Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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Einbecker Motorradgottesdienst mit Gottesdienstpreis 2018 ausgezeichnet

Superintendentin Stephanie von Lingen hielt Laudatio im PS-Speicher

Einbeck/Kassel. Die Organisatoren des jährlichen Motorrad-Gottesdienstes im südniedersächsischen Einbeck sind am Donnerstagabend mit dem bundesweiten Preis der "Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes" ausgezeichnet worden. Erstmals gehe die Auszeichnung damit an eine Initiative, die federführend von Ehrenamtlichen getragen werde, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Stephan Goldschmidt bei der Verleihung im Einbecker Motorrad- und Automobilmuseum PS-Speicher. "Das ist bemerkenswert." Der mit insgesamt 2.500 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr ebenfalls an den Motorrad-Gottesdienst in Hamburg.

Ausgezeichnet wurde der Einbecker Gottesdienst, der am 30. Juli 2017 mit rund 100 Bikern in der Marktkirche gefeiert wurde. Die Northeimer Superintendentin Stephanie von Lingen sagte in ihrer Laudatio, die Prädikantin Susanne Hornung habe mit ihrem Team das Lebensgefühl der Motorradgemeinde mit Leichtigkeit, Humor, theologischer Ernsthaftigkeit und Empathie "punktgenau" getroffen. "Nicht nur in der Predigt, sondern auch in den Gebeten und mit den Liedern konnten sich viele sofort mit ihrer Leidenschaft für diesen besonderen Sport beheimaten."

Auch die Schattenseiten wurden in dem Gottesdienst stilsicher formuliert, sagte von Lingen laut Redemanuskript. Das Vorbereitungsteam habe Klage und Trauer Raum gegeben und sei auch der Frage nach verantwortlichem Verhalten im Verkehr nachgegangen. "Biker wissen um die Zerbrechlichkeit des Lebens."

In diesem Jahr wurde der Motorrad-Gottesdienst in Einbeck zum dritten Mal gefeiert. Die Stiftung mit Sitz in Kassel vergibt den Gottesdienstpreis bereits zum zehnten Mal. Die Gottesdienste müssen dabei ausführlich dokumentiert werden. Bewertet wurden unter anderem die theologische, ästhetische und sprachliche Qualität sowie das besondere Gemeinschaftserlebnis.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Ein großes Gebiet – und überall präsent

Ute Schneider-Smietana als neue Regionalgeschäftsführerin Niedersachsen Süd der Diakonie Himmelsthür vorgestellt

Burgstemmen. Sie ist schon seit einem Jahr bei der Arbeit – jetzt wurde Ute Schneider-Smietana mit einem Zeltgottesdienst während des Sommerfestes auf der Poppenburg in Burgstemmen feierlich in ihr Amt als neue Regionalgeschäftsführerin der Region Niedersachsen Süd der Diakonie Himmelsthür eingeführt. Als sie im Juli 2017 ihre Stelle antrat, musste sie sich kopfüber in ihre neuen Aufgaben stürzen, da ihr Vorgänger schon nicht mehr da war, berichtet Ute Schneider-Smietana. Da musste die Amtseinführung erst einmal warten.

Pastorin Schneider-Smietana hat mehrere Jahre als Gemeindepfarrerin in Neustadt am Rübenberge und danach in Lehrte sowie als Hochschulpastorin in Osnabrück gewirkt. Die diakonische Arbeit lernte sie durch ein Ehrenamt kennen. Sie entschloss sich zu einer Qualifizierung in diesem Bereich, die sie während einer zweijährigen Tätigkeit bei den Rothenburger Werken der Inneren Mission – ebenfalls ein Träger der Behindertenhilfe - erlangte. Ute Schneider-Smietana ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Lehrte. Die 52-Jährige hat zwei erwachsene Söhne und seit einigen Monaten auch ein Enkelkind.

Im südlichen Niedersachsen ist die Diakonie Himmelsthür mit verschiedenen Wohnangeboten, Assistenzleistungen und Tagesstätten präsent. Darunter sind das Haus Poppenburg, die Hausgemeinschaft am Welfenring in Nordstemmen sowie Haus Micha in Emmerke, ein Angebot für Kinder und Jugendliche. Zudem verzeichnet die Region in Silixen ein weiteres Wohnangebot in Nordrhein-Westfalen, das dem Standort Bad Pyrmont im Südwesten der Region zugeordnet ist.

Insgesamt sind es zwölf Standorte, die sich bis nach Salzgitter-Lebenstedt als südöstlichstem Ort erstrecken. Ein großes Gebiet: „Ich bin im ersten Jahr schon 40.000 Kilometer gefahren, um überall präsent zu sein“, sagt Ute Schneider-Smietana. Ihr Büro befindet sich in Sorsum. Die Häuser in Burgstemmen, Nordstemmen und Emmerke bilden nun zusammen einen neuen Fachbereich, als deren Leiterin Pia Schlee während des Gottesdienstes vorgestellt wurde.

Die Diakonie Himmelsthür wolle Wohnangebote in der Stadt ebenso wie in ländlichen Orten vorhalten, erklärte Pastor Ulrich Stoebe, Direktor der Diakonie Himmelsthür. Zurzeit werde das Wohnen in der Stadt immer teurer, auf dem Land das Angebot an Geschäften und anderer Infrastruktur immer schlechter. Hier müsse ein besserer Ausgleich geschaffen werden, zu dem die Diakonie Himmelsthür beitragen wolle.

Sowohl Ulrich Stoebe als auch Ute Schneider-Smietana dankten Beate Schubert: Die Wohnbereichsleiterin der Poppenburg war 2011 mit 23 Frauen und Männern aus dem Haus Fliedner in Sorsum nach Burgstemmen gekommen. Einfühlsam und verständnisvoll, als Führungskraft kooperativ und mit natürlicher Autorität ausgestattet, sei es Beate Schubert gelungen, gute Kontakte innerhalb des Hauses sowie zu den Einwohnern und Einwohnerinnen Burgstemmens herzustellen. Hier gehörten die Bewohner und Bewohnerinnen der Poppenburg als Teil der Ortsgemeinschaft dazu, sagte Schneider-Smietana. Beate Schubert geht im Dezember in den Ruhestand, ihren Nachfolger Ole Kelkert lernten die Gäste des Sommerfestes auch gleich kennen.

Gelegenheit zu Gesprächen gab es im Anschluss an den Gottesdienst bei einem Grillabend vor der Kulisse der Burg.  Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Ein märchenhafter Abend wie aus „Tausendundeine Nacht“

Dankeschön für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit im Kirchenkreis

Alfeld. Ein Abend wie aus „Tausendundeine Nacht“. Mit Feuerspuckern, fesselnden Geschichten, funkelnden Lichtern, leckeren Pralinen und ausgelassenen Tänzen. Kein Märchen, sondern der Freitagabend in der St.-Nicolai-Kirche und im Lutherhaus in Alfeld. Da fand der „Thank you evening“ für alle Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld statt.

„Ein großes Dankeschön für die tausendundeine Stunde, die ihr in der Jugendarbeit arbeitet“, so beschrieb Kirchenkreisjugendwartin Andrea Gärtner den Anlass. Die Ehrenamtlichen leisteten rund ums Jahr tolle Arbeit und brächten immer wieder ihre Ideen, Impulse und Energie mit ein. Sei es als Begleitung des Kindergottesdienstes, bei Konfirmandenfahrten oder Discoabenden. Die Einsatzgebiete der Ehrenamtlichen sind breit gefächert und auf viele Orte verteilt. „Heute ist auch eine Gelegenheit zu sehen: ich bin gar nicht allein mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit, wir sind viele in der evangelischen Jugendarbeit“, erklärte die Diakonin.

Das Motto des Abends „Tausendundeine Nacht“ zog sich wie ein roter Faden durch die Programmpunkte. „Uns war es wichtig, dass die Ehrenamtlichen auch Inspiration und Ideen für ihre eigene Arbeit mitnehmen können“, sagte Andrea Gärtner über die Planung des Events. Die hatte der Kirchenkreisjugenddienst übernommen.

Als Auftakt des Abends gab es einen Gottesdienst in der St.-Nicolai-Kirche. Hier wurden die Ehrenamtlichen von Andrea Gärtner und der Superintendentin Katharina Henking begrüßt. Letztere betonte den besonderen Wert der Jugendarbeit. So sei auch für sie selbst eine Kirchenfreizeit während ihrer Jugend prägend für ihren weiteren Weg gewesen. Der Gottesdienst war liebevoll gestaltet: es gab ein Schauspiel, es wurden Armbänder an alle Anwesenden als Andenken an all die tollen Erlebnisse verteilt, es gab eine gemeinschaftliche Lesung und für die musikalische Begleitung sorgte Pastor Bernd Rüter mit seiner Band.

Nach dem Gottesdienst gab es ein leckeres Buffet und im Anschluss einen ganz besonderen Programmpunkt: eine Geschichtenerzählerin. Die erzählte emphatisch und spannend über Fürstensöhne und Basilikummädchen, über den Fundevogel und über Nasruddin, der so etwas wie der orientalische Till Eulenspiegel ist und dessen Erlebnisse den Zuhörenden einiges Lachen entlockten.

Ausgeruht und gestärkt konnten die Ehrenamtlichen dann aus einem Angebot verschiedener Workshops wählen: Man konnte Öllampen selbst basteln, Feuerspucken lernen, mit Light Painting tolle Fotos aufnehmen, sich in der Kunst der Kalligraphie üben, Folkloretänze lernen oder in der Schreibwerkstatt eigene Geschichten erfinden.

Zum Abschluss und Ausklang des Abends kamen alle noch einmal in der St.-Nicolai-Kirche zusammen. Ihr Weg dorthin wurde flankiert von Feuerspuckern und Feuerspuckerinnen. In der Kirche wurden die selbstgemachten Pralinen verteilt und eine Geschichte aus dem Schreibworkshop vorgelesen. Mit Gesang und Gebet endete dann ein ereignisreicher Abend. Lisa Krusche


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Bild: Krusche

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Eine alarmierende Klimaveränderung auch in der Gesellschaft

Faires Frühstück in Elze aus Anlass der bundesweiten Fairen Woche

Hildesheim. „Gemeinsam für ein faires Klima“: Unter dem Motto der derzeitigen bundesweiten Fairen Woche stand auch das dritte Faire Frühstück im Gemeindehaus der ev.-luth. Kirchengemeinde Peter und Paul. Superintendent Christian Castel nahm in seiner Andacht zu Beginn des Vormittags die Doppelbedeutung des Begriffs „Klima“ auf. Der lange sonnige Sommer habe für viele seine schönen Seiten gehabt, so Christian Castel. Er sei aber vor allem ein Hinweis auf eine Klimaveränderung, die für viele Menschen verheerende Folgen haben werde. In diesem trockenen Sommer sei das auch in Deutschland direkt spürbar geworden.

Schlimm sei aber auch der Klimawandel in der Gesellschaft. Obwohl sie in einem der reichsten und sichersten Länder der Welt lebten, meinten viele in Deutschland, sie müssten ständig wüten und schimpfen. Sie sähen überhaupt nicht, wie es anderen gehe in der Welt. „Wie beschämend“, meinte der Superintendent. Stattdessen würden Flüchtlinge als Ursache aller Probleme hingestellt. Christian Castel warnte: „Lasst euch nicht anstecken vom gegenwärtigen Klima.“

Dass die Ausbeutung fremder Völker durch die Länder Europas bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, verdeutlichte Martin Nötzel vom kirchlichen Entwicklungsdienst der Landeskirchen Hannovers und Braunschweig in seinem Vortrag. Mit einer Mischung aus moderner Technologie, Sklaverei und Landraub hätten es die Kolonialstaaten auf Kosten anderer zu Reichtum gebracht. Das Verbot der Sklaverei habe an diesem Ungleichgewicht nichts geändert.

Jeder und jede könne selbst zu einer Veränderung dieser Verhältnisse beitragen, so Martin Nötzel. Zum Beispiel durch die Unterstützung von Fairtrade-Produkten, Verzicht auf Autofahrten oder Flugreisen, Einkauf von saisonalen und regionalen Lebensmitteln oder die Beteiligung an Energiegenossenschaften.

Fair gehandelte und regional erzeugte Produkte bildeten auch das abwechslungsreiche Frühstücksbuffet beim Fairen Frühstück. Es wird vom Team des Cafés zur Marktzeit der Peter-und-Paul-Gemeinde zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz Elze, der Arbeiterwohlfahrt Elze und der katholischen Kirchengemeinde organisiert.

Das Café zur Marktzeit ist aus dem Verkauf von Fairtradeprodukten in der Gemeinde hervorgegangen. Jeden Donnerstag von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr können sich Marktbesucher mit fair gehandeltem Kaffee und Tee und selbstgebackenem Kuchen stärken. Das Café zur Marktzeit hat seit dem vergangenen Jahr sogar ein eigenes Logo, das die Etiketten einiger Kaffeesorten schmückt. Die Faire Woche findet als Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland seit 2003 jedes Jahr im September statt. Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Mit Beharrlichkeit zur eigenen Kapelle

Superintendentin Katharina Henking besucht die Kirchengemeinden Duingen und Coppengrave und Kapellengemeinde Ith-Weenzer Bruch

Fölziehausen. Dass das Dorf Fölziehausen ein eigenes Gotteshaus hat, das verdankt die Gemeinde ihrem Zusammenhalt und ihrer Beharrlichkeit. Ohne Genehmigung erbauten sie im 18. Jahrhundert die St.-Johannis-Kapelle mit dem Geld einer Stifterin. Die Obrigkeit unterstützte sie nicht, im Gegenteil, für ihre Eigenmächtigkeit mussten die Fölziehäuser auch noch vier Taler Strafe zahlen. Diese erste Fachwerkkapelle tat ihren Dienst bis 1961, als das baufällige Kirchlein durch einen steinernen Neubau ersetzt wurde. Diesmal dank der Fürsprache des damaligen Landessuperintendenten mit Baugenehmigung.

Die heutige Superintendentin des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld erfuhr während ihrer Visitation vieles über die Geschichte, noch mehr über die Gegenwart des kirchlichen Lebens in den Kirchengemeinden Duingen und Coppengrave mit der Kapellengemeinde Ith-Weenzer Bruch. Sie führte Gespräche mit Mitarbeitenden und Kirchenvorständen, aber auch mit Vertretern der politischen Kommune Duingen, der Vereine und Verbände.

Der Ort Coppengrave wurde der Superintendentin bei einer zünftigen Treckerfahrt nahegebracht. In der St.-Franziskus-Kirche nahm Katharina Henking an einem Dankeschön-Abend für die Ehrenamtlichen teil, die den Innenraum der Kirche komplett in Eigenleistung renoviert hatten, und würdigte dieses Engagement als vorbildlich für den ganzen Kirchenkreis.

Auch die St.-Johannis-Kapelle in Fölziehausen ist in Eigenleistung frisch gestrichen worden. Auf Wunsch der Kirchenvorsteherin und Küsterin Waltraud Basse segnete die Superintendentin die Kapellengemeinde für die Zukunft. Die Kapellengemeinde gehörte Jahrhundertelang zum einstigen Archiediakonat Wallensen. Aus finanziellen Gründen, aber auch, um die Zuschnitte der Gemeinden besser an die Grenzen der Kirchenkreise, der Landkreise und Kommunen anzupassen, hatte jedoch 2013 eine Umstrukturierung begonnen.

Seither gehört die Kapellengemeinde Ith-Weenzer Bruch mit Weenzen, Fölziehausen und Capellenhagen zur Kirchengemeinde Coppengrave. „Wir haben alte Wege verlassen müssen, aber jetzt bilden wir mit Coppengrave eine gute Gemeinschaft. Es ist ein freundschaftliches Verhältnis entstanden. Wir sind alle sehr teamfähig, das ist unser Vorteil“, sagt Waltraud Basse. Im Kirchenvorstand ist jede Ortschaft vertreten, erläutert Petra Woscholski, Kirchenvorstandsvorsitzende der Gemeinde Coppengrave: „Wir legen Wert darauf, von allen die Stimme zu hören.“

Die Kirchengemeinden Duingen-Coppengrave und die Kapellengemeinde haben ein gemeinsames Pfarramt; Pastor Dr. Cornelius Meisiek und Pastor Lothar Podszus teilen sich die Stelle. Eine Eigenart, die aus den neuen Strukturen erwachsen ist, sei die doppelte Erntedank-Feier, erzählt Pastor Podszus: Ein traditioneller Gottesdienst in Weenzen, dazu in wechselnden Orten ein ökumenischer Scheunen-Gottesdienst. Zur Stärkung der Gemeinschaft finden Pilgertage statt mit einem Halt und einer Andacht in jedem Ort. Die Gemeindemitglieder hätten sich daran gewöhnt, nicht nur den Gottesdienst im eigenen Wohnort zu besuchen, sagt der Pastor. So müsse der Geistliche sonntags nicht gleich zum nächsten Gottesdienst im Nachbarort eilen, sondern könne noch mit der Gemeinde beisammen bleiben.  

Zur Freude der Gemeindemitglieder zeigen die Konfirmandenzahlen und die diesjährigen Einschulungen, dass es in Duingen-Coppengrave wieder mehr Kinder und Jugendliche gibt. Deshalb haben die Kirchengemeinden als neues Projekt die Kinderbibeltage eingeführt. Für die Senioren soll ab dem nächsten Jahr alle drei Monate ein gemeinsamer Geburtstags-Seniorenkaffee stattfinden, zu dem es einen Fahrdienst geben wird.   Wiebke Barth

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Bild: Jürgen Woscholski

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Stephan Schaede in den Konvent des evangelischen Zisterzienserklosters Amelungsborn aufgenommen

Abt Eckhard Gorka freut sich über die Bereicherung im Kloster im Weserbergland

Bei einer Tagung des Konvents und der Familiaritas des Klosters Amelungsborn hat Abt Eckhard Gorka kürzlich Dr. Stephan Schaede in den klösterlichen Konvent aufgenommen. Schaede ist Direktor der Evangelischen Akademie Loccum. Nach dem Studium der Ev. Theologie und Philosophie in Tübingen, Rom und Göttingen war er Assistent am Lehrstuhl von Prof. Dr. Eberhard Jüngel und wurde 2002 promoviert. Dem Weserbergland ist Schaede als Pastor verbunden. Von 2002 bis 2004 war er Gemeindepfarrer in Neuhaus und Silberborn im Solling sowie an St. Michaelis Holzminden.

Die Freude über die Bereicherung des Konvents unterstrich Eckhard Gorka in seiner Ansprache bei einer abendlichen Vesperandacht in der Klosterkirche St. Marien. „Wir begrüßen einen hoch anregenden neuen Konventual. Ich freue mich sehr, dass Du meine Anfrage des Eintritts in unser Kloster sofort bejaht hast,“ so Abt Gorka. Schaede ist Mitglied der Kammer für Theologie der EKD, sitzt im Kuratorium der Konrad-Adenauer-Stiftung und in zahlreichen kirchenpolitischen Kommissionen. Der 1963 geborene Theologe ist Vater einer Tochter aus erster Ehe und hat in zweiter Ehe drei weitere Töchter. Für ihn ist die Aufnahme in den Konvent des Klosters eine Herzenssache: „Das ist eine schöne Aufgabe, zumal für mich, der in Loccum arbeiten darf. Damit habe ich die Bedeutung der beiden evangelischen Zisterzienserklöster, Amelungsborn und Loccum, in unserer hannoverschen Landeskirche tagtäglich vor Augen“.

Das um 1124 gegründete Zisterzienserkloster Amelungsborn liegt im Weserbergland am Südrand des Odfeldes, einer Hochebene östlich der Weser, zwischen Negenborn und Stadtoldendorf im Landkreis Holzminden gelegen. Nach dem Kloster Walkenried ist es die älteste Gründung des Zisterzienserordens in Niedersachsen und Schauplatz für Wilhelm Raabes Roman „Das Odfeld“. Amelungsborn wurde 1171 Mutterkloster für das bedeutende Kloster (Bad) Doberan in Mecklenburg. Abt Steinhauer (1555-1576) führte die Reformation ein. Unter ihm wurde das Kloster evangelisch. Blieb aber Teil der katholischen Zisterziensergemeinschaft. Seit 2002 steht Eckhard Gorka, Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, dem Kloster als Abt vor. Im Einvernehmen mit dem Konvent beruft er acht Konventuale. Diese sollen ordinierte Amtsträger sein und in der Landeskirche ein kirchliches Amt bekleiden oder bekleidet haben. Abt und Konvent leiten das Kloster. Als Tagungsstätte lädt es Gäste von nah und fern zu Seminaren und Freizeiten ein. Es dient dadurch der geistlichen Sammlung, will in Besinnung auf die Grundlagen des Glaubens für den Christendienst in Familie, Beruf, Kirche und Welt zurüsten und so auch Aufbau der Gemeinde und die Mitarbeit in Gemeinde und Kirche fördern.

Bild: hmh

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Ein Zuhause für das ganze Leben

55 Jahre Haus Marienhagen der Diakonie Himmelsthür / „Nicht mehr wegzudenken“

Marienhagen. Das Haus Marienhagen der Diakonie Himmelsthür hat sein 55-jähriges Bestehen mit einem Sommerfest gefeiert. Für einige Menschen hat dieses Jubiläum eine ganz besondere Bedeutung. Denn sie sind schon als Kinder hergekommen und haben immer in dem alten Backsteinhaus an der Hauptstraße gewohnt. Die Menschen im Haus Marienhagen leben wie in einer großen Familie", erklärt Henning Brandes, Fachbereichsleiter bei der Diakonie Himmelsthür. 

1963 konnte die Diakonie Himmelsthür durch eine Schenkung die alte Fabrikantenvilla für den symbolischen Betrag von einer Mark übernehmen. Damals zogen Kinder und Jugendliche mit Behinderung aus einem Heim in Harderode in das neue Kinderheim nach Marienhagen. Seitdem hat sich viel verändert. „Teilweise haben sich Kinder noch zu sechst ein Zimmer geteilt", beschreibt Brandes die Anfänge. Viele hätten aufgrund ihrer Behinderung keine Schule besuchen dürfen. „Das hat sich zum Glück geändert", so Brandes. 

Viele Menschen kennen das Haus der Diakonie Himmelsthür heute noch immer als "Kinderheim Marienhagen". Dabei sind einige der BewohnerInnen schon im Rentenalter. „Die Kinder und Jugendlichen sind erwachsen geworden und man hat sich entschieden, sie nicht aus Marienhagen wegzuschicken", erklärt Brandes. So hat sich das Haus über die Jahre seinen BewohnerInnen angepasst. 

Auch in der jüngeren Zeit gab es noch eine große Veränderung: 2015 eröffnete die Diakonie Himmelsthür in Betheln die Tagesförderstätte Leinebergland. Viele BewohnerInnen verbringen seitdem dort ihren Arbeitstag. Die beiden Einrichtungen würden eng zusammenarbeiten, berichtet Brandes. „So können wir noch besser auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Bewohner eingehen." 

Heute leben im Haus Marienhagen 25 Menschen mit Behinderung im Alter zwischen 30 und 70 Jahren. Viele von ihnen sind hier gemeinsam älter geworden. „Vor einiger Zeit sind acht unserer Bewohner hintereinander 50 geworden", erinnert sich Petra McGovern, Wohnbereichsleiterin im Haus. Zu diesem Anlass hat es eine große Grillparty im riesigen Garten des Hauses gegeben. 

Dort fand am vergangenen Freitag auch das Sommerfest zum 55. Geburtstag statt. Trotz Regenschauer trafen sich 300 Menschen, um Bratwurst und Kuchen zu genießen und einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen. Ein Zauberer und ein Streichelzoo sorgten bei Jung und Alt für Unterhaltung. 

Bei der Eröffnungsandacht bekamen die Pastoren Carsten Möllering und Lars Röser-Israel musikalische Unterstützung von den Kindern des Kindergartens Marienhagen. Später am Nachmittag hatten auch der Musikverein Marienhagen und der Fanfarenzug Duingen ihren Auftritt. 

So zeigte sich beim Fest, dass das Haus bereits ein fester Bestandteil des Dorfes ist. „Wir brauchen hier keine großen Inklusionsprojekte", findet Brandes. „Das Haus Marienhagen ist hier einfach nicht mehr wegzudenken." 

Auch im benachbarten Schwimmbad und der Sporthalle seien die BewohnerInnen regelmäßig zu Gast und würden niemals komisch angesehen. Besonders die zukünftige Kooperation mit dem Kindergarten liege ihm darum am Herzen. „Wir möchten, dass Kindern von Anfang an bewusst wird, dass wir in einer inklusiven Gesellschaft leben wollen." Julia Dittrich

Bild: Julia Dittrich

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Engel laufen gegen Rechts

PastorInnen und andere Mitarbeitende des Kirchenkreises nehmen am dritten Hildesheimer Firmenlauf teil

Hildesheim. Wenige Minuten vor dem Start bringen sich die LäuferInnen in Position. Noch mal durchatmen, ein letztes Stretching absolvieren und sich gegenseitig viel Erfolg und ordentlich Puste wünschen, dann heißt es schon: „Drei, zwei, eins, Start!“

Am Freitag war der dritte Hildesheimer Firmenlauf und der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt mit zehn LäuferInnen mittendrin. Matthias Böning, Marianne Gorka, Jochen Grön, Martina Janßen, Ulrike Kern, Wolf Köhler, Katariina Lukaczweski, Helge Metzner und Mirko Peisert nahmen die 5,5 Kilometer in Angriff – die Leiterin der Bahnhofsmission Susanne Bräuer gemeinsam mit ihrem Mann die 9,5 Km. „Für die sind fünf Kilometer einfach zu wenig. Die laufen so viel“, erklärte der Geschäftsführer der Diakonie Matthias Böning lachend.

Die 5,5 km Strecke führte die LäuferInnen einmal rund um den Hohnsensee, vorbei an der großen Venedig und den Sportplätzen. Für die 9,5 km-Läufer ging es zusätzlich am Liebesgrund entlang. Start und Ziel waren am Jo Beach. 

Vor dem Start mussten aber zunächst die Startnummern verteilt und am Trikot festgesteckt werden. Dabei wurden gleich verschiedene Taktiken ausgearbeitet. Darunter unter anderem der Vorschlag eine Menschenkette zu bilden, um die anderen Läufer zu blockieren. Auch ein karrieretechnisch wichtiger Tipp wurde in die Runde geworfen: „Denkt dran: Alle müssen mindestens einen Meter hinter dem Superintendenten ins Ziel einlaufen.“

Alles nur scherzhaft, es ging den LäuferInnen nämlich nicht um den sportlichen Erfolg, sondern um das Gemeinschaftserlebnis und darum, als Kirche sichtbar zu sein. Das Miteinander zu stärken, war auch ausschlaggebend für die Idee, am Firmenlauf teilzunehmen. Die hatte der Superintendent Mirko Peistert. „Das ist eine tolle Gelegenheit, um sich außerhalb von dienstlichen Zusammenhängen und in einem ganz anderen Kontext zu begegnen.“ Zudem laufe er selbst auch einfach gerne. Nicht nur allein, sondern eben auch zusammen mit anderen.

Als Motivationspritze übernahm der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt die Startgebühr für die TeilnehmerInnen. Auch für einheitliche Team-T-Shirts wurde gesorgt. Die hatten eine klare Botschaft: mit der Aufschrift „Engel gegen Rechts“ setzen sie ein wichtiges Statement. 

In der Zielgraden wurden die LäuferInnen dann auch mit einem lauten „Engel, Engel“ vom Publikum angefeuert. Im Ziel wurden sie mit Wasser und einer Portion Obst versorgt. Frisch gestärkt fand man sich danach an der Strecke ein um die KollegInnen anzufeuern und für die nötige Motivation auf den letzten Metern zu sorgen. 

Ich bin stolz auf uns. Alle haben es ins Ziel geschafft“, sagte Peisert nach dem Lauf. Ephoralsekretärin Ulrike Kern bracht es kurz und knackig auf den Punkt: „Das hat wirklich Spaß gemacht.“ Das Ziel für nächstes Jahr ist schon klar: Noch mehr TeilnehmerInnen aus dem Kirchenkreis! Lisa Krusche

Bild: Lisa Krusche

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Die Bibel ganz persönlich: Gesprochene Sammlung der schönsten Stellen

Die Hildesheimer Hörbibel wird am Sonntag, 16. September, vorgestellt

Hildesheim. Die Hildesheimer Hörbibel ist fertig: eine Sammlung von 90 Lieblings-Bibelstellen, vorgelesen von 64 Menschen aus Hildesheim und der Region. Auf vier CDs sind so viereinhalb Stunden Bibellesung zusammen gekommen, eine ganz spezielle, sehr persönliche Bibelausgabe also. Erste Kostproben sind bei der Vorstellung der Hörbibel am Sonntag, 16. September, um 18 Uhr in der Andreaskirche zu hören. Landessuperintendent Eckhard Gorka wird ein Grußwort sprechen – auch er hat an der Hörbibel mitgewirkt und ebenso wie seine Frau, Pastorin Marianne Gorka, ein Kapitel aus dem 1. Buch der Könige gelesen.

Detlef Albrecht, Pastor der Andreaskirche, hatte die Idee zur Hörbibel aus Anlass des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr: „Ich habe mich gefragt, wie klingt die Bibel, wenn heutige Stimmen sie lesen. Wie klingen diese Worte zum Beispiel aus dem Mund eines Kindes“, erläutert Pastor Albrecht. Und tatsächlich haben ganz unterschiedliche Stimmen die Bibeltexte aufgesprochen: Kinder und Senioren, Geistliche und Laien, auch Profis sind dabei – Schauspieler, für die das Sprechen fremder Texte zum Beruf gehört. Jeder und jede bringt eine eigene Interpretation mit, spricht mal sachlich und mit Abstand, mal mit mehr dramatischem Engagement.

Die Hörbibel ist ein ökumenisches Projekt mit katholischer, reformierter und freikirchlicher Beteiligung. Auch Domkapitular Wolfgang Voges hat zwei gelesene Texte beigetragen. Andreas-Pastorin Dr. Martina Janßen und ihr Mann Roald Zellweger entschieden sich für das Hohelied Salomons, das sie mit wechselnden Stimmen gelesen haben. „Suchet der Stadt Bestes“ lautet der Text aus dem Jeremiabuch, den der Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer gelesen hat.

Die Auswahl der Bibelstellen hat Pastor Albrecht erst einmal allen Mitwirkenden selbst überlassen, dann aber auch selbst Vorschläge gemacht, damit wichtige Schlüsselpassagen nicht fehlen, es andererseits keine Wiederholungen gibt. So beinhaltet die Bibel jetzt Abschnitte aus dem Alten und aus dem Neuen Testament und ist eine hörbare Bibelfassung der schönsten, eingängigsten, spannendsten und eindrücklichsten Stellen nach dem Empfinden der Mitwirkenden – auch eine gute Alternative für alle, die sich als Leser an das dicke Buch der Bücher noch nicht herangewagt haben.

Aufgenommen wurden die Texte in Pastor Albrechts Büro, das er kurzerhand zum Studio umgewandelt hat: „Der Raum hat eine recht gute Akustik, habe ich festgestellt.“ Ein Smartphone mit aufgesetztem Mikrophon, mehr war nicht nötig. Die meisten Leser und Leserinnen brachten ihre eigene Bibel mit, so dass ganz unterschiedliche Ausgaben zum Einsatz gekommen sind, darunter auch eine Kinderbibel.

Bei der Vorstellung am Sonntag, 16. September, kann die Hörbibel erstmals für zehn Euro erworben werden. Mitwirkende erhalten ein kostenloses Exemplar. Später wird  die Hörbibel im Gemeindebüro im Andreashaus zu kaufen sein.   Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Die Bibel ganz persönlich: Gesprochene Sammlung der schönsten Stellen

Die Hildesheimer Hörbibel wird am Sonntag, 16. September, vorgestellt

Hildesheim. Die Hildesheimer Hörbibel ist fertig: eine Sammlung von 90 Lieblings-Bibelstellen, vorgelesen von 64 Menschen aus Hildesheim und der Region. Auf vier CDs sind so viereinhalb Stunden Bibellesung zusammen gekommen, eine ganz spezielle, sehr persönliche Bibelausgabe also. Erste Kostproben sind bei der Vorstellung der Hörbibel am Sonntag, 16. September, um 18 Uhr in der Andreaskirche zu hören. Landessuperintendent Eckhard Gorka wird ein Grußwort sprechen – auch er hat an der Hörbibel mitgewirkt und ebenso wie seine Frau, Pastorin Marianne Gorka, ein Kapitel aus dem 1. Buch der Könige gelesen.

Detlef Albrecht, Pastor der Andreaskirche, hatte die Idee zur Hörbibel aus Anlass des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr: „Ich habe mich gefragt, wie klingt die Bibel, wenn heutige Stimmen sie lesen. Wie klingen diese Worte zum Beispiel aus dem Mund eines Kindes“, erläutert Pastor Albrecht. Und tatsächlich haben ganz unterschiedliche Stimmen die Bibeltexte aufgesprochen: Kinder und Senioren, Geistliche und Laien, auch Profis sind dabei – Schauspieler, für die das Sprechen fremder Texte zum Beruf gehört. Jeder und jede bringt eine eigene Interpretation mit, spricht mal sachlich und mit Abstand, mal mit mehr dramatischem Engagement.

Die Hörbibel ist ein ökumenisches Projekt mit katholischer, reformierter und freikirchlicher Beteiligung. Auch Domkapitular Wolfgang Voges hat zwei gelesene Texte beigetragen. Andreas-Pastorin Dr. Martina Janßen und ihr Mann Roald Zellweger entschieden sich für das Hohelied Salomons, das sie mit wechselnden Stimmen gelesen haben. „Suchet der Stadt Bestes“ lautet der Text aus dem Jeremiabuch, den der Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer gelesen hat.

Die Auswahl der Bibelstellen hat Pastor Albrecht erst einmal allen Mitwirkenden selbst überlassen, dann aber auch selbst Vorschläge gemacht, damit wichtige Schlüsselpassagen nicht fehlen, es andererseits keine Wiederholungen gibt. So beinhaltet die Bibel jetzt Abschnitte aus dem Alten und aus dem Neuen Testament und ist eine hörbare Bibelfassung der schönsten, eingängigsten, spannendsten und eindrücklichsten Stellen nach dem Empfinden der Mitwirkenden – auch eine gute Alternative für alle, die sich als Leser an das dicke Buch der Bücher noch nicht herangewagt haben.

Aufgenommen wurden die Texte in Pastor Albrechts Büro, das er kurzerhand zum Studio umgewandelt hat: „Der Raum hat eine recht gute Akustik, habe ich festgestellt.“ Ein Smartphone mit aufgesetztem Mikrophon, mehr war nicht nötig. Die meisten Leser und Leserinnen brachten ihre eigene Bibel mit, so dass ganz unterschiedliche Ausgaben zum Einsatz gekommen sind, darunter auch eine Kinderbibel.

Bei der Vorstellung am Sonntag, 16. September, kann die Hörbibel erstmals für zehn Euro erworben werden. Mitwirkende erhalten ein kostenloses Exemplar. Später wird  die Hörbibel im Gemeindebüro im Andreashaus zu kaufen sein.   Wiebke Barth


Bild: Barth

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