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Mit Innovationskraft sich der Tradition stellen

Pastorenehepaar Wollnik-Hagen wurde in St. Johanneskirche Katlenburg ordiniert - Musikverein, Freunde und eine große Gottesdienstgemeinde begleiten junge Theologen ins Amt

Gleich zwei neue Pastoren sind künftig in der evangelischen Kirchengemeinde in Katlenburg tätig. Kristina Wollnik-Hagen und Stefan Wollnik wurden am Sonntag, 4. Februar, um 10 Uhr in einem feierlichen Gottesdienst von Landessuperintendent Eckhard Gorka ordiniert. Der Musikverein Katlenburg sorgte in der vollbesetzten St.-Johannes-Kirche für die musikalische Begleitung. Das Ehepaar teilt sich die Pfarrstelle.

Als Teil einer alten Schlossanlage thront die St. Johanneskirche weithin sichtbar über dem Tal der Rhume. An einem Wintermorgen scheinen die alten Gemäuer voller Geheimisse zu stecken. Tatsächlich ist eine der alten Gutsscheunen bis zum Giebel mit Büchern gefüllt. In Trägerschaft eines privaten Vereins erlangte sie als „Bücherburg“ Berühmtheit. In der warmen Kirche gegenüber freuten sich Kristina Wollnik-Hagen und ihr Ehemann Stefan Wollnik über die zahlreichen Gäste anlässlich ihrer Ordination. Jan von Lingen, Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling, gab zu Beginn des Gottesdienstes dem jungen Pastorenpaar Gelegenheit sich vorzustellen, bevor er die offiziellen Urkunden verlas, die den neuen Berufsstand begründeten:

Kristina Wollnik-Hagen, geboren in Minden, hat sich im Theologiestudium mit Fragen nach zukunftsfähigen Formen und Gestalten kirchlichen Handelns und Daseins auseinandergesetzt. In ihrer Examensarbeit hat sie sich dazu mit den „fresh expressions of church“ beschäftigt. Der jungen Pastorin liegt daran, „Theorie und Praxis eng miteinander zu verknüpfen“. Für sie gilt es in der Gemeindearbeit, „eine Brücke zwischen wissenschaftlichen und praktischen Impulsen zu bilden“. Mit Blick auf die kommenden Jahre gehe es darum, „gemeinsam mit anderen mutig Kirche im Wandel zu gestalten.“

Für den in Hannover zur Welt gekommenen Stefan Wollnik ist es wichtig, „vor Ort vertraute Glaubenswege zu gehen und gemeinsam unterschiedliche Formen und Formate des Glaubens neu zu entdecken.“ Dabei will der junge Mann seine Kirchengemeinde im Blick behalten: „Den Aufgaben und Herausforderungen gemeindlicher Arbeit“ will er sich „gemeinsam im Team mit Haupt- und Ehrenamtlichen stellen.“ Der wertschätzende Umgang gegenüber dem Engagement von Kirchenmitgliedern stehe dabei für ihn immer besonders im Vordergrund.

Kennengelernt haben sich die beiden jungen Pastoren, die in den kommenden Monaten Nachwuchs erwarten, im Theologiestudium. Die vorangehende Vikariatszeit haben sie in der Lüneburger Heide, in den Kirchengemeinden Bispingen (Stefan Wollnik) und Deutsch Evern (Kristina Wollnik-Hagen) absolviert.

Eckhard Gorka, leitender Geistlicher des Sprengels Hildesheim-Göttingen wies in seiner Predigt dem jungen Pastorenpaar den Weg. In seiner Auslegung des Predigttexts aus dem Korintherbrief des Apostels Paulus fand er aufmunternde Worte für den anspruchsvollen Dienst in der Kirchengemeinde: „Die Diesseitigkeit Gottes“ sei ein „Trost für Menschen, denen es den Boden unter den Füßen weggezogen“ hat und eine „starke Ermutigung für den langen Weg in der Ebene unserer Alltage“. Es gelte immer wieder zu entdecken, „wie viel mehr Glaube Geschenk denn Besitz ist“, so Landessuperintendent Gorka an die jungen Geistlichen und an ihre Gemeinde gerichtet.

Nach dem Gottesdienst hießen die örtlichen Vereine, die Landfrauen, Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbargemeinden und für die politische Gemeinde Bürgermeister Uwe Ahrens ihre neue Pastorin und ihren neuen Pastor herzlich willkommen. „Wir hoffen, dass es Ihnen bei uns gefällt und wenn das gegenseitig der Fall ist, dann dürfen Sie auch gern so lang bleiben wie Ihr Vorgänger, nämlich 38 Jahre.“


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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Vier neue Gesichter im Vorstand des Kirchenkreisverbands Hildesheim

Erste gemeinsame Sitzung mit Delegierten des Kirchenkreises Peine

Hildesheim. Zum ersten Mal hat der Vorstand des Kirchenkreisverbands Hildesheim zusammen mit den neuen Mitgliedern aus Peine getagt. Seit dem 1. Januar ist das Kirchenkreisamt des Kirchenkreises Peine rechtlich mit dem Hildesheimer Kirchenamt fusioniert, das zuvor schon für die gemeinsame Verwaltung der beiden Kirchenkreise Hildesheimer Land-Alfeld und Hildesheim-Sarstedt zuständig war.

Der Kirchenkreisverbands-Vorstand als Leitungsorgan ist durch die Fusion um vier Delegierte angewachsen: Superintendent Dr. Volker Menke, Pastor Markus Lenz, Christian Kahnes und Manuela Hoyer waren aus Peine nach Hildesheim gekommen, um zum ersten Mal an einer Sitzung im Kirchenamt in der Gropiusstraße teilzunehmen. Es stand also zunächst eine Vorstellungsrunde an, ehe die Tagesordnung in Angriff genommen wurde.

„Die erste gemeinsame Sitzung verlief von der Atmosphäre her schon mal sehr gut“, freute sich der Vorstandsvorsitzende Christian Castel. Das bestätigt Superintendent Menke: „Die Peiner haben sich gut aufgehoben gefühlt in der für sie neuen Runde“, erklärt er. Jede Veränderung wie jetzt die Fusion der Verwaltungsämter und der Diakonischen Werke sei ja mit Unsicherheiten verbunden. Was wird werden? „Ich denke, die bisherigen Begegnungen und auch jetzt die erste gemeinsame Sitzung sind vor allem ein Zeichen, dass man mehr und mehr in guter Weise zueinander findet“, so Menke. Bei einer Klausurtagung im Februar sollen sich die Vorstandsmitglieder besser kennenlernen und anstehende Themen erarbeiten.

Zwar sind die Verwaltungen der drei Kirchenkreise jetzt zu einer verschmolzen, noch arbeiten sie aber nicht alle unter einem Dach. Der Kirchenkreisverband hat ein Nachbargebäude des Kirchenamtes in der Gropiusstraße erworben, um dem erhöhten Raumbedarf gerecht zu werden. Sind die Umbauarbeiten abgeschlossen, werden hier ab Januar 2020 die Mitarbeitenden aus Peine mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Hildesheim zusammen die kirchliche Verwaltungsarbeit für rund 200.000 evangelische Christen erledigen.

Die bisherigen Mitglieder des Kirchenkreisverbandsvorstands aus den Kirchenkreisen Hildesheimer Land-Alfeld und Hildesheim Sarstedt sind zunächst die gleichen geblieben. Erst nach der Wahl der Kirchenvorstände am 11. März werden zuerst die Delegierten der Kirchenkreistage und danach der Kreisverbandsvorstand gewählt. Den Vorsitz hat jeweils einer oder eine der vier SuperintendentInnen inne, die dem Vorstand angehören: Das sind Christian Castel und Katharina Henking für den Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld, Mirko Peisert für Hildesheim-Sarstedt und Dr. Volker Menke für den Kirchenkreis Peine.

Auch die Diakonischen Werke der Kirchenkreise haben fusioniert; das Diakonische Werk Peine gehört jetzt zum Diakonischen Werk im Kirchenkreisverband Hildesheim. „Wir sind jetzt ein großes Team von circa 30 Mitarbeitenden“, sagt Geschäftsführer Matthias Böning. Die Strukturen des Diakonischen Werks Peine und die Beratungsangebote vor Ort blieben aber auf jeden Fall erhalten.Wiebke Barth

Bild: DerKirchenkreisverbands-Vorstand (von links): Superintendent Christian Castel, Superintendentin Katharina Henking, Peter Noß-Kolbe, Bernd Leonhard, Hermann Reinhold, Christoph Bauch, Karin Köhler, Martin Ermer, Manfred Anolke, Superintendent Dr. Volker Menke, Markus Lenz, Kirchenamtsleiter Jens Stöber, Christian Kahnes, Gunda Tomanek, Manuela Hoyer und Klaus-Daniel Serke.


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Bild: Barth

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Sebastian Habeck zum Pastor ordiniert

(Lindau-Bilshausen, 28. Januar). Die gemütliche Kreuzkirche in Lindau im Untereichsfeld ist bis auf den letzten Platz besetzt als Landessuperintendent Eckhard Gorka Sebastian Habeck in seinen Dienst als Pastor der Kirchengemeinde Lindau-Bilshausen ordiniert. Geboren in Neuss, ist Habeck in Burgdorf bei Hannover aufgewachsen. Der 33-Jährige ist verheiratet mit Dr. Sandra Habeck, ihr gemeinsamer Sohn Elias ist ein Jahr alt. Der junge Pastor freut sich nach dem Studium und Vikariat auf die Arbeit in der Kirchengemeinde: "Im Studium hat es mir am Besten gefallen, wenn die Theorie auf die Praxis bezogen werden konnte. In der Kirchengeschichte war spannend zu lesen, wie sich Kirche entwickelt hat und warum manches ist, wie es ist. Manches ist neuer - manches ist älter, als gedacht. Die historisch gewachsene Tradition heute lebendig zu leben, erlebe ich als wertvolles Erlebnis, dass mich immer wieder begeistert."

Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Zahlreich wie die Sterne am Himmel

Lichtkunstfestival „EVI-Lichtungen“ setzt Akzente in Hildesheim. In der Andreaskirche und in St. Michaelis überraschen Sternengewölbe und Blätterrauschen

Mitten in der dunklen Jahreszeit geht im Hildesheim nicht nur ein Licht auf, sondern gleich viele bunte Strahler an: Das Lichtkunstfestival „EVI-Lichtungen“ illuminiert die Stadt und setzt leuchtende Akzente auch in den Kirchen. Zwischen 18 und 23 Uhr können noch bis zum 28. Januar die bunten Fassaden der Häuser rund um den Rathausplatz, die leuchtenden Bilder an der Ostwand des Roemer-Pelizaeus-Museums und die Lichtinstallationen im Dommuseum, in der St. Andreaskirche und in Sankt Michaelis bewundert werden.

Mirko Peisert, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, ist begeistert: „Das rund 27 Meter hohe gotische Sternengewölbe der Andreaskirche stellt in jedem Fall ein architektonisches Highlight dar. Doch durch die Lichtprojektion des Xenorama-Künstlerkollektivs wird das ganz neu erlebbar: Mal erscheint die Kirchendecke als Sternenhimmel, mal als mächtige Baumkrone. Eine Klangcollage verstärkt diese Wirkung noch.“


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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Lothar Veit & Band: Das neue Programm „Zwischentöne“

CD-Veröffentlichungs-Konzerte in Hildesheim, Gadenstedt und Hameln

 Fünf Jahre nach dem Erstling „Widerworte“ erscheinen Lothar Veits neues Liederbuch und die CD „Zwischentöne“. Der Hildesheimer Journalist, der inzwischen mit seiner Familie in Hameln lebt, präsentiert sein neues Programm Ende Januar bei drei Konzerten in Hildesheim, Gadenstedt (Kreis Peine) und Hameln mit kompletter Bandbesetzung. Lieder zum Kirchentag in Berlin und zum Reformationsjubiläum sind dabei, Lieder für wichtige Stationen des Lebens und zur politischen Groß- und Kleinwetterlage. Die Texte von Lothar Veit erklingen in seinen eigenen Vertonungen und in denen vieler renommierter Kirchenmusiker.

Das Liederbuch enthält 62 neue Lieder, die CD 13 daraus ausgewählte Stücke, die stilistisch vom straighten Rock bis zur Klavier-Ballade reichen. Viele der Lieder sind von Kirchentagen bekannt, etwa die im Liederheft „FreiTöne“ abgedruckten Songs „Du siehst mich“, „Zachäus“ und „Luft nach oben“ (Mottolied zum Deutschen Evangelischen Posaunentag in Dresden), außerdem „Was für ein Traum“, „Damit wir klug werden“ (Deutscher Evangelischer Kirchentag Stuttgart 2015) und „Damit ihr Hoffnung habt“ (Ökumenischer Kirchentag München 2010). Die CD enthält Duette mit Eddi Hüneke (Wise Guys) und Fritz Baltruweit. Liederbuch, CD und ein Klavier-Begleitheft erscheinen im Strube Verlag, München.

Beim Konzert erklingen Songs aus den beiden bisherigen CDs. Die Band setzt sich aus versierten Profimusikern zusammen: Lars Ehrhardt (Gitarre; u.a. Johannes Oerding), Jochen Pietsch (Piano; u.a. Living Gospel Choir Göttingen), Micha Keding (Bass; u.a. Luther-Pop-Oratorium) und Christoph Keding (Schlagzeug; u.a. Marquess).

Die Termine:

Freitag, 26.01.18 // 20.00 Uhr // Hildesheim, Michaeliskloster
Samstag, 27.01.18 // 19.30 Uhr // Gadenstedt, St.-Andreas-Kirche
Sonntag, 28.01.18 // 17.00 Uhr // Hameln, Paul-Gerhardt-Haus

 

Hörproben aus der neuen CD „Zwischentöne“ gibt es unter:

https://soundcloud.com/lothar-veit/sets/zwischentone

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Bild: Heiko Stumpe

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Kirche mit uns!

Jugendliche aus dem Sprengel Hildesheim-Göttingen trafen sich am vergangenen Wochenende auf dem Sprengeljugendkonvent in Hülsede

Ist Kirche denn nicht nur etwas für Ältere? Wenn dieser Eindruck auch mancherorts die Wirklichkeit beschreibt, sind doch überall zwischen Eichsfeld und Weser junge Menschen in der Kirche aktiv.

Für sie ist die Evangelische Jugend der Ort, an dem sie auf dem Dorf wie in der Stadt Gemeinschaft erleben. Oftmals wird in der Konfirmandenzeit der Grund gelegt für ein späteres Engagement in Kirche und Gesellschaft.

Ob Ferienfreizeit, evangelische Pfadfindergruppe oder Jugendkreis, kirchliche Jugendarbeit ist so vielfältig wie die Lebensumstände junger Menschen. Überall gilt als Leitschnur die Einbeziehung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Profilbildung und Entscheidungsfindung. Das Motto des Europäischen Jugendforums zur Teilhabe junger Menschen in Europa heißt „nothing about us, without us“. Es gilt auch in der Kirche. Zumal in den kommenden Jahren in vielen Kirchengemeinden gar nichts mehr geht ohne jungen Nachwuchs im Ehrenamt. Um Ernst zu machen mit der Beteiligung junger Menschen hat die Synode der hannoverschen Landeskirche beschlossen, das aktive Wahlalter innerkirchlich auf 14 Jahre abzusenken. Schon bei den am 11. März diesen Jahres stattfindenden Kirchenvorstandswahlen werden Jugendliche mitwählen können. Dazu passend heißt die Wahlkampagne „Kirche mit mir“. Was kirchenpolitisch im Großen gelingt, steht in den Gemeinden, in den Kirchenkreisen und Sprengeln schon lange auf der Tagesordnung. Viermal im Jahr treffen sich so Jugendliche aus allen neun Kirchenkreisen des Sprengels Hildesheim-Göttingen und bilden den Sprengeljugendkonvent. Sie beraten über die Anliegen der Evangelischen Jugend in Südniedersachsen und planen gemeinsame Schwerpunkte.

Von Freitag, 19. bis Sonntag, 21. Januar fand die Frühjahrstagung des Jugendkonvents in Hülsede statt. Organisiert wurde sie von Diakonin Silvia Büthe aus Hameln als Geschäftsführerin der Evangelischen Jugend im Sprengel.

Auf der Tagesordnung stand für die rund 70 Teilnehmenden die Programmplanung für die nächsten zwei Jahre, zu der eine große gemeinsame Sozialaktion gehören soll. Außerdem hatten die jungen Leute Landessuperintendent Eckhard Gorka zu einem Gespräch eingeladen. Gorka kam der Bitte gern nach und stellte sich engagiert der Diskussion. Er versprach die frischen Projektideen, die in einem Brainstorming entstanden waren, zu unterstützen.

„Häufig mangelt es nicht an Geld, sondern an Engagement und Durchhaltewillen“, so der leitende Geistliche, „aber wenn ich Sie und Euch hier erlebe, mache ich mir darum keine Sorgen.“ Zudem nutzte Gorka die Gelegenheit, die landeskirchliche Themensetzung für das Jahr 2019 vorzustellen. Unter der Überschrift „…um des Menschen willen – Zeit für Freiräume“ seien alle in der Kirche eingeladen, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Auf die Hinweise der jungen Menschen, dass Entdeckungsgeist und Lust auf Neues doch gerade die Evangelische Jugend auszeichneten, meinte Gorka zustimmend: „Damit haben Sie in der Tat Recht, da können wir als Kirche noch viel von unserer Jugend lernen. Bei Ihnen gehört das ‚anders machen‘ quasi zum Programm.“

Aus dem Vorstand des Kirchenkreisjugendkonvents setzen sich Thomas Brandes (20 Jahre, Peine) und Kristin Volkmar (24 Jahre, Hildesheim-Sarstedt) vor allem dafür ein, dass die Projekte der Evangelischen Jugend ökologischer werden. „Wir dürfen nicht der Teil einer großen Wegwerfgesellschaft sein, die für einzelne Projekte Anschaffungen tätigt und nicht über Nachhaltigkeit nachdeckt“, so Thomas Brandes. „Upcycling und Ressourcennutzung wird für uns ganz wichtig. Vor allem auf unserem nächsten Projekt, dem Landesjugendcamp im Juni, wollen wir neue Wege einschlagen, “ beschrieb Kristin Volkmar das zentrale Anliegen.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hoben hervor, dass es zwischen den Kirchenkreisen im Sprengel eine bessere Kommunikation geben muss und wünschten sich, über Kirchenkreisgrenzen hinweg, mehr miteinander zu erleben.

Am Schluss unterstrich Silvia Büthe energisch, dass die Treffen im Sprengel neben der gewöhnlichen Arbeit in den Kirchenkreisjugenddiensten nicht „hinten runter fallen“ dürfen. „Es macht so einen Spaß, mit so vielen kreativen Menschen ein Projekt zum Leben zu erwecken. Das kann man in den Kirchenkreises nicht erreichen. Und auch der Zusammenhalt der Jugendlichen untereinander ist großartig, “ appellierte die Sprengeljugenddiakonin an die Kollegen und Kolleginnen.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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