Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild, oben: Blick in den Sprengel, Fotograf Heiko Preller, links: Klosterkirche Sankt Marien Amelungsborn

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Sa. 27.10.2018, 18 Uhr, Auditorium des Michaelisklosters

 Celtic Fingerstyle & mehr

Akustische Gitarre zwischen traditionellen Tänzen, lyrischen Stimmungen und jazzigen Eigenkompositionen

Jens Kommnick zählt zur Top-Liga der europäischen Akustik-Gitarristen und gilt als führender Vertreter des Celtic Fingerstyle. Er spielt ein virtuoses Solokonzert filigraner Gitarrenklänge, das Elemente aus Folk, Klassik und Jazz vereint. Neben eigenen Kompositionen präsentiert er Bearbeitungen traditioneller west- und osteuropäischer, insbesondere auch irischer Musik. Sein musikalisches Werk wird international mit überragenden Kritiken bedacht. Für sein aktuelles Album redwood erfuhr er begeisterte Reaktionen und erhielt den begehrten Preis der deutschen Schallplattenkritik. Den Titel All Ireland Champion 2012 konnte Jens Kommnick den irischen Kollegen gleich in zwei Kategorien wegschnappen. Kooperationen mit Reinhard Mey und zahlreichen internationalen Top-Musikern verleihen ihm besondere Popularität.

Eintritt: 12 € / 8 € (erm.) – nur Abendkasse –

Das Auditorium ist über den Haupteingang des Michaelisklosters, Hinter der Michaeliskirche 5, Hildesheim zu erreichen.




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Bild: Manfred Pollert

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Besiegelt mit neuem Signet am alten Torhaus

Klosterkirche St. Marien Amelungsborn ist verlässlich geöffnete Pilgerkirche

(Kloster Amelungsborn) Herbstzeit ist Pilgerzeit. Nach dem heißen Sommer, der für Zurückhaltung auf den Wanderwegen im Weserbergland sorgte, macht das frische Herbstwetter wieder Lust auf Wanderstiefel und darauf, die Kilometer unter die Schuhsohlen zu nehmen und Aussichten auf die sich golden färbende Landschaft zu genießen. Neue Einsichten für die Seele und neue Energie für den Körper.

Mitten am Pilgerweg, der vom Kloster Loccum am Steinhuder Meer zum Kloster Volkenroda in Thüringen führt, liegt das Kloster Amelungsborn. Es ist Pilgerherberge und Einkehrstätte für die, die ganz in der Tradition der mittelalterlichen Mönche zu Fuß unterwegs sind. Seine Klosterkirche St. Marien ist seit langem „verlässlich geöffnet“. Zusätzlich hat sie nun auch die Auszeichnung als offizielle Pilgerkirche der Ev-luth. Landeskirche Hannovers erhalten.

Abt Eckhard Gorka und Jürgen Lojowsky, Referent für Kirche im Tourismus, enthüllten das am Torhaus neuangebrachte Signet. Beide würdigten im Beisein einer Pilgergruppe die neue Auszeichnung. Jürgen Lojowsky stellte dabei die Kriterien vor, die erfüllt sein müssen: „Eine Pilgerkirche muss verlässlich-geöffnet sein, mindestens 20 Std in der Woche. Dies wird in Amelungsborn weit übertroffen.“

Das Tor steht offen, noch mehr das Herz „porta patet-cor magis“, so der Ordensspruch der Zisterzienser. Er gilt auch für die Zisterzienserkirche St. Marien. „Einladend-gastfreundlich so könnte man ihren Charakter beschreiben, das spürt man, wenn man hineingeht. Die Bauweise, die Akustik ist beeindruckend. Aber auch die Stille, die zur Ruhe führt, zum Nachdenken, vielleicht zum Gebet,“ so Lojowsky.

Deswegen hat auch die Pilgergruppe geführt von den Pilgerbegleitern Birgit Kandzorra und Dirk Hummel Amelungsborn angesteuert. Das Pilgersignet signalisiert ihnen: „Diese Kirche steht für Qualität und Verlässlichkeit“. „Genau darum sprechen wir ihr und den für sie Arbeitenden Anerkennung und Wertschätzung aus“, so der Referent für Kirche im Tourismus. „Ich darf das tun, im Auftrag der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Ich darf für das tolle Engagement hier vor Ort Danke sagen. Dank an den Küster, Herrn Marx, Dank an die Hausleiterin, Frau Arnold, und Dank auch an Abt und Landessuperintendent Eckhard Gorka. Auch im Namen unseres Landesbischofs Ralf Meister, denn er ist Schirmherr unserer verlässlich-geöffneten Kirchen, der Radwegekirchen und Pilgerkirchen.“




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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Kirchenkunststückchen

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Bild: Dr. Sybille C. Fritsch-Oppermann

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Den Menschen in die Augen sehen

Einzigartige Fachpflegeeinrichtung feiert Jubiläum

 Hildesheim. Fünfzig turbulente Jahre hat das Haus Arche nun auf dem Buckel. Und auch nach einem halben Jahrhundert ist das Haus einzigartig in ganz Niedersachsen: Hier leben bis zu 17 Menschen mit mehrfacher Schwerstbehinderung und hohem behandlungspflegerischem Bedarf, einige von ihnen müssen beatmet werden. Doch das Haus Arche, als Teil der Diakonie Himmelsthür in Sorsum, ist keine Klinik. Es ist vor allem ein Zuhause und soll sich auch so anfühlen. Menschen im Alter zwischen 18 Monaten und 52 Jahren leben hier. Den 50. Geburtstag der Einrichtung feierten Team und BewohnerInnen am Freitag mit einem Tag der offenen Tür. Dazu waren neben Angehörigen vor allem Pflegefachkräfte, aber auch Menschen eingeladen, die sich für ehrenamtliche Arbeit dort interessieren.

 „Diese Augen! Darin kann man so viele Emotionen sehen.“ Erika Baxmann sitzt auf einer Bierbank im Garten des Hauses und bekommt beim Erzählen selbst ganz leuchtende Augen. Sie ist „Matrosin“ auf der Arche. Regelmäßig kommen sie und andere Ehrenamtliche hierher und verbringen Zeit mit Bewohnern und Bewohnerinnen des Hauses, in einer Art Patenschaft. Dadurch sind Erika Baxmann und die übrigen MatrosInnen bald zu wichtigen Bezugspersonen für die Menschen mit Beeinträchtigung  geworden. Und lernen dabei selber jedes Mal Neues, entwickeln ein Gespür dafür, auch ohne Worte mit Menschen zu kommunizieren – wenn man gut aufeinander achtet und aufmerksam ist, kann man mit einem Blick in die Augen oft mehr verstehen, als durch ein  langes Gespräch. Die meisten BewohnerInnen des Hauses sind nicht zu verbaler Kommunikation in der Lage, sind deshalb aber nicht unbedingt weniger mitteilsam.

 Während einer Führung durch die Räumlichkeiten erzählt Pflegedienstleitung Stefanie Grube von den vielen verschiedenen Herausforderungen, vor denen das Pflegeteam im Haus Arche jeden Tag aufs Neue steht: „Wir wissen nicht, was der morgige Tag bringt. Manchmal können wir nur Stunde für Stunde planen.“ Bei dieser Arbeit kommt es auf so viel mehr an, als auf die reine Versorgung. Genau so wichtig ist es, ein Gespür für diese besonderen Personen und deren Bedürfnisse zu entwickeln, die über Behandlung und Pflege hinaus gehen. Täglich kommen PhysiotherapeutInnen ins Haus, dazu häufig LogopädInnen und eine Musiktherapeutin. Heute treibt eine Klinik-Clownin im Haus ihre Späße.

 Auch das Team kommt bei der Arbeit hier manchmal an seine Grenzen. Trotzdem herrscht gute Laune, viele sind schon seit vielen Jahren hier tätig. „Es freut uns natürlich, wenn wir trotz Pflegenotstand viele Anfragen von Menschen bekommen, die ausdrücklich hier bei uns arbeiten möchten“, sagt Heimleiterin Andrea Zimmermann. Was das Haus Arche nämlich besonders auszeichnet sind nicht die  Einrichtung oder Ausstattung. Sondern das enorme Maß an Hingabe, mit der das Team das Leben und die Arbeit hier gestaltet. In manchen Situationen hilft nun einmal nicht Fachwissen allein, sondern es braucht auch Feingefühl und Ideenreichtum.   Wanja Neite

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Bild: W. Neite

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Nach 18 Jahren in Adenstedt zieht Pastor Hagen Faust nach Bayern

Abschied von den Gemeinden Adenstedt-Wrisbergholzen und Woltershausen / Verantwortung übernommen in Zeiten der Veränderung

Adenstedt. Pastor Hagen Faust hat sich nach 18 Jahren als Pfarrer am Samstag in der Kirche in Adenstedt von seiner Gemeinde verabschiedet und wurde von Superintendentin Katharina Henking entpflichtet. Schon am Sonntag wurde er in seiner neuen Gemeinde in Zusmarshausen bei Augsburg ins Amt eingeführt. Der tatsächliche Umzug soll aber erst im Oktober stattfinden.

Es sei gar nicht so leicht, nach Bayern hineinzukommen, musste Pastor Faust feststellen. Doch mit Beharrlichkeit sei es ihm gelungen, eine Pfarrstelle in der Bayerischen Landeskirche zu erhalten. Damit erfülle sich vor allem ein Wunsch seiner Lebensgefährtin, die aus Bayern stammt und gern wieder weiter im Süden wohnen wollte.

In Adenstedt hat Pastor Faust seit seinem Amtsantritt vor 18 Jahren viele Veränderungen und Umstrukturierungen miterlebt – sowohl als Gemeindepfarrer als auch im Kirchenkreisvorstand; zeitweilig nahm er im einstigen Kirchenkreis Alfeld während einer Vakanz auch die Aufgaben eines Superintendenten wahr. Gemeinden wurden zusammengelegt, Pfarrstellen drastisch verringert, die Kirchenkreise Alfeld und Hildesheimer Land fusionierten: „Es war weiß Gott keine einfache Zeit“, sagte Bernd Leonhard vom Kirchenvorstand, der mit Pastor Faust lange auch im Kirchenkreisvorstand zusammen gearbeitet hat. Hagen Faust habe sich mit viel Herzblut eingebracht.

Sie habe Pastor Faust schon bei ihrer eigenen Bewerbung kennen gelernt, erinnerte sich Superintendentin Katharina Henking. Seit dem ersten Gespräch über kommende Aufgaben, so die Superintendentin, „sind wir immer in einem guten und vertrauensvollen Gespräch geblieben.“ Pastor Faust sei immer bereit gewesen, Verantwortung im Kirchenkreis zu übernehmen.

Die Superintendentin schlug den Bogen von der alttestamentlichen Lesung zur heutigen pastoralen Existenz. Die Erfahrung des Propheten Jesaja: „Ich dachte, ich arbeitete vergeblich“ sei auch ihr persönlich vertraut. Frustrationen, Hindernisse, Steine im Weg gehörten dazu. Aber stärker würde die Verheißung des Propheten leuchten: „Gott ist meine Stärke“. Eine Ermutigung für alle, die ein Amt übernommen haben.

Er sei nun schon seit zwei Monaten im Abschiedsmodus, da „hat so langsam der Blues mich ergriffen“, erklärte Pastor Faust. Aber der Abschied sei auch eine Gelegenheit, „zu behalten, was gut war, und zurückzulassen, was nicht so gelungen ist“. Ihm sei es immer das Wichtigste gewesen, das Bibelwort „zum Glänzen zu bringen“. Der Gottesdienst, ob nun in einer voll besetzten Kirche wie zu seinem Abschied oder auch nur im kleinen Kreis sei für ihn „das besondere Extra“ gewesen, der Höhepunkt der Woche.

Pastor Hagen Faust war Gemeindepfarrer für die Kirchengemeinde Adenstedt-Wrisbergholzen mit den Ortschaften Westfeld, Segeste, Sellenstedt und Grafelde sowie die Kirchengemeinde Woltershausen mit Irmenseul, Hornsen und Harbarnsen. Bei rund 2000 Gemeindemitgliedern sei es „schwer, alle Menschen in den Blick zu nehmen“, so Pastor Faust.

Im Anschluss an den Gottesdienst verabschiedeten sich beim Kaffeetrinken im Gemeindesaal auch die hauptamtlichen Kollegen aus der Region Börde von Pastor Faust, unter ihnen Pastor Dr. Claudio Steinert aus Sibbesse und Pastor Stephan Gensicke aus Lamspringe, die die Vakanzvertretung in Adenstedt-Wrisbergholzen und Woltershausen übernehmen werden.   Wiebke Barth


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Bild: Barth

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„Der kleine Kirchenfreund“ besucht das Stiftungsfest

Stiftung „miteinander füreinander“ feiert 15-jähriges Bestehen

Alfeld. Die Kirchenstiftung „miteinander füreinander“ hat am Samstag in der Friedenskirche in Alfeld ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Mit dabei war Kabarettist Norbert Hammermeister als „Der kleine Kirchenfreund“.

„Aus den Kinderschuhen ist die Kirchenstiftung nun herausgewachsen“, stellte Superintendentin und Stiftungsvorsitzende Katharina Henking in ihrer Begrüßung fest. Sie sei quasi gerade konfirmiert worden. Und doch wirke die Stiftung „miteinander füreinander“ noch immer zum größten Teil im Verborgenen. Darum sei das jährliche Sommerfest, das in diesem Jahr ein Jubiläumsfest ist, besonders wichtig. „Einmal im Jahr treten wir richtig in Erscheinung und können zeigen, dass wir gute Arbeit unterstützen.“

2003 wurde „miteinander füreinander“ zunächst als „Stiftung im Kirchenkreis Alfeld“ gegründet. Wilfried Röbbeln, heute Kuratoriumsvorsitzender, war damals Leiter des Kirchenamtes und als Initiator dabei. „Die vielen kleinen Gemeinden wollten damals eine gemeinsame Stiftung haben“, erinnert er sich. Der Kirchenkreistag beschloss die Gründung und gab 50.000 Euro Startkapital. Seitdem sei die Stiftung, besonders durch großzügige Zustiftungen, stark gewachsen, berichtet Röbbeln. Seit die Kirchenkreise Alfeld und Hildesheimer Land 2011 vereinigt wurden, heißt die Kirchenstiftung „miteinander füreinander“. Ihr Wirkungsbereich dagegen ist beinahe gleich geblieben. „Ein paar Gemeinden sind auf eigenen Wunsch dazugekommen“, erklärt Hans Nottbohm, Geschäftsführer der Stiftung.

Rund 40 Gemeinden können sich heute mit verschiedensten Projekten an die Stiftung wenden und wichtige Unterstützung erhalten. Gerade sei beispielsweise die über 400 Jahre alte Turmuhr der Kirche in Petze mit Hilfe von Stiftungsgeld restauriert worden, berichtet Nottbohm. Und auch die historische Orgel der Kirche in Röllinghausen kann dank der Stiftung wieder gespielt werden. „Außerdem fördern wir regelmäßig Konzerte der Kirchenkreiskantorei und andere musikalische Veranstaltungen.“ Von der Kinder- und Jugendarbeit über Kultur und Denkmalpflege bis zur Seniorenarbeit unterstützt die Kirchenstiftung Projekte ihrer Gemeinden.

Das jährliche Fest, das jedes Jahr in einer anderen Gemeinde stattfindet, spielt dabei eine besondere Rolle. Zum ersten Mal wurde es zum zehnten Gründungstag der Stiftung gefeiert. „Das erste Fest war ein großer Erfolg“, erinnert sich Nottbohm. „Da haben wir gesagt: Das müssen wir öfter machen.“ Seitdem tragen die Sommerfeste viel dazu bei, auf die Stiftung aufmerksam zu machen und ihr Engagement zu sichern: „In Zeiten niedriger Zinsen sind Spenden zunehmend wichtig.“

Und so soll auch das Fest zum 15-jährigen Bestehen für Aufmerksamkeit und großzügige Spenden sorgen. Dafür hat die Stiftung einen besonderen Gast eingeladen: Nach der Andacht von Pastor Michael Kratochwill tritt Kabarettist Norbert Hammermeister unter dem Künstlernamen „Der kleine Kirchenfreund“ mit seinem Programm „Die Gemeinschaft der Heiligen geht Stiften...“ auf. Von bissig bis nachdenklich arbeitet er sich in seinen Texten und Liedern an Themen aus Kirche und Politik ab. So nimmt er die Merchandising-Industrie rund ums Lutherjahr auf`s Korn, singt von Reformator-Keksen und Luther-Likör und überlegt laut, wie ein Panini-Album mit Pastoren der Landeskirche aussehen würde. An anderer Stelle geht er scharf mit der AfD ins Gericht und wirbt für Mitgefühl und Toleranz gegenüber Geflüchteten. Und auch ein Loblied auf alle Ehrenamtlichen in der Kirche gehört zu seinem Repertoire.

Zum Schluss nutzt Superintendentin Katharina Henking das Fest noch für einen Spendenaufruf: „Wir wollen weiter Gutes tun und brauchen dafür Unterstützung.“   Julia Dittrich

Bild: „Der kleine Kirchenfreund“ unterhielt mit Texten und Liedern zu Themen aus Politik und Kirche.


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Bild: Dittrich

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Es ruft eine Aufgabe – und Pastor Hinz geht wieder auf Reisen

Früherer Matthäus-Pastor geht für sechs Monate nach Guatemala

Hildesheim. Langeweile, die kann Pastor Werner Hinz richtig genießen. Sie bedeutet Muße und Nichtstun, und obwohl der frühere Pastor der Matthäusgemeinde sich im sogenannten Ruhestand befindet, gibt es davon nicht sehr viel in seinem Leben. Im vergangenen Jahr hat er sechs Monate als Pfarrer einer deutschsprachigen Gemeinde in Lima in Peru verbracht. Jetzt entsendet ihn die Evangelische Kirche Deutschlands erneut ins Ausland: Anfang Oktober reist Pastor Hinz nach Guatemala Stadt. Wieder in ein Land, das von Korruption und extremen sozialen Unterschieden geprägt ist. Das fühlte sich nicht auf Anhieb verlockend an, räumt der Pastor ein. „Aber es ist eine Aufgabe. Und ich weiß, dass ich das kann.“

Denn seine Spanischkenntnisse und seine Erfahrung nach Aufenthalten in Venezuela und Mexiko werden ihm in Guatemala zugutekommen. Für sechs Monate soll er dort für die deutschsprachige Gemeinde die Zeit überbrücken, bis wieder ein Pfarrer für die Dauer gefunden ist. Ein Gehalt erhält der Pensionär dafür nicht. Die Gemeinde trägt die Reisekosten, stellt Unterkunft und Auto zur Verfügung. Etwa 150 Gemeindemitglieder hat Pastor Hinz dort zu betreuen: „Mit den Familien vermutlich etwa 300 Menschen.“ Die meisten von ihnen lebten schon seit Jahrzehnten in Guatemala. Die Kinder sprächen meist besser Spanisch und Englisch als Deutsch. Die Gottesdienste würden jedoch in deutscher Sprache gefeiert.

Pastor Hinz weiß, dass sich die dortige Gemeinde in Bildungsprojekten engagiert und unter anderem ein Stipendienprogramm unterhält. Durch die finanzielle Unterstützung der Familien wird Kindern der Schulbesuch möglich gemacht, die sonst durch ihre Arbeit zum Familienunterhalt beitragen müssten.

Trotz der krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich, trotz des Einflusses von Drogenkartellen und Jugendbanden – Pastor Hinz hat das Land schon in einem sehr viel schlimmeren Zustand erlebt. Während seiner Zeit in Mexiko hatte er Guatemala 1982 einen dreitägigen Besuch abgestattet. Er hatte mit Flüchtlingen gesprochen und wollte sich selbst ein Bild machen: „Die Wahrheit war das reine Grauen“, sagt Pastor Hinz: Leichen auf den Straßen, Mord und Totschlag, Soldaten, die unter dem Einfluss von Drogen entsetzliche Massaker verübten. Diese Tage zählten zu seinen schlimmsten Erinnerungen, sagt der Pastor.

Trotzdem fliegt er wieder dorthin. Das Reisen in Guatemala sei zwar immer noch schwierig, aber dennoch hätten sich die Umstände sehr gebessert. Er sei ja auch gar nicht besonders mutig, behauptet Pastor Hinz: „Ich bin oft ängstlich, habe weiche Knie. Aber ich mache die Sachen trotzdem“, meint er. „Die menschlichen Begegnungen sind unvergesslich.“

Sicher komme es bei solchen Auslandseinsätzen vor, dass mühsam Erreichtes zerstört, sozialen Projekten der Boden entzogen wird. Das könne wohl entmutigend und frustrierend sein. Aber vergeblich sei die Arbeit ja nicht gewesen, solange die Bemühungen für einige Zeit, für einige Menschen ein besseres Leben und eine bessere Zukunft ermöglichten. „Gutes verliert ja nicht seinen Sinn, nur weil es begrenzt ist.“ In Peru wurden – auch dank Spenden aus Hildesheim – für die Opfer von Überschwemmungen Häuser aus Stein gebaut. Menschenwürdige Unterkünfte und die Erfahrung, dass ihnen wirklich jemand helfen will, das könne für die Familien viel verändern, weiß Pastor Hinz.   Wiebke Barth

Bild: Pastor Werner Hinz hier beim Einsatz im Katastrophengebiet in Peru. Mit dem Bus wurden Lebensmittel und Trinkwasser zu den Menschen gebracht.


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Bild: Hinz

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41. Evensong in St. Michaelis, Hildesheim

Zum Michaelistag wird am Samstag, 29. September ab 18 Uhr in St. Michael wieder ein Gottesdienst nach der Ordnung des Evensongs gefeiert.

Die Form des Evensongs hat sich im 16. Jahrhundert in England aus den abendlichen Stundengebeten entwickelt und besitzt dort bis heute eine ungebrochene Ausstrahlung, nicht zuletzt dank der hohen Qualität der Kathedralchöre. Die tragende Mitwirkung des Chores, meist von der Orgel begleitet, ist für den Evensong charakteristisch. Hierfür bietet die Michaeliskirche mit ihrer symphonischen Orgel besonders gute Voraussetzungen. Deshalb wurde diese Gottesdienstordnung 2007 eingeführt.

Typisch für den Evensong sind auch die längs orientierten Sitzreihen, die den Wechselgesang der Gemeinde und zwischen den Chorgruppen erleichtern.

Unter der Leitung von Hans-Joachim Rolf singt die Kantorei St. Michael typisch englische Kompositionen, die für den Evensong komponiert wurden. Den Gottesdienst gestalten außerdem Helmut Langenbruch an der Orgel und der Direktor des Michaelisklosters, Pastor Dr. Jochen Arnold.

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Bild: Helmut Langenbruch

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Auf dem Weg, zu Fuß, ohne fossile Brennstoffe

Klimapilgerinnen berichteten in Bevern über den Hambacher Forst

Den Rucksack packen, sich auf den Weg machen. Pilgern ist beliebt. Warum nicht zu einem der aktuell wichtigsten Themen für uns Menschen? Ein gut besuchter „Kirche und Kino“ Gottesdienst in der St. Johannis Kirche Bevern über die schleppende Umsetzung des Klimaschutzes und die zunehmende Gefährdung der Schöpfung durch uns Menschen führte im Anschluss zu einem lebhaften Austausch mit zwei anwesenden Klimapilgerinnen.

Erika Thorenmeier-Rieger war dabei, als am letzten Tag vor der zurzeit ausgesetzten Räumung des Hambacher Waldes die Klimapilgerinnen und Klimapilger noch einen aufrüttelnden Schöpfungsgottesdienst mit den Menschen in dem umstrittenen Wald im Rheinland feierten. Es war der vierte Tag des 3. ökumenischen Pilgerweges für Klimagerechtigkeit, an dem die Lage im Wald am Rande des Hambacher Braunkohletagebaus vor kurzem noch absolut friedlich war, so die Klimapilgerin aus Schieder.

„Am nächsten Tag kam die Polizei und begann mit der angeordneten Räumung.“ Ellen Döpper ist auch Klimapilgerin und entsetzt über Meldungen in den Medien, die ihrer Wahrnehmung nach nicht zuträfen: „Wir sind traurig und empört, dass damit begonnen wurde, den Wald zu räumen. Wir meinen, unser Anliegen, den Klimawandel aufzuhalten, kann nur erreicht werden, wenn die Kohleverbrennung gestoppt wird, insbesondere die umweltschädlichste Verbrennung von Braunkohle.“

Aus der Sicht der Klimapilgerer sei es sehr schwer zu verstehen, dass ein uralter und ökologisch wertvoller Wald der Braunkohle weichen müsse. Letztendlich ginge es bei dem aktuellen Konflikt um den Kohleabbau aber darum, dass auf Kosten der Umwelt viel Geld verdient werden könne, so die Klimapilgerinnen: „Es ist bekannt, dass die ökologischen Klimafolgekosten viel höher sein werden als der kurzfristige Profit und von uns allen in der Zukunft getragen werden müssen.“

Bereits zum dritten Mal ruft ein breites Bündnis von Kirchen und Hilfswerken zu einem Pilgerweg der Klimagerechtigkeit und des Friedens auf, wie Dominik Dörrie im Gottesdienst berichtete: „Die Evangelische Kirche im Rheinland hat sich klar positioniert und ein Ende des Tagebaus verlangt. Sie steht an der Seite der Menschen, die ihre Häuser und Orte verlassen müssten, weil unter ihren Grundstücken Braunkohle weggeschürft werden soll.“ Der Kirchenvorsteher aus Bevern hatte ursprünglich den Schöpfungs- und Pilgergottesdienst angeregt, um für mehr Klimagerechtigkeit einzutreten: „Die aktuelle Situation beim Klimawandel zeigt, dass wir alle mehr tun müssen. Oft vergessen wir, dass wir durch unsere energieintensive Lebensweise hier vor Ort zum Leid der Menschen beitragen, die noch viel stärker durch den Klimawandel in anderen Teilen der Welt betroffen sind. Vor allem für die Ärmsten der Armen brauchen wir mehr Klimagerechtigkeit!“ 

Die Gottesdienstbesucher in Bevern zeigten sich betroffen von den Berichten aus erster Hand und der fortschreitenden Zerstörung von Natur und Lebensraum überall in Welt. In der Diskussion am Ende des Gottesdienstes war man sich einig, sich solidarisch mit den Mensch zu zeigen, die friedlich versuchen, die Zerstörung des „Hambi“, des Hambacher Waldes zu verhindern. Eine Unterschriftenliste zum Erhalt der fünf akut abrissgefährdeten Kirchen am Rande des Tagebaues war schnell gefüllt. Auch die Forderungen der Klimapilger fanden Zustimmung, selbst mehr aktiv zu werden und den politisch Verantwortlichen mitzuteilen, dass man eine Fortsetzung der klimafeindlichen und umweltzerstörenden Politik nicht wolle. 

Der Gottesdienst in Bevern, gestaltet und vorbereitet von Pastorin Wargel und Christine Dörrie, im Rahmen von „Kirche und Kino“ war die erste Veranstaltung zu dem 3. Ökumenischen Pilgermarsch in Niedersachsen. Die Pilgergruppe befindet sich momentan auf dem Weg nach Paderborn und wird zu einem Klimaschutzaktionstag am 26. September erwartet. In den nächsten Tagen geht es über Steinheim, Bad Pyrmont und Hameln weiter Richtung Osten. Es besteht die Möglichkeit, sich den Pilgern spontan anzuschließen. Informationen dazu auf www.klimapilgern.de


Bild: Dominik Dörrie KG Bevern

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Einbecker Motorradgottesdienst mit Gottesdienstpreis 2018 ausgezeichnet

Superintendentin Stephanie von Lingen hielt Laudatio im PS-Speicher

Einbeck/Kassel. Die Organisatoren des jährlichen Motorrad-Gottesdienstes im südniedersächsischen Einbeck sind am Donnerstagabend mit dem bundesweiten Preis der "Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes" ausgezeichnet worden. Erstmals gehe die Auszeichnung damit an eine Initiative, die federführend von Ehrenamtlichen getragen werde, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Stephan Goldschmidt bei der Verleihung im Einbecker Motorrad- und Automobilmuseum PS-Speicher. "Das ist bemerkenswert." Der mit insgesamt 2.500 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr ebenfalls an den Motorrad-Gottesdienst in Hamburg.

Ausgezeichnet wurde der Einbecker Gottesdienst, der am 30. Juli 2017 mit rund 100 Bikern in der Marktkirche gefeiert wurde. Die Northeimer Superintendentin Stephanie von Lingen sagte in ihrer Laudatio, die Prädikantin Susanne Hornung habe mit ihrem Team das Lebensgefühl der Motorradgemeinde mit Leichtigkeit, Humor, theologischer Ernsthaftigkeit und Empathie "punktgenau" getroffen. "Nicht nur in der Predigt, sondern auch in den Gebeten und mit den Liedern konnten sich viele sofort mit ihrer Leidenschaft für diesen besonderen Sport beheimaten."

Auch die Schattenseiten wurden in dem Gottesdienst stilsicher formuliert, sagte von Lingen laut Redemanuskript. Das Vorbereitungsteam habe Klage und Trauer Raum gegeben und sei auch der Frage nach verantwortlichem Verhalten im Verkehr nachgegangen. "Biker wissen um die Zerbrechlichkeit des Lebens."

In diesem Jahr wurde der Motorrad-Gottesdienst in Einbeck zum dritten Mal gefeiert. Die Stiftung mit Sitz in Kassel vergibt den Gottesdienstpreis bereits zum zehnten Mal. Die Gottesdienste müssen dabei ausführlich dokumentiert werden. Bewertet wurden unter anderem die theologische, ästhetische und sprachliche Qualität sowie das besondere Gemeinschaftserlebnis.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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